ÆRZTE Steiermark || 09|2026 47 Fettstoffwechsel als neuer Ansatz bei HFpEF Forschende der Med Uni Graz zeigen im Mausmodell: Die gezielte Hemmung der Lipolyse im Fettgewebe kann Herzfunktion und Entzündung bei adipositasassoziierter HFpEF verbessern – ein möglicher Ansatz für neue Therapien. Rund 300.000 Menschen in Österreich leben mit Herzinsuffizienz; etwa die Hälfte leidet an HFpEF. Dabei bleibt die systolische Pumpfunktion erhalten, der versteifte Ventrikel füllt sich jedoch unzureichend. Typisch sind Belastungsdyspnoe, Leistungsabfall und deutliche Einbußen der Lebensqualität. HFpEF zählt zu den häufigsten Gründen für Spitalsaufnahmen bei über 65-Jährigen; zugleich sind die Therapieoptionen weiterhin begrenzt. Systemische Erkrankung „HFpEF ist eine systemische Erkrankung, die den gesamten Organismus betrifft“, betont Simon Sedej, Herzphysiologe an der Med Uni Graz. Alterung, Bewegungsmangel, Adipositas, Hypertonie und metabolisches Syndrom greifen ineinander. „Diese Erkrankungen führen zu einem Teufelskreis aus entgleistem Stoffwechsel und einer zunehmenden Beeinträchtigung der Herzfunktion.“ Fettgewebe im Fokus Die in „Circulation Research“ publizierte Arbeit untersuchte, ob eine direkte Beeinflussung des Fettstoffwechsels adipositasassoziierte HFpEF verhindern oder behandeln kann. Im Mittelpunkt stand Atglistatin, ein Hemmer der AdipozytenTriglyzeridlipase (ATGL), eines Schlüsselenzyms der Lipolyse. Im HFpEF-Mausmodell verbesserte die pharmakologische Hemmung der Fettspaltung die Herzfunktion stärker als eine alleinige Kalorienreduktion. Zudem sanken entzündungsfördernde Mediatoren wie IL-1β. „In der vorliegenden Arbeit liefern wir überzeugende Evidenz dafür, dass die genetische beziehungsweise pharmakologische Hemmung der Lipolyse spezifisch im Fettgewebe ausreicht, um übergewichtsassoziierte HFpEF vorzubeugen beziehungsweise diese zu behandeln“, so Erstautorin Alina Stockner. Die Ergebnisse unterstreichen damit die zentrale Rolle des Fettgewebes bei chronischer systemischer Entzündung und kardialer Dysfunktion. Man geht nun davon aus, dass die Ergebnisse dazu beitragen, weitere Studien zur Hemmung der Lipolyse bei HFpEF zu initiieren und so die Behandlung von adipösen Patient:innen zu verbessern. WOHLFAHRTSFONDS Foto: Bernhard Bergmann FORSCHUNG STEIERMARK Simon Sedej Frisch publiziert Spatial transcriptomics reveals compartment-specific cytotoxic T cell crosstalk with AT2 and goblet cells in advanced COPD. Biomarker Research. Advance online publication. Syarif, A. H., Reiter, B. F. E., Avian, A., Milger, K., Ellmeier, E., Hoefler, G., Aigner, C., Benazzo, A., Auner, S., Crnkovic, S., Angiari, S., Polverino, F., Kwapiszewska, G., & Marsh, L. M. (2026). DOI: 10.1186/s40364-026-00960-w [OPEN ACCESS] Forscher:innen der Grazer Medizinischen Universität publizieren regelmäßig in internationalen Journalen. Wir bringen jeden Monat aktuelle Beispiele.
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