ÆRZTE Steiermark || 09|2026 27 SAISONVORSCHAU Foto: Lex Karelly, Andreas J. Etter feld, das Fußball- wie Opernklischees charmant aufs Korn nimmt. Das Schauspielhaus Graz verbindet Klassiker der Theaterliteratur mit aktuellen Perspektiven und neuen Erzählformen. Auf dem Spielplan stehen unter anderem „Werther & Lotte & Albert“ nach Goethes epochemachendem Briefroman, „Anleitung ein anderer zu werden“ von Édouard Louis, der Liederabend „Voyager Golden Records“ von Ruth Brauer-Kvam sowie Emily Brontës Werk „Wuthering Heights | Sturmhöhe“, das jenseits der berühmten leidenschaftlichen Liebesgeschichte ein Dokument klassistischer und rassistischer Erfahrung ist. Für alle Zielgruppen Neben großen Bühnenwerken setzen beide Häuser auf neue Formate, Beteiligung und Angebote für ein junges Publikum. Das Schauspielhaus schafft mit der „Konsole“ Raum für künstlerische Experimente, digitale Projekte und neue Perspektiven. Die Oper Graz bietet mit ihrem Vermittlungsprogramm „OperAktiv!“ Familien- und Sitzkissenkonzerte, Jugendformate wie „concerTeen“ sowie Mitmachangebote wie Opernclubs oder „Tanzen für alle“. Beide Häuser verstehen sich damit nicht nur als Aufführungsorte, sondern als Räume für Begegnung, Teilhabe und kulturelle Bildung. Kulturauftrag und Sparzwang In der kommenden Spielzeit stehen die Bühnen Graz vor der Herausforderung, künstlerischen Anspruch und wirtschaftliche Verantwortung zu verbinden. Die angespannte finanzielle Situation und notwendige Einsparungen sind auch im Kulturbereich spürbar. Beide Häuser suchen daher nach Lösungen, um Programmvielfalt und künstlerische Qualität zu sichern. Für Schauspielhaus-Intendantin Andrea Vilter bleibt die Bedeutung von Kunst und Kultur gerade in herausfordernden Zeiten unverzichtbar: „Gerade, wenn die Ressourcen knapper werden, ist es unausweichlich, dass wir uns mit den zentralen Werten unseres Menschseins gemeinsam auseinandersetzen, so wie es das Theater als öffentliche Kunstform immer tut. Dass wir dabei äußerst verantwortlich mit den finanziellen Mitteln umgehen, versteht sich von selbst.“ Auch Ulrich Lenz verweist darauf, dass die aktuellen Rahmenbedingungen Auswirkungen auf die Spielplangestaltung haben, zugleich aber kreative Möglichkeiten eröffnen. Durch bewusste Entscheidungen bei Produktionen und Wiederaufnahmen entstehen Freiräume für zusätzliche künstlerische Vorhaben. So ermöglicht die Wiederaufnahme des erfolgreichen Familienmusicals „Tom Sawyer“ die Rückkehr der vielfach gelobten Ballettproduktion „Follia!“ auf die Bühne der Oper Graz. „Follia!“, Wiederaufnahme am 05.11.26 in der Oper Graz Chefdramaturgin Anna-Sophia Güther und Intendantin Andrea Vilter bei der Spielzeitpräsentation
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