BEREICH 26 ÆRZTE Steiermark || 09|2026 SAISONVORSCHAU Zwischen Klang, Konflikt und Erkenntnis: Oper und Schauspielhaus Graz Die Spielzeit 2026/27 der Oper Graz und des Schauspielhauses Graz verspricht Begegnungen mit Musik, Literatur und Themen der Gegenwart. Beide Häuser verbinden bekannte Werke mit neuen künstlerischen Zugängen und greifen Fragen auf, die Menschen heute bewegen. Sowohl das Schauspielhaus als auch die Oper Graz befassen sich in der Spielzeit 2026/27 mit den Spannungen und Herausforderungen unserer Zeit und greifen Themen wie Überforderung, Unsicherheit, Konflikte und die Suche nach Orientierung auf. Im vierten Jahr von Schauspielintendantin Andrea Vilter werden neue wie klassische Stoffe mit Fokus auf österreichischer Literatur auf ihre Aktualität befragt und jungen künstlerischen Positionen Raum gegeben. Opernintendant Ulrich Lenz hat seine vierte Grazer Spielzeit unter das Motto „O wie offen!“ gestellt: „Offenheit bedeutet auch, Unbekanntes zuzulassen, Widersprüche auszuhalten und sich immer wieder neu infrage zu stellen. Gerade dafür braucht es in Zeiten wie diesen eine große innere Überzeugung.“ Spiegel der Gesellschaft Am Schauspielhaus Graz zeigt sich dieser Blick auf die Gegenwart in unterschiedlichen Formen: Die Spielzeit startet mit Bertha von Suttners pazifistischem Roman „Die Waffen nieder!“ (Regie: Sandra Strunz), der angesichts aktueller Konflikte neue Relevanz erhält. Eugène Ionescos Klassiker „Die Nashörner“ (Regie: Ulrike Arnold) thematisiert die schleichende Ausbreitung totalitärer Ideologien. Selina Fillingers zeitgenössische Erfolgskomödie „Die Schattenpräsidentinnen“ (Regie: Branko Janack), erstmals in Österreich gezeigt, wirft einen entlarvenden Blick hinter die Kulissen politischer Macht. Auch die Oper Graz widmet sich drängenden Fragen: In Hector Berlioz’ „La Damnation de Faust“ interpretiert Regisseur Lorenzo Fioroni die berühmte „Faust“-Geschichte als Nachdenken über Verführung, Sehnsucht und die Überforderung unserer Zeit. Mit der österreichischen Erstaufführung von Olga Neuwirths „Monster’s Paradise“ (Libretto: Elfriede Jelinek) bringt Tobias Kratzer ein groteskes Musiktheater auf die Bühne, das die Widersprüche internationaler Politik beleuchtet. Klassiker und neue Perspektiven Neben Gegenwartsthemen setzt die Spielzeit 2026/27 auf bekannte Werke und neue künstlerische Zugänge. Die Oper Graz bringt mit Puccinis „La Bohème“, Dvořáks „Rusalka“, Prokofjews Ballettklassiker „Romeo und Julia“, Ralph Benatzkys „Im Weißen Rössl“ sowie Richard Strauss’ „Elektra“ bedeutende Werke des Musiktheaters, von ohrwurmlastiger Operette bis hin zu großer Oper, in neuen Interpretationen auf die Bühne. Ergänzt wird das Programm durch die Uraufführung des Fußball-OperettenMusicals „Perfect Match“ von Jazz-Pianist Iiro Rantala – ein musikalischer Schlagabtausch zwischen Bühne und SpielFoto: Marija Kanizaj, Ingo Pertramer „Im Weißen Rössl“, Premiere am 06.03.27 in der Oper Graz „Als Spiegel der Welt, die uns umgibt, setzen sich unsere Künstler:innen natürlich auch mit den gesellschaftlichen und politischen Brüchen und Umbrüchen auseinander.“ Ulrich Lenz geschäftsführender Intendant der Oper Graz
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