ETHIKKOMITEE tiven Aufbau werden die Entscheidungen sehr ausführlich dokumentiert – und damit auch juristisch besser abgesichert. Nicht nur die Denkweise, auch das Wording ist wesentlich: Von einem Therapieabbruch wird nicht mehr gesprochen: „Die Angehörigen müssen verstehen, dass die Patient:innen weiter begleitet werden, nur steht bei einem palliativen Therapieziel die Symptomkontrolle im Vordergrund und nicht mehr die kurative Therapie, aber niemand wird alleine gelassen.“ Entwicklung Heute ist das Ethikkomitee vor allem mit sehr komplexen Themen befasst wie Übertherapie, Spezialbehandlungen, Konflikten im Behandlungsteam oder mit Angehörigen. Aber Fruhwald wird auch von sich aus aktiv: „Wenn ich in der präoperativen Ambulanz auf Patient:innen aufmerksam werde, die vor einem sehr großen Eingriff zu uns kommen, kann es sein, dass ich das Behandlungsteam zusammenhole, um in einer klinischen Perspektivenkonferenz zu besprechen, ob das geplante Vorgehen wirklich der nutzbringendste Weg ist, oder ob es weniger belastende aber ebenso nutzbringende Maßnahmen gibt – z. B. anstelle einer großen sehr komplexen Herzoperation ein interventionelles Vorgehen anzustreben.“ Weitere Schritte Neu wurde auf der Intensivstation der Herzchirurgie eine Ethik-Visite eingeführt: „Die Pflege darf die Patient:innen benennen, die besprochen werden sollen.“ So sollen klinisch-ethische Konflikte im Behandlungsalltag frühzeitig und niederschwellig identifiziert werden. Eines ist Sonja Fruhwald besonders wichtig: „Für die gute Funktion eines Ethikkomitees ist die Unterstützung der Klinikleitung notwendig. Zeit für Vorbereitung und Durchführung der Konsile muss zur Verfügung gestellt und die Aus- und Weiterbildung des Teams muss unterstützt werden.“ ÆRZTE Steiermark || 09|2026 13 Foto: envato/AnnaStills FORTBILDUNG Am 10. Dezember 2026 findet ab 14 Uhr die nächste Fortbildung des Ethikkomitees statt. Neben der Vorstellung des Komitees und des Konsils stehen z. B. auch der freiwillige Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit am Lebensende und der assistierte Suizid als Themen auf dem Programm. Anmeldung: Für Kolleg:innen des Klinikums über den Bildungskalender. Für alle anderen per E-Mail an petra.thier@uniklinikum.kages.at
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