AERZTE Steiermark 07_08 2026

8 ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 COVER Fotos: Schiffer „Die Zahl der Ärzt:innen könnte dann niedriger sein“ Die Rektorin der Med Uni Graz, Andrea Kurz, über die von der Regierung angekündigten Budgeteinsparungen und die möglichen Auswirkungen auf Forschung, Lehre und Ärzteschaft. Das kommende Doppelbudget und die damit von der Regierung geplanten Einsparungen im Bereich der Universitäten haben österreichweit für große Aufregung gesorgt. Rektorin Kurz, was haben Sie sich als erstes gedacht, als Sie von den Kürzungen gehört haben? Andrea Kurz: Ich war im ersten Moment schockiert, aber ich gehe immer schnell in den Planungsmodus. Auch in meiner Zeit in den Staaten hat es schlimme Kürzungen gegeben, durch Veränderungen in Strukturen und Prozessen kann man aber bis zu einem gewissen Grad gegenlenken. Welche konkreten Auswirkungen hätten die geplanten Kürzungen denn an der Med Uni Graz? Es wird natürlich darauf ankommen, wie groß die Kürzungen sind, was zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar ist. Aber de facto wird es sich auf alle Bereiche auswirken, also auf Lehre, Forschung und Ausbildung im Klinikum. Man müsste mit weniger Lehrenden größere Gruppen von Studierenden oder Auszubildenden betreuen, was die Qualität beeinträchtigen und die Ausbildung unserer Ärzt:innen verändern würde. Schwierig wird es mit dem weiteren Ausbau innovativer Lehrmethoden, Programmen für Studierende usw., und sicher würden Forscher:innen abwandern. Natürlich würden Kürzungen auch die medizinische Versorgung treffen – man muss sich überlegen, wie viele Ärzt:innen können wir überhaupt noch ausbilden. Die Studiendauer könnte sich verlängern, weil wir z. B. nicht so viele Prüfungstermine anbieten könnten. Das wirkt sich wiederum auf die Zahl der Ärzt:innen in der Steiermark aus. Möglicherweise sind Stellen in Gefahr, speziell wenn wir durch proaktive Maßnahmen wie Um- organisation, Umstrukturierung und Prozessveränderungen oder Nichtweiterführung von Stellen nach Pensionierung nicht das Auslangen finden. Aber doch: Insgesamt könnte die Zahl der Ärzt:innen dann niedriger sein. Wo würde man das als erstes spüren? Als Letztes sollte es sich bei der Patientenversorgung auswirken, aber zu Beginn sicher vor allem im administrativen Bereich, beim allgemeinen Personal und jenem für den Wissenschaftssupport, dass Stellen nicht nachbesetzt werden können oder geplante Stellen nicht ausgeschrieben werden. Man muss sich genau überlegen, was man weiterführen kann. Das wird dann relativ schnell auch bei unseren Publikationen und Drittmitteleinwerbungen spürbar sein. Markus Zeitlinger meinte, dass das Zurückfahren der For-

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjg3NzQ1MQ==