ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 33 ÄRZTIN IM BESONDEREN DIENST plinäre Ansatz: „Wir arbeiten seit Beginn eng mit der Sozialarbeit zusammen, sind wie ein Primärversorgungszentrum. Einrichtungen wie die Marienambulanz für spezielle Zielgruppen wird es immer brauchen.“ Daher kümmert Irene Holzer sich zusätzlich auch um Lobbyarbeit, Gespräche mit Stakeholdern in Gesundheitsfonds und Politik.“ Fachärzt:innen gesucht „Wer bei uns mitarbeitet, hat die Unterstützung des ganzen Teams mit Haupt- und Ehrenamtlichen und die Zusammenarbeit ist toll, da greifen alle zusammen“, schwärmt die Ärztin von den Menschen, die in der Marienambulanz tätig sind. Die Fluktuation ist daher gering: „Die meisten arbeiten sehr lange mit.“ Doch gerade bei den Fachärzt:innen, die einmal pro Monat in die Marienambulanz kommen oder als Kooperationspartner ein bis zwei Patient:innen in ihren eigenen Praxen betreuen, tut sich in nächster Zeit – pensionsbedingt – eine Lücke auf, weiß Holzer: „Wir brauchen vor allem jemanden für den Bereich Gynäkologie, aber auch unsere Lungenfachärztin und unser Internist gehen in Pension. Manchmal wird zwar sozusagen weitervererbt – wie bei unserer Kinderfachärztin, wo der Sohn übernommen hat, oder bei unserem LaborPartner –, aber wir brauchen weitere Fachärzt:innen, die uns unterstützen.“ Offenheit und Zeit Doch was muss man mitbringen, um in der Marienambulanz zu arbeiten? „Man muss offen dafür sein, auf andere Menschen und andere Lebenssituationen einzugehen. Man muss versuchen, sich in andere Lebenssituationen hineinzuversetzen und Dinge nicht persönlich nehmen. Bei uns braucht alles viel Zeit, wir haben auch die Ordinationen immer doppelt besetzt. Praktikant:innen aus den Pflegewissenschaften werden in der Ambulanz ebenso ausgebildet wie KPJ-Studierende. Holzer: „Unserer Zielgruppe ist natürlich herausfordernd: Menschen, die auf der Straße leben oder Fluchterfahrung haben, sehr arm sind und teilweise sehr wenig Bildung haben. Man muss lernen, richtig mit ihnen zu kommunizieren. Damit z. B. ein Analphabet mit wenig Gesundheitskompetenz versteht, warum er ein Blutdruckmedikament nehmen muss. Man kann bei uns einiges lernen.“ Was Irene Holzer besonders freut, ist, wenn Menschen wieder ins System integriert sind: „Auf einem AllgemeinmedizinKongress hat mich beispielsweise ein Mann angesprochen und sich bedankt, dass ich ihm geholfen habe, als er nicht versichert war. Heute arbeitet er auf der Messe. Diese Begegnungen sind schön.“ Bei Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit ist die Marienambulanz erreichbar unter marienambulanz@ caritas-steiermark.at Fotos: Mario Gimpel
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