AERZTE Steiermark 07_08 2026

22 ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 PBÄEDRI AE TI CR HI E Fotos: Furgler, Envato/seventyfourimages Pädiatrie: Kleine Patient:innen – große Wirkung Die Kinder- und Jugendheilkunde ist ein Fach mit hoher gesellschaftlicher und gesundheitspolitischer Bedeutung – für Univ.-Prof. Almuthe Christina Hauer, designierte Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), ist klar: Pädiatrie darf nicht länger als Randthema verstanden werden. „Die Pädiatrie ist nicht die Medizin der kleinen Patient:innen, sondern die Medizin der zukünftigen Erwachsenen“, betont sie. Kinder und Jugendliche machen rund 20 % der Bevölkerung aus – „aber eigentlich 100 % der Zukunft“. Diese Perspektive ist wesentlich, um zu verstehen: Wer heute in Kindergesundheit investiert, wirkt nicht nur im Hier und Jetzt, sondern über Jahrzehnte hinweg. Wo Prävention beginnt Viele chronische Erkrankungen, die im Erwachsenenalter das Gesundheitssystem belasten, haben ihren Ursprung in Kindheit und Jugend. Ernährung, Bewegung, psychische Gesundheit, Entwicklungsstörungen, frühe Verläufe chronischer Krankheiten oder soziale Belastungen prägen spätere Gesundheitschancen. Pädiatrie ist damit weit mehr als medizinische Versorgung im Kindesalter. „Jede Investition in die Kindergesundheit wirkt Jahrzehnte nach. Pädiatrie ist die wirksamste Form von Präventionsmedizin und damit Zukunftsmedizin“, sagt Hauer. Eine starke Versorgung von Kindern entlastet langfristig das gesamte Gesundheitssystem. Trotz dieser Bedeutung werde Kindermedizin in gesundheitspolitischen Entscheidungen zu oft als Nischenthema behandelt, meint Hauer. Dabei sei sie eine gesamtgesellschaftliche Investition. Wohnortnah Eine der großen Herausforderungen sieht die Fachärztin, die ab Jänner 2027 als Präsidentin der ÖGKJ im Amt ist, weniger in einem Mangel an Spitzenmedizin, als vielmehr in der schleichenden Erosion der wohnortnahen Grundversorgung. Unbesetzte Kassenstellen, eine überalterte Struktur im niedergelassenen Bereich und steigende Anforderungen an Kinderärzt:innen wie eine Zunahme an Entwicklungsfragen, psychosozialen Problemen und chronischen Erkrankungen verschärfen die Situation. Dazu kommt: Wenn niedergelassene Kinderarztstellen nicht nachbesetzt werden können, verlagert sich die Versorgung in die Spitalsambulanzen. Für Hauer ist das zentral: „Jede nicht besetzte Kinderarztstelle lässt unsere Patient:innen letztlich in den Ambulanzen Wer die Pädiatrie stärkt, investiert nicht nur in die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, sondern in die Gesundheit der Gesellschaft von morgen, denn „Pädiatrie ist die wirksamste Form der Präventionsmedizin“, so die designierte ÖGKJ-Präsidentin Almuthe Hauer. „Pädiatrie ist die wirksamste Form von Präventionsmedizin und damit Zukunftsmedizin..“ Almuthe Christina Hauer Designierte Präsidentin der ÖGKJ

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