ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 23 landen – jede dauerhaft unbesetzte Stelle bedeutet einen Verlust ärztlicher Versorgung in der Region.“ Damit junge Pädiater:innen die Niederlassung wieder als interessante Zukunftsperspektive sehen, brauche es mehr Konzentration auf passende Rahmenbedingungen. Das unterstreicht Hans Jürgen Dornbusch, Obmann der Fachgruppe Kinder- und Jugendheilkunde: „Was wir dringend anstreben müssen, ist eine lückenlose pädiatrische Primärversorgung. Wir brauchen mehr statt weniger Planstellen am Land und das muss Hand in Hand gehen mit Maßnahmen zur deutlichen Attraktivitätssteigerung der Kassenordination, u. a. durch eine pädiatrische Lehrpraxis als Teil der Ausbildung.“ Er fordert eine entschlossene, nachhaltige politische Unterstützung für das Fach Kinder- und Jugendheilkunde. Ein attraktives Fach Die Pädiatrie gehöre nämlich zu jenen medizinischen Fächern, die junge Ärzt:innen besonders ansprechen, so Hauer: „Wer die Pädia- trie stärkt, stärkt die nächste Generation der Ärzteschaft.“ Wenn die Pädiatrie für junge Kolleg:innen attraktiv bleiben soll, brauche sie auch Entwicklungsperspektiven wie Spezialisierungen, ohne die eine moderne Kinder- und Jugendheilkunde nicht mehr denkbar ist. Die Anforderungen sind gewachsen, ebenso die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Allgemeinpädiatrie bleibt unverzichtbar, kann aber komplexe Fragestellungen nicht allein abdecken. Hauer verweist auf Bereiche, die in größeren Kinderabteilungen längst zum Alltag gehören: Neuropädiatrie etwa bei Entwicklungsstörungen, ADHS, Epilepsien oder seltenen Erkrankungen. Ebenso wichtig sind versorgungsrelevante Spezialisierungen wie pädiatrische Gastroenterologie, Kardiologie oder Pneumologie sowie hochspezialisierte Bereiche wie Neonatologie, pädiatrische Onkologie und Hämatologie. Spezialisierungen sind dabei nicht nur ein Qualitätsfaktor für die Versorgung, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Nachwuchsförderung. Wer junge Kolleg:innen für die Pädiatrie gewinnen und langfristig halten will, müsse ihnen fachliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Appell „Eine starke Pädiatrie ist ein Gewinn auf mehreren Ebenen: Sie stärkt die Attraktivität des Arztberufs, sichert die wohnortnahe Versorgung und investiert in die Gesundheit der nächsten Generation“, so die Fachärztin. Dafür brauche es vor allem drei Dinge: politische Wertschätzung, eine starke niedergelassene Versorgung und gezielte Förderung pädiatrischer Spezialisierungen. PÄDIATRIE Foto: Privat „Wir brauchen mehr statt weniger Planstellen am Land und das muss Hand in Hand gehen mit Maßnahmen zur deutlichen Attraktivitätssteigerung der Kassenordination, u. a. durch eine pädiatrische Lehrpraxis als Teil der Ausbildung.“ Hans Jürgen Dornbusch Obmann der FG Kinder- und Jugendheilkunde
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