bei der Pillen-Einnahme und in der Perimenopause. Wer an Schwangerschaftshochdruck leidet, hat auch später ein höheres Risiko. Ebenso steigt das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen nach der Menopause stark an. Noch eine Besonderheit: Frauen haben außerdem häufiger Erkrankungen der kleinen Herzkranzgefäße. „Die Veränderungen bei den kleinen Gefäßen – ANOCA, INOCA und MINOCA – sind neu ins Blickfeld gerückt.“ Zwischen 50 und 70 % der ANOCA/INOCABetroffenen sind Frauen, vor allem in der Postmenopause, da diese hormonellen Veränderungen die Vulnerabilität zu erhöhen scheinen. Therapie-Möglichkeiten Studiendaten berücksichtigen vor allem männliche Patienten, dennoch sieht Perl in der Therapie von Bluthochdruck wenige Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Der Lifestyle spielt bei dieser Erkrankung natürlich eine wesentliche Rolle. Gewichtsreduktion, gesunde Ernährung und Ausdauerbewegung werden grundlegend immer empfohlen. Bei der medikamentösen Therapie ist die Behandlungsempfehlung schon früh auf eine Kombinationsmedikation zu setzen. „Da zeigt sich ein guter Benefit, auch betreffend der Adhärenz“, so die Fachärztin. „Die renale Denervierung, die Verödung der Nierenarterie, steht ebenfalls als Methode für Bluthochdruckpatient:innen zur Verfügung. Über die Leiste wird das sympathische Nervensystem verödet. Dafür muss allerdings eine sekundäre Hypertonie ausgeschlossen sein“, nennt sie die Voraussetzung für den Eingriff. Stress-Belastung und Energydrinks Ein wesentlicher Punkt ist – gerade bei Frauen – die erhöhte Stressbelastung, die sich auf den Blutdruck auswirkt. Sabine Perl empfiehlt vor allem Frauen im mittleren Lebensalter autogenes Training für den Sympathikus. „Regelmäßige Entspannungsübungen und Auszeiten sind wichtig, um das ganze System zu beruhigen. Der Vagusnerv muss aktiviert werden, das wirkt sich auch positiv auf den Schlaf aus. Und gut zu schlafen ist einfach ein wesentlicher Faktor.“ Ein „no-go“ sind dafür Energydrinks, die in zweierlei Hinsicht negative Auswirkungen haben – einerseits wegen des hohen Zuckergehalts und andererseits wegen Inhaltsstoffen wie Taurin, die den Blutdruck heben. „Man muss sich bewusst machen, dass Energydrinks kein normales Getränk sind.“ Foto: M. Begsteiger, envato/micens BLUTHOCHDRUCK ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 21 „Frauen haben häufiger Erkrankungen der kleinen Herzkranzgefäße. Die Veränderungen bei den kleinen Gefäßen – ANOCA, INOCA und MINOCA – sind neu ins Blickfeld gerückt.“ Sabine Perl Kardiologin und Internistin
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