AERZTE Steiermark 07_08 2026

Frauen haben häufiger Erkrankungen der kleinen Herzkranzgefäße Warum Hypertonie oft lange unbemerkt bleibt, worauf es besonders bei Frauen zu achten gilt und wann Ärzt:innen bei Vorsorgeuntersuchungen hellhörig werden sollten, erklärt Kardiologin und Internistin Sabine Perl. Bluthochdruck gilt als „stiller Risikofaktor“. Hypertonie fällt oft lange nicht auf, denn „sie verursacht kaum Symptome. Es ist eine schleichende Erkrankung. Symptome treten häufig erst bei einer hypertensiven Krise mit Kopf- oder Thoraxschmerzen auf“, sagt Fachärztin Sabine Perl. In diesem Fall liegen die Werte oft auch über 200 – weit vom idealen Wert von 125 mmHg systolisch entfernt. „Aber auch wenn ein erhöhter Blutdruck vorher meist nicht wahrgenommen wird, weil er nur durch Messungen erkennbar ist, entstehen dennoch Schäden.“ Als Folgen stehen immer Myokardinfarkt, Insult und chronische Niereninsuffizienz im Raum. Messen und Konsequenzen ziehen Perl spricht daher davon, dass der Blutdruck stetig überprüft werden sollte: „Bei Männern erfolgt eine Messung bei der Stellung, bei Frauen leider oft erst, wenn ein Schwangerschaftshochdruck festgestellt wird. Deshalb kommt den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen eine so große Bedeutung zu.“ Und hier ist ihr eines besonders wichtig: „Die Blutdruckmessung ist Teil der Vorsorgeuntersuchung, aber es ist wesentlich, dass daraus wirklich immer die Konsequenzen gezogen werden. Man sollte es nicht mit der Aufregung beim Arztbesuch abtun, wenn die Werte erhöht sind. Jeder erhöhte Blutdruck muss abgeklärt werden. Der Goldstandard hierfür ist nach wie vor die 24-Stunden-Blutdruckmessung, alternativ können von den Patient:innen auch Selbstmessprotokolle geführt werden.“ Ab Werten von 140 zu 90 in der Arztmessung ist zumeist eine Therapie indiziert, aber entsprechend den aktuellen ESC-Guidelines muss bei Werten zwischen 120 und 139 mmHg systolisch ausführlich bezüglich weiterer Risikofaktoren gescreent werden und gegebenenfalls eine Therapie eingeleitet werden, so Sabine Perl. Hormonelle Veränderungen bei Frauen Besonders aufmerksam beim Thema Bluthochdruck sollte man bei Frauen sein, sagt die Kardiologin und Internistin. Hormonelle Veränderungen können immer auch mit Bluthochdruck einhergehen: etwa BLUTHOCHDRUCK 20 ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 Foto: envato/lucigerma

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