HITZE Schwitzen und neigen ohnehin dazu, zu wenig zu trinken. Dahingehend müsse im Sommer besonders beraten werden, ebenso wie älteren Patient:innen zu empfehlen, ihre Aktivitäten eher in die Tagesrandzeiten zu verlegen. Die Medikamenteneinnahme sollte in Hitzeperioden ebenfalls mit dem Hausarzt bzw. der Hausärztin gecheckt werden: „Bei Blutdruckmedikamenten kann es sein, dass man die Dosis senkt und auch bei entwässernden Medikamenten.“ Bei den Patient:innen Bewusstseinsbildung für die Auswirkungen der Hitze zu betreiben, hält Fichtinger für wesentlich. Schließlich zeigt laut der ÖÄK eine aktuelle Studie, dass mehr als die Hälfte aller Personen gar nicht wissen, dass sie hitzevulnerabel sind. „Cool-Down“ in der ZAM Während etwa im Straßenverkehr an Hitzetagen alle besonders leicht die Nerven verlieren, ist das in der Ambulanz kein großes Thema, sagt Fichtinger: „Durch die Klimaanlage hat man eher das Gefühl, dass die Menschen hier herinnen wieder runterkommen.“ Schwitzen in der Kinderklinik Abgesehen vom 2. Stock ist die Kinderklinik in Graz hingegen noch nicht klimatisiert. „Daher gibt es auch im Warteraum eine gewisse Hitzebelastung. Hier gilt wie für uns alle, regelmäßig Wasser trinken, mindestens 2 Liter pro Tag. In der Früh und am Abend wird gelüftet und in nicht-infektiösen Bereichen arbeiten wir mit Ventilatoren“, sagt Barbara Plecko, Leiterin der Klinischen Abteilung für Allgemeine Pädiatrie. Hitzeschlag selten In der Pädiatrie sind in den Hitzeperioden verstärkt Gastroenteritis, Babys mit Sonnenbrand, Insektenbisse und Allergien zu versorgen, Sommersmog ist für Asthma-Patient:innen ein Thema. „Hitzeschlag sehen wir selten, ebenso Dehydrierung. Die Eltern sind ganz gut auf der Hut, nur wenn Durchfallerkrankungen und Hitze zusammenfallen, kommt es eher dazu“, weiß Plecko. Wichtig bei Kindern ist es ohnehin, zu starke Hitzeexposition zu vermeiden, da sie im Verhältnis zum Körpergewicht eine größere Körperoberfläche haben und weniger schwitzen. UVSchutz 30 ist ab dem ersten Lebensjahr Pflicht, davor soll es keine direkte Sonnenexposition geben. Achtung bei Medikamenten „Aufpassen muss man auch, wenn Kinder vorübergehend Medikamente einnehmen – einzelne Antibiotika können zum Beispiel Photoreaktionen zur Folge haben, bei Topiramat und Neuroleptika kann es zu vermindertem Schwitzen kommen. Adrenalin ist sehr hitzeinstabil, Epi-Pens daher unbedingt in speziellen Kühlboxen oder zumindest in einer Thermoskanne transportieren und auch Diabetiker:innen müssen schauen, ob das Insulin, das sie mitführen, bei großer Hitze stabil bleibt“, gibt die Fachärztin wichtige Tipps. ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 13 „Aufpassen bei Medikamenten: Antibiotika können Photoreaktionen zur Folge haben, bei Topiramat und Neuroleptika kann es zu vermindertem Schwitzen kommen. Adrenalin ist sehr hitzeinstabil.“ Barbara Plecko Leiterin Klinische Abteilung für Allgemeine Pädiatrie Foto: Med Uni Graz, envato/yusufdemirci(2)
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