AERZTE Steiermark 06 2026

46 ÆRZTE Steiermark || 06|2026 Gegen Darmkrebs: Ordinationen für Pilotprojekt gesucht Darmkrebs zählt in Österreich nach wie vor zu den häufigsten Krebserkrankungen: Bei Männern ist er die dritthäufigste (nach Prostata- und Lungenkrebs), bei Frauen die zweithäufigste Krebserkrankung (nach Brustkrebs). Die Überlebenswahrscheinlichkeit von Patien:tinnen mit Darmkrebs steht in engem Zusammenhang mit dem Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen. Mittelfristiges Ziel ist es, in Österreich durch ein strukturiertes Screening die Mortalität bei Darmkrebs zu reduzieren, einen Zugewinn an gesunden Lebensjahren zu erreichen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Pilotprojekt startet in 3 Regionen Genau hier setzt ein neues Pilotprojekt für ein organisiertes Darmkrebs-Screening in der Steiermark an. Das Land Steiermark, die ÖGK und die Ärztekammer für Steiermark haben sich darauf verständigt, ab dem 2. Quartal 2026 stufenweise ein Screening-Programm umzusetzen und schrittweise weiter auszubauen. Die Empfehlungen des Nationalen ScreeningKomitees, der Qualitätsstandard Vorsorgekoloskopie sowie die Leitlinien der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie zum Darmkrebsscreening und der Nachsorge nach Polypektomie sind dabei zu berücksichtigen. Gestartet wird vorerst in 3 Regionen: in den Bezirken Weiz, Graz und Bruck-Mürzzuschlag. Für die niedergelassenen Ärzt:innen ist dieses Projekt von besonderer Bedeutung. Denn mit dem Screening-Programm wird auch der Bedarf an Vorsorgekoloskopien sowie an allfälligen Abklärungskoloskopien nach Testung auf Blut im Stuhl steigen. Die Kurie Niedergelassene Ärzte lädt interessierte Ordinationen ein, sich als Anbieter für Koloskopien im Rahmen des Pilotprojekts vormerken zu lassen, um diese wichtige Vorsorgeschiene auszubauen. Strukturierte Vorsorge „Dieses Pilotprojekt ist ein wichtiger Schritt hin zu einer strukturierten, qualitätsgesicherten Darmkrebsvorsorge in der Steiermark. Damit es gelingt, braucht es die Erfahrung und das Engagement der niedergelassenen Ärzt:innen“, betont Prof. Dietmar Bayer, Obmann der Kurie Niedergelassene Ärzte. Voraussetzungen Voraussetzung für die Teilnahme ist die Einhaltung definierter Qualitätsstandards. Abweichend von bzw. ergänzend zu den aktuell in der Steiermark geltenden Vorgaben der Honorarordnung betreffend kurative und VU-Koloskopien sind die Vorgaben des Qualitätszertifikats Darmkrebsvorsorge der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie einzuhalten, d. h. ein Qualitätszertifikat Darmkrebsvorsorge sollte vorliegen bzw. die Bereitschaft bestehen, innerhalb eines halben Jahres ab Projektteilnahme eine Zertifizierung durchzuführen. Zudem ist im Rahmen der Projektumsetzung der QualiFür ein organisiertes Darmkrebs-Screening müssen ausreichend qualitätsgesicherte Angebote im niedergelassenen Bereich zur Verfügung stehen. Die Kurie Niedergelassene Ärzte unterstützt das Pilotprojekt, das schrittweise ausgebaut werden soll. NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN & ÄRZTE Foto: istock/~UserGI15994093

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