ÆRZTE Steiermark || 03|2026 9 COVER Foto: Deutsche Gesellschaft für ME-CFS, Schiffer Akkordierung mit der Allgemeinmedizin einschließlich der strukturierten Ersteinschätzung implementieren soll. Außerdem wird diese Person dann die unmittelbare Ansprechperson für Patient:innen in der Versorgungsebene 2 sein.“ Abschließen will man die Suche noch im Quartal 1. Ansprechpartner:in und Netzwerker:in Finden will man jemanden mit einer einschlägigen fachlichen Qualifikation, der/die zudem auch bereit ist, sich in den nächsten Jahren genau dieser Personengruppe zu widmen, betont Smolle: „Neben der Fachkompetenz geht es außerdem darum, dass man die Fähigkeit besitzt, einerseits Netzwerke aufzubauen und andererseits dann auch in solchen Versorgungsnetzwerken aktiv zu sein.“ Auch wenn diese Ärztin bzw. dieser Arzt Ansprechpartner:in für die Patient:innen sein wird, werde es immer wieder Patient:innen geben, die wegen der Komplexität ihres Krankheitsbildes weitere Spezialexpertise brauchen würden, ist sich Smolle sicher: „Diese wird dann per Konsiliar- und Liaisondienst zugezogen.“ Aus diesem Grund ist im ersten Schritt auch die Versorgung durch „nur“ eine Person angedacht, „denn wir gehen davon aus, dass zwar viele andere Expertisen gebraucht werden, diese aber von den anderen Kliniken zur Verfügung gestellt werden können.“ Zentrale Anlaufstelle Für die Patient:innen sei es wesentlich, dass sie nicht im Kreis geschickt werden, sondern eine zentrale Anlaufstelle haben, die wiederum einschlägige Expert:innen hinzuzieht. Zugänglich sei diese Stelle nur über die Allgemeinmedizin und Primärversorgung, führt Smolle aus: „Viele Patient:innen werden ohnehin durch die Allgemeinmediziner:innen gut betreut werden können – nur wenn mehr nötig ist, erfolgt durch sie eine strukturierte Zuweisung an die Versorgungsebene 2.“ Wichtig ist dem Experten auch, dass von dieser zweiten Ebene eine Rücküberweisung der Patient:innen an die Versorgungsebene 1 erfolgen werde – aber eben mit einer zusammenfassenden Einschätzung und Empfehlung: „Wir wollen damit erreichen, dass sich die Allgemeinmediziner:innen nicht mit einem Wust einzelner Befunde konfrontiert sehen, sondern von der Expertisen-Ebene konkrete Behandlungsempfehlungen erhalten und diese umsetzen können“, erklärt er. Versorgungsebene 3 Die dritte Versorgungsebene laut Konzept ist schließlich ein interdisziplinäres spezialisiertes Netzwerk der Universitätskliniken, wobei stationäre Aufnahmen nur in Ausnahmefällen vorgesehen sind. Patient:innen mit besonders komplexem Krankheitsverlauf werden einer definierten „Für Patient:innen muss es in unserem Gesundheitssystem eine klare Orientierung und strukturierte Versorgungspfade geben – gerade Betroffene von Long Covid und ME/ CFS dürfen nicht im Kreis geschickt werden.“ Michael Sacherer Präsident Ärztekammer für Steiermark
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