14 ÆRZTE Steiermark || 03|2026 Foto: HANDBUCH ALKOHOL „Less is better“: Risikomengen bei Alkohol 1/4 CATRO Im kürzlich aktualisiert erschienen „Handbuch Alkohol“ (Band 3: Ausgewählte Themen) der Gesundheit Österreich GmbH findet sich ein neues Kapitel zu den Grenzmengen eines risikoarmen Alkoholkonsums. Ein kurzer Überblick. Foto: evnato/FabianMontano Auch wenn man immer wieder vom „gesunden Glaserl Rotwein“ hört oder liest, sind sich Fachleute einig, dass ein hoher Alkoholkonsum der Gesundheit schadet und man auch geringe Alkoholmengen nicht als gesundheitsförderlich darstellen sollte, selbst wenn einzelne Studien bei älteren Bevölkerungsgruppen auf einen gewissen protektiven Effekt hinweisen. Da bei uns der Konsum von Alkohol ohnehin stark kulturell verankert ist, er zudem intensiv kommerziell vermarktet wird, erscheine es sinnvoll, eine kritische Auseinandersetzung mit dem Alkoholkonsum und seinem Risiken zu fördern, betont man im Handbuch. Eine pauschale Dämonisierung von Alkohol birgt jedoch das Risiko, die Lebensrealitäten von Konsument:innen zu verkennen, womit die Warnungen an Glaubwürdigkeit verlieren. Folgende Empfehlungen werden im Handbuch abgeleitet (siehe Kapitel 4.2, Seite 101): • Personen, die regelmäßig größere Mengen Alkohol trinken, sollten sich selbstkritisch mit möglichen Abhängigkeits- symptomen auseinandersetzen und ihren Konsum deutlich reduzieren. Sie sollten keinesfalls mehr als 40 Gramm (Frauen) bzw. 60 Gramm (Männer) Reinalkohol pro Tag zu sich nehmen. • Personen, die regelmäßig und moderat Alkohol konsumieren, sollten darauf achten, ihre durchschnittliche Konsummenge unter 20 Gramm Alkohol pro Tag zu halten (grobe Orientierung: ein halber Liter Bier enthält ca. 20 Gramm Alkohol). Außerdem sollten auch regelmäßig konsumfreie Tage eingehalten werden, um das Risiko möglichst gering zu halten. • Personen, denen Abstinenz leichtfällt, tun ihrer Gesundheit etwas Gutes, wenn sie weitgehend auf Alkohol verzichten. Das bedeutet aber nicht, dass sie komplett abstinent leben müssen oder dass jeder Schluck Alkohol eine Gefahr darstellt. • Unabhängig davon gibt es Lebenssituationen (Schwangerschaft, bestimmte Erkrankungen, das Hantieren mit gefährlichen Maschinen etc.), in denen komplette Abstinenz zu fordern ist. Als sinnvolle allgemeine Konsumempfehlung für die breite Mehrheit der Alkoholkonsumierenden nennt man im Handbuch als Leitsatz: „less is better“. Zur Publikation: Wir suchen ab sofort für die Justizanstalt Graz-Jakomini einen Facharzt für Allgemeinmed./ Allgemeinmediziner (m/w/d) 10-38 Wochenstunden nur Tagdienste Mehr als nur ein Job www.jba.gv.at Details zum Stellenprofil
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjg3NzQ1MQ==