6 ÆRZTE Steiermark || 02|2026 BEREICH INTRA KONT A DEBATTE Martin Lux Vorsorge braucht Klarheit Vertrauen braucht es dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen und Entscheidungen vorausschauend vorbereiten. Ärztinnen und Ärzte wie auch Notarinnen und Notare begegnen Menschen oft in sensiblen Lebenssituationen – dabei geht es auch um Selbstbestimmung, Würde und Sicherheit. Gerade in solchen Momenten braucht es Orientierung und verlässliche Strukturen. Zentrale verbindende Elemente unserer beiden Berufsgruppen sind die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht. Sie stehen exemplarisch für einen präventiven Zugang, der Verantwortung nicht aufschiebt, sondern bewusst vorwegnimmt. Ärztinnen und Ärzte tragen im Ernstfall eine besondere Verantwortung: Sie müssen rasch entscheiden, medizinisch richtig handeln und zugleich den Willen der Patientinnen und Patienten respektieren. Liegt eine klare Patientenverfügung und/oder eine Vorsorgevollmacht, die auch eine Vollmacht für den medizinischen Bereich enthält vor, schafft das Sicherheit – für Betroffene ebenso wie für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Notarinnen und Notare sorgen dafür, dass dieser Wille rechtlich eindeutig formuliert, nachvollziehbar dokumentiert und dauerhaft abgesichert ist. Erst dieses Zusammenspiel macht Vorsorge wirksam und praktikabel. Es reduziert Unsicherheiten, entlastet Angehörige und verhindert Konflikte – medizinisch wie rechtlich. Dabei geht es nicht um Formalismus, sondern um Klarheit. Vorsorge schafft Struktur in Situationen, in denen schnelle und verantwortungsvolle Entscheidungen notwendig sind. Genau darin liegt ihr präventiver Wert – für Patientinnen und Patienten ebenso wie für jene, die sie begleiten und behandeln. Gemeinsam mit der Ärzteschaft tragen Notarinnen und Notare dazu bei, Selbstbestimmung zu sichern und Handlungssicherheit zu schaffen. Vorsorge ist ein Ausdruck von Weitsicht. Und genau diese Haltung verbindet Ärztinnen, Ärzte und Notarinnen, Notare in der Steiermark. Martin Lux Präsident der Notariatskammer Steiermark Gerhard Posch Mit der Gehaltsreform ist etwas Wichtiges gelungen Zweieinhalb Jahre intensive Verhandlungsarbeit, unzählige Gespräche mit unterschiedlichen Trägern, viele Stunden am Verhandlungstisch – all das hat sich ausgezahlt. Mit der Umsetzung der Gehaltsreform ist uns als Kurie Angestellte Ärzte etwas gelungen, das weit über eine reine Gehaltserhöhung hinausgeht: Wir haben für die angestellten Ärzt:innen in der Steiermark eine neue, gerechtere und zukunftsfähige Vergütungsstruktur etabliert – unabhängig vom jeweiligen Arbeitgeber. Diese Reform war ein großes Ziel. Und sie ist nun überall Realität. Heute profitieren Ärzt:innen in allen steirischen Spitälern von einem Gehaltsschema, das faire Bezahlung sicherstellt und ein starkes Zeichen der Wertschätzung gegenüber unserer Berufsgruppe ist. Dass dieses Modell rückwirkend mit 1.9.2023 in Kraft trat, war uns besonders wichtig – denn so konnten alle gleichzeitig profitieren, unabhängig davon, wann die formale Umsetzung im jeweiligen Haus erfolgte. Der Weg dorthin war herausfordernd – aber auch ein Beweis dafür, was eine starke Standesvertretung alles leisten kann. Nach dem erfolgreichen Start mit der KAGes folgten mit Beharrlichkeit weitere Etappen: die Med Uni Graz, die Barmherzigen Brüder, die Elisabethinen, das Diakonissen-Krankenhaus Schladming und das Marienkrankenhaus Vorau. Was die Reform konkret bedeutet? Eine jährliche automatische Valorisierung auf Basis eines deutlich höheren Grundgehalts. Wir wissen: Die Umsetzung fairer Bedingungen ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Mit der Gehaltsreform haben wir etwas Wichtiges für unsere Mitglieder erreicht, das laufend spürbar ist. Aber wir werden weiterhin konsequent arbeiten – im Interesse der angestellten Ärzt:innen in der Steiermark. Dr. Gerhard Posch Kurienobmann der Kurie Angestellte Ärzte Fotos: KANIZAJ photography, Furgler
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