NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Kassensystem attraktivieren Der einzige richtige Weg, um in diesem Zusammenhang Verbesserungen zu erzielen, sei es, das Kassensarztsystem attraktiver zu gestalten: „Es geht kein junger Arzt mehr das hohe finanzielle Risiko ein, eine Kassenordination aufzumachen, mit den derzeitigen Verträgen und dieser Honorierung. Dort muss man ansetzen“, betont der Obmann der Niedergelassenen Ärzte. Er fordert die Politik auf, zur Stärkung des kassenärztlichen Systems ganz klar bei der Finanzierung und besseren Rahmenbedingungen anzusetzen – und hier keine weitere Zeit zu verlieren. Die Kurie warnt ausdrücklich davor, die Probleme des Kassensystems auf dem Rücken der Wahlärzt:innen lösen zu wollen. Das sei fast wie ein Anschlag auf eine wichtige Säule in der Gesundheitsversorgung. Rechtlich absolut fragwürdig Und Dietmar Bayer ergänzt noch einen weiteren wesentlichen Aspekt: Der Ansatz der Verpflichtung von Wahlärzt:innen sei nicht nur grundlegend falsch, sondern außerdem auch rechtlich absolut fragwürdig: „Das ist ein massiver Eingriff in die freie Berufswahl. Da sieht man, dass die SPÖ offensichtlich nicht in der Lage ist, zwischen angestellter Arbeit und Freiberuflichkeit zu unterscheiden. Wahlärzt:innen sind keine angestellten Ärzt:innen.“ Der aktuelle Vorschlag der SPÖ gehe absolut daneben, doch einmal mehr betont der Vertreter der niedergelassenen Ärzt:innen, die Hand der Ärzteschaft sei ausgestreckt und man sei durchaus bereit, die Politik bei der Ideenfindung zu unterstützen. „Wir müssen die Evaluierungsphase intensiv nutzen, um Verbesserungen anzustoßen“, macht Alexander Moussa, Referent für medizinische Informatik, Telemedizin und e-Health der Ärztekammer für Steiermark, hinsichtlich der laufenden Pilotphase für die Diagnose-Codierung klar. Aus diesem Grund hat die Kurie Niedergelassene Ärzte die Fachgruppen bereits dazu aufgefordert, fachliche Rückmeldungen aus der jeweiligen Fachgruppe – also die aktuell vorliegenden administrativen und medizinischen Problemstellungen – zu sammeln. Außerdem wurde eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet: codierung@aekstmk.or.at Die Kurie wird dieses Feedback der niedergelassenen Ärzt:innen entsprechen kategorisieren. „Wie sind mit den Verantwortlichen in Kontakt und setzen uns intensiv dafür ein, dass diese Unzulänglichkeiten behoben werden, bevor die Verpflichtung schlagend wird“, so die Kurie. FAQs zur Diagnose-Codierung finden Sie unter: Foto: Schiffer „Nicht genügend, setzen. Das ist meine Antwort auf den Vorschlag zur Verpflichtung der Wahlärzt:innen.“ Dietmar Bayer Obmann der Kurie Niedergelassene Ärzte Brennpunkt Codierung ÆRZTE Steiermark || 02|2026 55
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