AERZTE Steiermark 02 2026

Foto: envato/Unai82 NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN & ÄRZTE Mit klaren Worten positioniert sich die Kurie der niedergelassenen Ärzt:innen gegen den jüngsten Vorschlag der SPÖ, Wahlärzt:innen künftig zu verpflichten, einen Teil ihrer Arbeitszeit für die Behandlung von Kassenpatient:innen aufzuwenden. „Nicht genügend, setzen. Das ist meine Antwort darauf“, sagt Kurienobmann Prof. Dietmar Bayer. Verpflichtende Arbeit zum Kassentarif Er reagiert damit auf Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ), die sich für mehr Solidarität im Gesundheitssektor und eine Stärkung der öffentlichen Angebote, um den wachsenden Privatsektor einzubremsen, ausgesprochen hatte. Laut eines Positionspapiers sollen Wahlärzt:innen künftig 10 bis 15 Prozent ihrer Kapazitäten für die Betreuung von Kassenpatient:innen aufwenden und das zum Kassentarif, hieß es weiter. Zu Beginn stelle man sich ein freiwilliges Modell vor, doch solle es zu einer „fairen Verpflichtung“ kommen, wenn trotz freiwilliger Modelle weiter Versorgungsengpässe bestehen würden. Für Bayer sind diese Aussagen und Pläne ein schwerer Angriff auf ein funktionierendes System. Wahlarztsystem: versorgungswirksamer Beitrag Kurienobmann Bayer betont, es sei „aberwitzig“ ein schlechtes System dadurch verbessern zu wollen, dass man ein gutes zerstört. Das Wahlarztsystem sei schließlich für viele Patient:innen ein unverzichtbarer Teil des österreichischen Gesundheitssystems, den man – gerade in Zeiten zunehmender Wartezeiten und überlasteter Kassenordinationen – anerkennen müsse. Es sei offensichtlich, dass Wahlärzt:innen einen wesentlichen und versorgungswirksamen Beitrag in unserem Gesundheitssystems leisten würden, auf den wir nicht verzichten können. Kurie stellt sich schützend vor bewährtes Wahlärzte-System Kurienobmann Dietmar Bayer kritisiert den SPÖ-Vorstoß, Wahlärzt:innen zur Arbeit im Kassensystem zu verpflichten, scharf. Stattdessen fordert er echte Reformen zur Attraktivierung: „Ein schlechtes System wird dadurch nicht besser, dass man ein gutes zerstört“. 54 ÆRZTE Steiermark || 02|2026

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