AERZTE Steiermark 02 2026

FORSCHUNG STEIERMARK Das „Austrian Comprehensive Cancer Network“, bestehend aus den Medizinischen Universitäten Wien, Graz und Innsbruck, und das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF) mit den 6 bayerischen Universitätskliniken starten eine gemeinsame Studie zur Erforschung neuer Therapien beim Urothelkarzinom, einer aggressiven Form von Blasenkrebs. Das Forschungsprojekt untersucht bestimmte Biomarker, um die Forschung schneller in die Behandlung von Patient:innen zu bringen. Dafür werden sowohl bereits vorhandene Daten als auch neue Informationen aus aktuellen Untersuchungen genutzt. Therapie hat sich verändert Die Therapie des muskelinvasiven und metastasierten Urothelkarzinoms hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Diese vergleichsweise häufige Erkrankung belastet die Betroffenen weiterhin stark und ist mit einem hohen Risiko verbunden, daran zu sterben. Ziel dieses Projektes ist es nun, ein wesentlich besseres Verständnis dafür zu erlangen, warum bestimmte Blasenkrebspatient:innen nicht vollständig auf moderne Chemo- und Immuntherapien ansprechen – und welche therapeutischen Alternativen für Betroffene mit schlechtem Ansprechen besser geeignet wären. Moderne, zielgerichtete Medikamente Dazu wird untersucht, welche therapieresistenten Tumorgruppen besondere Oberflächenmerkmale tragen, die als Angriffspunkte für sogenannte moderne AntikörperWirkstoff-Konjugate dienen können. Diese zielgerichteten Medikamente transportieren ihren Wirkstoff gezielt in Krebszellen und können dadurch deutlich besser wirksamer sein als herkömmliche Chemotherapien. Gemeinsame Daten- und Biobank Das Ziel der groß angelegten Kollaboration ist es, erstens zu verstehen, welche Patient:innen nicht gut von neuen Therapien profitieren und zweitens, welche neuen maßgeschneiderten Therapieoptionen besser helfen können. Die Ergebnisse werden maßgeblich beitragen, zukünftige klinische Studien vorzubereiten. Dafür wird eine gemeinsame Datenbank und Biobank aufgebaut, es werden wichtige genetische Veränderungen analysiert und den Tumoren werden verschiedene molekulare Subtypen zugeordnet. Außerdem wird geprüft, wie diese Merkmale mit dem Krankheitsverlauf zusammenhängen und es wird eine vom BZKF entwickelte pathologische Beurteilungsmethode genutzt, um den verbliebenen Tumor nach Therapie genau zu beurteilen. Ein starkes Zeichen für die europäische Zusammenarbeit in der Spitzenforschung – mit dem klaren Ziel, Patient:innen mit aggressivem Harnwegskrebs bessere und individuellere Behandlungsoptionen zu eröffnen, so die Forschenden. Austrian Comprehensive Cancer Network (ACCN) bündelt Ressourcen und Fachwissen der 3 österreichischen Comprehensive Cancer Center (CCC) in Wien, Graz und Innsbruck, um gemeinsam innovative Behandlungsansätze und Forschungsergebnisse für Krebspatient:innen zu erarbeiten. Forschung zu Blasenkrebs Foto: BZKF ÆRZTE Steiermark || 02|2026 43 Frisch publiziert Skull-stripping induces shortcut learning in MRI-based Alzheimer‘s disease classification INSIGHTS IMAGING. Tinauer, C; Sackl, M; Stollberger, R; Schmidt, R; Ropele, S; Langkammer, C. 2025; 16(1): 283 Doi: 10.1186/s13244-025-02158-4 [OPEN ACCESS] Forscher:innen der Grazer Medizinischen Universität publizieren regelmäßig in internationalen Journalen. Wir bringen jeden Monat aktuelle Beispiele.

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