AERZTE Steiermark 09 2026

INTRA KONT A 6 ÆRZTE Steiermark || 09|2026 DEBATTE Elisabeth Meixner Schule, die gut tut Mit dem Schulstart beginnt mehr als ein neues Unterrichtsjahr. Schule ist ein Ort des sozialen Miteinanders, vermittelt Wissen, hilft, Begabungen zu entdecken, und stärkt junge Menschen auf dem Weg zum gesunden und selbstbestimmten Leben. Gesundheitskompetenz ist deshalb als übergreifendes Thema in den Lehrplänen verankert. Dazu gehört, Gesundheitsinformationen zu verstehen und gute Entscheidungen zu treffen. Das reicht von ausgewogener Ernährung und Bewegung bis zum psychischen und sozialen Wohlbefinden. Auch über Smartphones und den Konsum digitaler Medien müssen wir offen sprechen. Digitalisierung ist kein Selbstzweck: Ein Bildschirm oder Display allein ist nicht pädagogisch wertvoll. Digitale Werkzeuge können den Unterricht bereichern. Wo jedoch Erreichbarkeit, Vergleichsdruck und Reizüberflutung Konzentration, Schlaf oder seelisches Gleichgewicht beeinträchtigen, braucht es klare Regeln, Medienkompetenz und Freiräume sowie eine bewusste Stärkung des analogen Miteinanders. Bewegung stärkt den Körper, die Konzentration und das Gemeinschaftsgefühl. Ebenso unverzichtbar sind musischkreative Fächer: Musik und kreatives Gestalten schaffen Ausdrucksräume, in denen es keine vorgefertigten Lösungen oder Multiple-Choice-Antworten gibt. Schule muss Talente erkennen und fördern und junge Menschen auf ihren eigenen Lebensweg vorbereiten. Zu guter Bildung gehört auch Herzensbildung: Empathie, Respekt, Verantwortung und ein fairer Umgang miteinander. Diese Fähigkeiten lassen sich nicht „herunterladen“, sondern sie wachsen in einer Schulkultur, in der jedes Kind gesehen, gefördert und gefordert wird. Unsere Schulärztinnen und Schulärzte leisten dazu einen unverzichtbaren Beitrag. Sie erkennen Auffälligkeiten, beraten vertraulich und bilden eine wichtige Schnittstelle zwischen jungen Menschen, Eltern, Schule und Gesundheitssystem. Gerade bei physischen und psychischen Belastungen ist ihre Arbeit besonders wertvoll. Gesunde Schule gelingt durch das Zusammenwirken von Pädagogik, Medizin, Schulpsychologie, Eltern und Unterstützungssystemen. Denn gute Bildung fragt nicht nur, was ein Kind weiß, sondern auch, wie es ihm geht und was es für ein gesundes Aufwachsen braucht. HRin Elisabeth Meixner, BEd Bildungsdirektorin Gerhard Posch In den Spitälern geht es (zu) heiß her Heiß her geht es in den steirischen Spitälern derzeit vor allem wegen der Temperaturen. Der heurige Sommer hat es gezeigt, dass der Klimawandel im Spitalsalltag angekommen ist. Er gefährdet die Patientensicherheit und belastet die Ärzt:innen körperlich und psychisch. Umso unverständlicher, dass die Dienstgeber dieses langfristige Thema noch immer nicht mit der nötigen Konsequenz behandeln. Ventilatoren und Lüftungsappelle reichen nicht. Unsere Spitäler müssen hitzeresistent werden, die Dienstgeber sind gefordert - nicht irgendwann, sondern jetzt. Heiß her geht es aber nicht nur bei den Temperaturen. Auch bei den unkontrollierten Patientenströmen wiederholt sich Jahr für Jahr dasselbe Bild. Überfüllte Ambulanzen im Herbst und im Winter sind vorhersehbar und werden trotzdem seit Jahren als unabänderlich hingenommen. Wer weiß, dass mit der Infektsaison der Druck auf das System steigt, muss daraus auch Konsequenzen ziehen: Patientenwege müssen sich verändern, nicht nur die Fallzahlen. Information, wie sie die Ärztekammer seit Jahren bietet, ist ein erster wichtiger Beitrag zur Gesundheitsbildung. Sie hilft jenen, die ihr Anliegen selbst einordnen können. Wo das nicht gelingt, braucht es den nächsten Schritt: die verbindliche Patientenlenkung. Der erste Weg für Patient:innen muss – abgesehen von Notfällen – in den niedergelassenen Bereich führen. Dafür allerdings müssen niedergelassener Bereich, Bereitschaftsdienste, Primärversorgungseinheiten und Spitäler als ein System gedacht werden, mit regional passenden statt pauschalen Lösungen – und tragfähigen Rahmenbedingungen für jene, die diese Versorgung tragen. Die Lehre aus beidem ist ähnlich: Gute Konzepte sind kein Ersatz für konsequente Umsetzung. Ob Hitzeschutz oder Patientenlenkung, am Ende zählt, was bei Patient:innen und Personal tatsächlich ankommt. Dr. Gerhard Posch Obmann der Kurie Angestellte Ärzte Fotos: Oliver Wolf, Furgler

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