ÆRZTE Steiermark || 09|2026 37 VORSORGE „Safe Hearts Allianz“ will Vorsorge neu aufstellen Österreich ist bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gut aufgestellt – bei der Prävention sehen führende medizinische Fachgesellschaften jedoch deutlichen Nachholbedarf. Mit der neuen „Safe Hearts Allianz“ wollen sie konkrete Reformen anstoßen. Hinter der Initiative „Safe Hearts Allianz“ stehen die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG), die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN), die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) und die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM). Gemeinsam haben sie ein Manifest erarbeitet, das einen evidenzbasierten Fahrplan zur besseren Vorbeugung von Herz-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen vorgibt. Vorsorgeuntersuchung modernisieren Die Allianz fordert: weg von reparativer Medizin hin zu wissenschaftlich orientierter Vorsorge. Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Vorsorgeuntersuchung. Diese wurde zuletzt 2005 überarbeitet und soll nach Ansicht der Allianz stärker an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden. Gefordert wird damit ein grundlegender Kurswechsel: Prävention soll früher ansetzen, Risiken gezielter erkennen und Erkrankungen möglichst verhindern, bevor eine aufwendige Behandlung notwendig wird. Harald Sourij, Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG), nennt als konkretes Beispiel die HbA1cBestimmung. Sie sollte seiner Ansicht nach fix in die Vorsorgeuntersuchung aufgenommen werden. Hintergrund ist, dass rund 3 % der erwachsenen Bevölkerung in Österreich einen unbekannten Diabetes mellitus aufweisen. Eine frühe Diagnose und konsequente Kontrolle von Risikofaktoren könnten dazu beitragen, spätere Komplikationen zu vermeiden. Empfehlungen folgen Innerhalb von drei Monaten will die „Safe Hearts Allianz“ eine gemeinsame evidenzbasierte Konsensusempfehlung sowie einen Leitfaden für die Evaluierung vorlegen. Die Forderungen gehen aber über medizinische Untersuchungen hinaus. Aus Sicht der vier Fachgesellschaften braucht es auch politische Rahmenbedingungen, die einen gesünderen Lebensstil erleichtern – etwa in den Bereichen Ernährung, Bewegung sowie Tabak- und Alkoholprävention. Das Ziel der Initiative ist klar: Vorsorge soll im österreichischen Gesundheitssystem einen höheren Stellenwert bekommen und stärker auf wissenschaftlich belegten Maßnahmen basieren. So sollen vermeidbare Erkrankungen und Todesfälle langfristig reduziert werden. Foto: envato/Prostock-studio
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