INTRA KONT A 6 ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 DEBATTE Peter Riedler Wer Spitzenmedizin will, braucht starke Universitäten Spitzenmedizin entsteht nicht erst im Operationssaal, in der Ambulanz oder in der Ordination. Sie beginnt oft Jahre zuvor in Laboren, Forschungsgruppen und Hörsälen. Dort werden die Grundlagen für jene Innovationen gelegt, die später vor allem Patientinnen und Patienten zugutekommen und auch wirtschaftlichen Erfolg bringen. Ärztinnen und Ärzte erleben täglich, wie sehr gute Medizin vom wissenschaftlichen Fortschritt abhängt. Dabei sind die Herausforderungen im Gesundheitswesen komplex. Sie reichen von personalisierter Medizin und Digitalisierung über den demografischen Wandel bis hin zu Fragen der Gesundheitskompetenz, Ethik und gesellschaftlichen Teilhabe. Neue Diagnose- und Therapieverfahren müssen verantwortungsvoll umgesetzt, rechtlich und wirtschaftlich gestaltet und vor allem von den Menschen angenommen werden. Deshalb entstehen Erfolge in den Life Sciences heute mehr denn je im Zusammenspiel unterschiedlicher Disziplinen. Und gerade hier liegt die besondere Stärke des Wissenschafts- und Forschungsstandorts Steiermark seit vielen Jahren. Die Universitäten des Landes arbeiten gemeinsam mit Forschungseinrichtungen und klinischen Partnern eng zusammen. Kooperationen wie BioTechMed-Graz, der Exzellenzcluster „MetAge“ oder das CORI Institute zeigen, wie wissenschaftliche Exzellenz durch Zusammenarbeit auf Augenhöhe entsteht. Solche Erfolge sind das Ergebnis langfristiger Partnerschaften, gegenseitigen Vertrauens und verlässlicher Rahmenbedingungen. Sie schaffen internationale Sichtbarkeit und einen unmittelbaren Mehrwert für Forschung, Innovation und Gesundheitsversorgung. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Mittel braucht es daher Weitsicht und Geschlossenheit, um erfolgreiche Strukturen weiterzuentwickeln und Bewährtes nachhaltig zu stärken. Wer Spitzenmedizin will, muss klug und langfristig in starke Universitäten, verlässliche Partnerschaften und interdisziplinäre wissenschaftliche Zusammenarbeit investieren. Dr. Peter Riedler Rektor der Universität Graz Gerhard Posch Plus von 3,3 %: Ein Erfolg, der weiterwirkt Gute Verhandlungsergebnisse erkennt man nicht nur am Tag des Abschlusses, sondern daran, dass sie auch Jahre später noch Wirkung zeigen. Genau das wird mit der nächsten Gehaltserhöhung ab 1. Juli 2026 sichtbar. Denn an diesem Tag tritt die Gehaltserhöhung in Kraft. 3,3 % mehr Gehalt sind ein erfreuliches und spürbares Plus – und zugleich ein starkes Zeichen dafür, wie wichtig unsere Verhandlungen zur Gehaltsreform von 2023 waren. Denn diese Reform hat nicht kurzfristige Verbesserungen gebracht, sondern für eine langfristige Aufwertung gesorgt. Die Reform hat ein neues Fundament geschaffen, auf dem die heutigen Valorisierungen deutlich stärker wirken. Was damals mit Konsequenz und Verhandlungsgeschick erreicht wurde, kommt den angestellten Ärzt:innen in der Steiermark nun erneut zugute. Gerade in einem Berufsalltag, der von hoher Verantwortung und steigender Belastung geprägt ist, sind attraktive Rahmenbedingungen entscheidend. Wir dürfen nicht vergessen: Die Ärzt:innen in den Spitälern halten dort Tag für Tag das System am Laufen. Wertschätzung zeigt sich auch in Strukturen – und dazu gehört eine angemessene Gehaltsentwicklung. Nichtsdestotrotz werden wir mit voller Kraft weiter an sichtbaren und spürbaren Verbesserungen für die angestellten Ärzt:innen arbeiten: Etwa das Thema der nachhaltigen Patientenlenkung ist essenziell, um den Druck von den Spitalsärzt:innen zu nehmen. Die aktuelle Erhöhung ist ein sichtbares Ergebnis konsequenter und nachhaltiger Interessenvertretung und ein positives Signal an alle angestellten Ärzt:innen: Ihre Arbeit zählt. Ihre Leistung wird gesehen. Und die Gehaltsreform wirkt. Dr. Gerhard Posch Obmann der Kurie Angestellte Ärzte Fotos: Uni Graz/Thomas Luef, Furgler
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