ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 41 Studie: Sport und Krebstherapie Die Studie an der Med Uni Graz rückt die immunstimulierende Wirkung von Sport in den Fokus: Elisabeth Taucher untersucht, wie sich Ausdauersport auf die Therapie von Lungenkrebs auswirkt. Lungenkrebs ist bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste Krebstodesursache. In Österreich sterben jährlich knapp 4.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung. Die derzeitige Datenlage weist klar darauf hin, dass die körpereigene Immunantwort gegen den Tumor durch richtig dosierte körperliche Belastung optimiert wird. So wurde eine begleitende Trainingstherapie bereits in anderen Ländern als routinemäßige Ergänzung der Krebstherapie etabliert – in Österreich sind die positiven Effekte von Sport bei einer diagnostizierten Krebserkrankung allerdings noch wenig bekannt. Elisabeth Taucher von der Klinischen Abteilung für Pulmonologie untersucht nun mit ihrem Team, wie sich die Stimulation des Immunsystems durch körperliches Training auf dem Fahrradergometer auf den Verlauf der Tumorerkrankung auswirkt. Zytokin-Werte im Blut „Tumorzellen werden durch das körpereigene Immunsystem bekämpft. Jedoch entwickeln Tumorzellen Mechanismen, diesem Angriff durch die körpereigene Immunantwort zu entgehen. Sport und Training haben nachweislich einen stimulierenden Effekt auf das Immunsystem; beispielsweise kommt es nach einer körperlichen Belastung zu messbaren Anstiegen der Zytokin-Werte im Blut“, erklärt Elisabeth Taucher den Mechanismus, den die Studie untersucht. „Mit diesem Projekt erforschen wir den Effekt einer medizinisch und sportwissenschaftlich begleiteten 12-wöchigen Trainingstherapie bei Patient:innen, die an Lungenkrebs leiden. Daten aus der Literatur zeigen klar, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, durch regelmäßiges Ausdauertraining deutlich reduziert wird. Für gewisse Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs gibt es auch schon deutliche Hinweise, dass der Krankheitsverlauf durch körperliches Training positiv beeinflusst wird“, führt die Forscherin weiter fort. Ziel der Studie „Vor einigen Jahrzehnten hieß es, dass man nach einem Herzinfarkt körperlich nicht mehr belastet werden darf. Heute ist es ganz normal, dass nach einem Herzinfarkt in einer kardiologischen RehaEinrichtung Sport betrieben wird – dies wirkt sich sogar positiv aus und ist auf keinen Fall gefährlich, wenn im richtigen Maße betrieben.“ Eine ähnliche Erkenntnis erhofft man sich nun auch beim Lungenkrebs. WOHLFAHRTSFONDS Foto: Med Uni Graz FORSCHUNG STEIERMARK Elisabeth Taucher Frisch publiziert Effects of Intermittent Fasting-Mimicking Diet on Pancreatic Islet Plasticity: Immunohistochemical, Ultrastructural, and Metabolic Profiles. Harer, CM; Boulgaropoulos, B; Ehall, B; Bogensperger, L; Bounab, K; Pernitsch, D; Franz, J; Herbsthofer, L; Kotzbeck, P; Krstic, J; Prokesch, A; Prietl, B; Kolb, D; Pieber, TR. FASEB J. 2026; 40(9):e71858 Doi: 10.1096/fj.202504830RR [OPEN ACCESS] Forscher:innen der Grazer Medizinischen Universität publizieren regelmäßig in internationalen Journalen. Wir bringen jeden Monat aktuelle Beispiele.
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