AERZTE Steiermark 07_08 2026

BEREICH 26 ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 AHF „Gesundheitssystem muss bedarfsgerechter werden“ Der Schweizer Spitalsexperte Daniel Walker zog beim „Austrian Health Forum“ (AHF) 2026 in Schladming Vergleiche zwischen dem Gesundheitssysteme in Österreich und jenem in der Schweiz. Beim Austrian Health Forum (AHF) 2026 in Schladming wurden die Gesundheitsreform sowie Lösungen für die drängendsten strukturellen und finanziellen Probleme diskutiert. Der Schweizer Spitalsexperte Daniel Walker trat dabei mit einer provokanten These auf: „Österreich hat zu viele Spitalsbetten und zu viele Ärztinnen und Ärzte.“ In Österreich gebe es 670 Spitalsbetten pro 100.000 Einwohner, in der Schweiz aber nur 440 – und dennoch sei die Wahrscheinlichkeit, in der Schweiz gesund zu altern, deutlich höher als in Österreich. Zu lange krank im Alter „Wenn ich an ein Kleinkind denke, dann will ich, dass es auch in 90 Jahren noch möglichst gesund sein soll. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt in der Schweiz bei 40 %, in Österreich aber nur bei 34 %. Die Bevölkerung in Österreich ist im Alter zu lange krank“, so Walker. Das liege am Lebensstil. Fokussiert auf Akutmedizin Daniel Walker begleitet als Berater Transformationsprozesse im Gesundheitswesen und gibt seine Expertise auch als Dozent und Buchautor weiter. Seine „Diagnose“: Österreich könne stolz sein auf eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, und auch die Ärzt:innen machten einen sehr guten Job, aber: „Österreich fokussiert zu sehr auf Akutmedizin im Krankenhaus, die ist am teuersten, dabei brauchen die Patienten das oft gar nicht. Es ist nicht gut, einen alten Menschen lange in ein Spitalsbett zu legen“, so Walker. Nicht bedarfsgerecht genug Sein Plädoyer in der Keynote beim AHF-Schladming 2026: „Die Patientin und der Patient müssen bekommen, was sie oder er jetzt braucht, und zwar genau das und nichts anderes. Das System ist nicht bedarfsgerecht genug, für diese Ineffizienz bezahlt am Ende die Bevölkerung. Zu viele Interessen und zu viele Player kämpfen um den Euro; setzt man die alle in ein Boot, verändert sich das System. Aber die Alternativen muss man entwickeln und erklären. Es ist ein Lernprozess für alle.“ Foto: AHF Klaus Ranger

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