AERZTE Steiermark 07_08 2026

COVER 10 ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 unterschätzt, was wir machen. Wir arbeiten zum Beispiel an Kollaborationen zwischen den Universitäten, um Prozesse zusammenzuziehen oder dass wir gemeinsam eine Einheit haben, die sich um Ausgründungen und Spin-offs kümmert und nicht jeder parallel ein System aufbaut. Welche Themen und Projekte werden die Med Uni Graz im kommenden Studienjahr darüber hinaus beschäftigen? Wir sind dabei, ein komplett neues Curriculum zu entwickeln, das im Herbst 2027 in Kraft treten wird und wir beginnen in diesem Herbst mit dem neuen Psychotherapiestudium gemeinsam mit der Uni Graz. In der Forschung sind wir dabei, Leuchttürme zu fixieren, auch die digitale Transformation ist ein Riesenthema für uns, an dem wir aktiv für mehr Effizienz arbeiten. Was werden die größten Veränderungen im neuen Curriculum sein? Wir nennen es ein Z-Curriculum, bei dem wir mit der Vorklinik beginnen, aber die Studierenden schon sehr viel früher in die klinischen Fächer, in die Patientenversorgung einbinden. Dadurch verbinden wir die beiden Bereiche in den beiden Studienabschnitten besser miteinander. Andere Universitäten haben daran auch bereits Interesse. Wenn Sie einen Appell an die Bundesregierung richten würden, welcher wäre das? Ich bitte darum, sich das Hochschulsystem in Österreich gesamthaft anzuschauen. Dass Österreich 77 Hochschulen hat, ist wahrlich übertrieben. Auch würde ich bitten, einige Gesetze anzupassen, um die Flexibilität der Universitäten zu erhöhen. Das will man aber wahrscheinlich nicht machen, weil das keine kurzfristigen Lösungen, sondern eher langfristige Prozesse sind, die unpopulär sein können. Was mir so sehr am Herzen liegt, ist die akademische Freiheit. Und die finde ich damit gefährdet. Das habe ich gesagt, als Trump kam und Stellen in der Forschung gestrichen hat. Jetzt bewegen wir uns in die gleiche Richtung. Die akademische Freiheit ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie. Es geht nicht nur um das Geld, das wir nicht bekommen, es geht um die Richtung die Österreich einschlägt und um die Gesinnung. Foto: Schiffer

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