Teilzeitkräften in kürzerer Zeit bewältigt werden – oder es müssen ohnehin wieder Überstunden geleistet werden, was die Idee der Teilzeit ad absurdum führt. Viele Teilzeitarbeitende berichten, dass sie trotz reduziertem Beschäftigungsausmaß regelmäßig länger bleiben, um den Arbeitsanfall zu bewältigen. Teilzeit bedeutet in der Praxis und vor dem Hintergrund des allgemeinen Personalmangels also oft: weniger vertragliche Stunden, aber nicht weniger Verantwortung. Problematisch ist auch die Wahrnehmung von Teilzeit im beruflichen Umfeld. Viele Befragte empfinden Teilzeitarbeit als stigmatisiert. Wer reduziert arbeitet, wird mitunter als „nicht vollwertig“ oder „faul“ bzw. als nicht karriereorientiert angesehen. Diese Haltung hat konkrete Folgen: Bei Dienstplänen, Fortbildungen, Ausbildungen und Aufstiegsmöglichkeiten fühlen sich Teilzeitkräfte benachteiligt. Faire Rahmenbedingungen Doch Teilzeit darf nicht zur beruflichen Sackgasse werden, warnt Kurienobmann Gerhard Posch. Schließlich werden die Fachkräfte langfristig dringend benötigt. „Die Umfrage macht deutlich: Die Diskussion über Teilzeitarbeit im ärztlichen Beruf muss differenzierter geführt werden. Es geht um Vereinbarkeit und faire Rahmenbedingungen. Wer Teilzeit im Spital ernst nimmt, muss Dienstplanung, Ausbildung und Karrierewege neu denken.“ ANGESTELLTE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE ÆRZTE Steiermark || 06|2026 39 Fotos: Furgler, envato/luismanuelm „Teilzeitarbeit ist längst gesellschaftliche Realität. Es wird Zeit, dass sich auch die Dienstgeber an die Gegebenheiten anpassen.“ Gerhard Posch Obmann der Kurie Angestellte Ärzte
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