ÆRZTE Steiermark || 06|2026 23 Auf Augenhöhe begegnen Er gehört nicht zu jenen, die schon immer wussten, dass sie Arzt werden wollen, dennoch war ihm der Beruf quasi in die Wiege gelegt. „Ich stamme aus einer Ärztefamilie, sogar meine Urgroßmutter war bereits Zahnärztin.“ Erste Praktika auf einer plastischchirurgischen Abteilung haben Florian Ensat später sofort für sein Fach eingenommen. „Meine Ausbildung begann zunächst mit rekonstruktiver Chirurgie, das hat mich sofort fasziniert“, erinnert er sich. Erst später kamen die ästhetischen Eingriffe dazu. Jungen Kolleg:innen rät er: „Schaut euch viele Abteilungen an, bevor ihr euch für ein Fach entscheidet.“ Was ihn an seinem Fach bis heute begeistert, ist das abwechslungsreiche Spektrum – praktisch von Kopf bis Fuß. „Man kann mit seiner Arbeit die Lebensqualität der Patien:innen massiv steigern“, betont er. Für Menschen, die einen großen Leidensdruck haben – etwa nach massiven Gewichtsabnahmen – kann ein Eingriff lebensverändernd sein. In eigener Hand Seine erste Praxis eröffnete Ensat parallel zur Krankenhausarbeit in Salzburg. Aus familiären Gründen folgte schließlich der Umzug nach Graz. An der Arbeit als niedergelassener Arzt schätzt er vor allem, „dass man sich aussuchen kann, was man macht und wann man es macht.“ Natürlich bringt die eigene Ordination aber auch eine große Verantwortung. Damit ist nicht nur die Führung eines eigenen Unternehmens gemeint, „sondern vor allem die Betreuung der Patient:innen. Daher bin ich immer auf Abruf – Tag und Nacht – das ist der Nachteil“, gibt er zu bedenken. Trotzdem überwiegt klar das Positive: „Wenn man in seiner Ordination anbietet, was man gut und gerne macht, ist es das schönste Arbeiten – man ist keinen Zwängen unterworfen.“ Auf Augenhöhe Jungen Ärzt:innen, die über eine Ordinationseröffnung nachdenken, rät er behutsam zu starten, etwa durch Mitarbeit in einer Praxis, und gibt zu bedenken, dass nicht alle für die Selbständigkeit gemacht seien. Manche Ärzt:innen bräuchten mehr Austausch, in der eigenen Ordination sei man oft Einzelkämpfer:in. Dem Facharzt selbst liegt die Rolle offenbar: Bereits neunmal in Folge wurde er zum beliebtesten plastischen Chirurgen der Steiermark gewählt. Ausschlaggebend dafür seien seiner Meinung nach zwei Dinge: „Man muss ein guter Arzt sein und nett und ehrlich zu den Patient:innen.“ Dazu gehört für ihn, auch einmal einen Eingriff abzulehnen, wenn er ihn als nicht sinnvoll erachtet. Dadurch verliere man zwar kurzfristig Patient:innen, so Ensat, gewinne aber Vertrauen und durch entsprechende Mundpropaganda neue Patient:innen. „Profitgier ist im Umgang mit Patient:innen jedenfalls fehl am Platz.“ Entscheidend sei, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen – fachlich klar, ehrlich und verantwortungsvoll. „Um erfolgreich zu sein braucht es zwei Dinge: Man muss ein guter Arzt bzw. eine gute Ärztin sein und nett und ehrlich zu den Patient:innen.“ Florian Ensat, Facharzt für Plastische, Ästhetische & Rekonstruktive Chirurgie GERNE ARZT IN DER STEIERMARK Was Florian Ensat an der plastischen Chirurgie fasziniert, welche Herausforderungen und Chancen eine eigene Praxis bietet und warum es lohnend sein kann, auch mal Patient:innen abzuweisen, verriet er im Gespräch. GERNE ÄRZTIN/ARZT IN DER STEIERMARK Foto: Monika Fellner Florian Ensat
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