NEWS AKUT Thema RSV: Eine Frage der Weitsicht Österreich wird älter – und damit wächst auch die Verantwortung, Prävention stärker in den Fokus zu rücken. Schon heute ist jede fünfte Person über 65, bis 2040 wird es mehr als ein Viertel der Bevölkerung sein. Mit dem Alter steigen Infektanfälligkeit, Komplikationsrisiken und die Belastung für das Gesundheitssystem. RSV ist dabei längst kein „Kindererreger“ mehr. Jährlich kommt es hierzulande zu rund 3.000 Krankenhausaufenthalten und 250 bis 500 Todesfällen bei älteren Menschen. Hinzu kommen mögliche kardiovaskuläre Folgeereignisse und Verschlechterungen chronischer Erkrankungen – eine Krankheitslast, die häufig unterschätzt wird. Gleichzeitig zeigen die kostenfreien Impfangebote gegen Pneumokokken und Gürtelrose: Wird Prävention niederschwellig angeboten, wird sie auch angenommen. Genau hier liegt der Schlüssel. Eine Aufnahme der RSVImpfung ins öffentliche Erwachsenenimpfprogramm würde nicht nur schwere Verläufe verhindern, sondern auch Krankenhausaufenthalte, Pflegebedürftigkeit und Folgekosten reduzieren. Prävention ist dabei nicht nur eine medizinische, sondern auch eine gesellschaftliche Investition. Wer länger gesund bleibt, bleibt selbstständig, mobil – und oft auch länger im Berufsleben. GGZ Graz erweitert neurologisches Angebot KAGes: Neue Schnittstelle für Datenaustausch Die Albert Schweitzer Klinik der Geriatrischen Gesundheitszentren (GGZ) richtet ihr bisheriges Wachkomadepartment neu aus und bündelt die Versorgung im Department „Spezielle Neurologie“. Künftig werden dort neben Patient:innen mit schweren Bewusstseinsstörungen auch Menschen mit komplexen neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfällen, ALS, Locked-In-Syndrom, atypischen Parkinsonsyndromen oder entzündlichen Erkrankungen des Gehirns betreut. Das multiprofessionelle Team arbeitet in zwei spezialisierten Bereichen und ermöglicht eine bedarfsgerechte, flexible Versorgung. Aufnahmen erfolgen je nach Indikation aus Intensivstationen, Akutkrankenhäusern oder Rehabilitationseinrichtungen, aber auch Pflegeheimen oder dem häuslichen Umfeld. „Mit dem neuen Department „Spezielle Neurologie“ leisten wir einen Beitrag zur optimierten Versorgung von Menschen mit komplexen neurologischen Erkrankungen“, betont Gerald Pichler, Leiter der Abteilung Neurologie an der Albert Schweitzer Klinik. Ziel ist eine individuell abgestimmte Betreuung mit spezialisierter neurologischer Expertise unter einem Dach. Die KAGes hat als erster österreichischer Krankenanstaltenträger eine direkte, datenschutzkonforme Schnittstelle zwischen Krankenhaussoftware und Sozialversicherungen umgesetzt. Über das neue, intern entwickelte „Kommunikationscockpit“ können Anträge – etwa für Heilnahrung oder Reha – schnell und ohne zusätzliche Anmeldung sowie datenschutzsicher übermittelt werden. Die Lösung ist seit Ende Jänner in allen KAGes-Spitälern im Einsatz und vereinfacht den Arbeitsalltag. Künftig soll das Gesundheitspartner-Interface als österreichweiter Standard dienen. ZITAT „Alkoholmissbrauch wird zunehmend als eine maladaptive Form der Affektregulation verstanden. Insgesamt wiesen 21 % der Teilnehmenden ein positives Screening-Ergebnis für Alkoholmissbrauch auf.“ Marina Zeldovich, Fakultät für Psychotherapiewissenschaft der Sigmund Freud Universität Wien Quelle: APA Foto: GGZ ÆRZTE Steiermark || 03|2026 37
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