Der ganz normale Praxiswahnsinn PRAKTISCH TÄGLICH Von Ulrike Stelzl The Circle of Life Gerade bin ich über Elton John gestolpert, das heißt über eine uralte CD mit der Filmmusik von „Lion King“. Und war plötzlich gefesselt. Nicht von den entzückend gezeichneten Disney-Viechern, sondern von einem Satz „in the Circle of Life“ ….“You should never take more than you give“ Wow. So banal. Und sowas von weise. Und sowas von out, wie es scheint. Ich bezweifle, dass daraus heutzutage noch ein Hit werden könnte. Ganz im Gegenteil. Wenn man von ein paar „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“-Ansätzen absieht, scheint die Aufforderung mittlerweile eine ganz andere geworden zu sein. „Nimm, was du kriegen kannst, egal von wem und schau im Gegenzug vor allem gut auf Dich selbst.“ Etwas zurückgeben wird zur Zumutung. Eine Balance von Geben und Nehmen zu finden, ist nicht mehr nötig. Wie eine Gesellschaft auf Dauer überleben soll ohne dieses Gleichgewicht, werden wir ja noch herausfinden. In Bereich Medizin diskutieren wir schon darüber, weil das Gleichgewicht längst gekippt ist. Gratis-Schulausbildung und Gratis-Studium sind uns glücklicherweise zur Selbstverständlichkeit geworden. Dass diese Dinge aber nicht kostenfrei geboten werden, soweit wird nicht gedacht. Wir alle zahlen – und das gar nicht wenig – für jeden einzelnen Studenten. Warum ist es dann unmoralisch oder, wie ich gelesen habe, sogar menschenunwürdig als Gesellschaft etwas dafür zurückbekommen zu wollen? Zum Beispiel in Form von 5 oder 7 Arbeitsjahren in öffentlichen Spitälern oder Kassenpraxen. Die Ausbildungszeiten nicht mitgerechnet! Sondern als vollwertiger Arzt oder Ärztin im öffentlichen Gesundheitswesen. In einem Gesundheitswesen, das nicht nur aus Privatversicherten besteht, sondern in dem auch die ehemalige Küchenhilfe mit Mindestpension Zugang zu erstklassiger medizinischer Versorgung haben sollte. Und dann ist da noch ein anderer Aspekt in diesen Arbeitsjahren. Sie wären eine Bereicherung für all diejenigen, die jetzt glauben, dass so eine Zeit unfair wäre. Sie würden unglaublich viel lernen, sich entwickeln und ihre Stärken kultivieren können. Lernen in der Medizin besteht meiner Meinung nach nicht nur darin, die richtigen Kreuzerln beim Multiple-ChoiceTest setzen zu können. Lernen in der Medizin geschieht durch Übung, Erfahrung, mit ausreichend hohen Fallzahlen, und ist eine Mischung aus Verinnerlichung von Guidelines und der Entwicklung eines Bauchgefühls. Alle würden profitieren. Keiner wird ausgenutzt. Geben und Nehmen wäre im Gleichgewicht. In the cirle of life. Dr. Ulrike Stelzl ist niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin. Mehr von ihr gibt es im Buch „Hallo Doc! 2 Der ganz normale Praxiswahnsinn“ (erhältlich bei Amazon) Abwesenheitsmeldungen bei Ordinationsschließung (Urlaub, Krankheit etc.) – via Ärztekammer-Homepage Abwesenheitsmeldungen können einfach und unbürokratisch über unsere Homepage erfolgen. • Bitte loggen Sie sich auf www.aekstmk.or.at in den internen Bereich ein. • Sie finden unter der Rubrik „Niederlassung“ – „Allgemeines“ den Button „Abwesenheiten verwalten“. • Sobald Sie Ihre Eintragung auf der Homepage vorgenommen haben, wird die Meldung an die Ärztekammer und an die Österreichische Gesundheits- kasse durchgeführt. • Alle Abwesenheits- und Vertretungsmeldungen werden in der Ärztinnen- und Ärztesuche (www.aekstmk.or.at/46) sowie auf www.styriamed.net (bei styriamed.net-Mitgliedern) veröffentlicht und an das Rote Kreuz weitergeleitet (zur Auskunftserteilung durch das Gesundheitstelefon 1450 sowie zur Veröffentlichung auf der Website www.ordinationen.st). Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: Informations- und Mitgliederservice Tel. 0316-8044-0 Kassenvertragsärzt:innen müssen Abwesenheiten laut Kassenvertrag bzw. Honorarordnung melden. Eine Bekanntgabe der Abwesenheiten im Internet auf der Website der Ärztekammer ist im Sinne des Patient:innenservice nötig und sinnvoll. Foto: Furgler, envato/Espectrograma NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE ÆRZTE Steiermark || 02|2026 61
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjg3NzQ1MQ==