Das war der Österreichische Impftag 2026 Andrea Grisold von der Med Uni Graz, Leiterin des Bereichs Klinische Mikrobiologie, Krankenhaushygiene und Impfungen, fasst die zentralen Inhalte und Themenschwerpunkte des „Österreichischen Impftags 2026“, der am 17. Jänner in Wien stattfand, zusammen. ANDREA GRISOLD In ihrer Eröffnung betonte Ursula Wiedermann-Schmidt, wissenschaftliche Leiterin des Impftages, die Bedeutung evidenzbasierter Impfmedizin in einer Zeit anhaltender Impfskepsis. Ziel sei es, Ärzt:innen fundierte Argumente, aktuelle Daten und praktische Werkzeuge für den klinischen Alltag an die Hand zu geben. Den Auftakt bildete dann Prof. Noni MacDonald (Kanada) mit einem Überblick zu Impfakzeptanz und Impfskepsis. Sie hob hervor, dass es nicht um einen statischen Zustand gehe, sondern es sich um ein komplexes Zusammenspiel aus Vertrauen, Information, Zugänglichkeit und gesellschaftlichem wie politischem Diskurs handle. Medizinjournalist Köksal Baltaci ergänzte, dass Kongresse wie der Impftag vor allem diejenigen erreichen, die Impfungen ohnehin positiv gegenüberstehen, dass es aber zentral sei, auch schwer erreichbare Gruppen anzusprechen. Ein möglicher Zugang, um impfzögerlicher Personen zu erreichen, ist die Darstellung des Nutzens von Impfungen. Denn bei vielen Erkrankungen belastet nicht nur die akute Infektion, sondern auch postinfektiöse Komplikationen wie ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko. Monika Redlberger-Fritz machte deutlich, dass Impfungen weit über die reine Krankheitsprävention hinausgehen: Neben individuellem Schutz und Herdenschutz zeigen Studien positive Effekte auf Krebsprävention, kardiovaskuläre Gesundheit und gesundes Altern, was die Lebensqualität und -erwartung erhöht und das Gesundheitssystem entlastet. Verlust Masern- Eliminationsstatus Zu den „alten Bekannten“ unter den impfpräventablen Erkrankungen berichtete Lukas Weseslindtner von der Virologie Wien über die Masern-Situation in Österreich. Er zeichnete ein ernüchterndes Bild: Im europäischen Vergleich liegt Österreich seit Jahren an der Spitze der Maserninzidenz, 2023 belegte man den unrühmlichen 2., 2024 den 3. Platz. Auch für 2026 wurden bereits erste Masernfälle gemeldet. Ursachen sind zum einen Importfälle, vor allem aber Immunitätslücken in der Bevölkerung ab den Jahrgängen 1985. Die klinische Relevanz ist hoch: Über 20 % der Erkrankten mussten stationär behandelt werden. Aufgrund der hohen Fallzahlen verlor Österreich 2025 den von der WHO 2018 verliehenen Masern-Eliminationsstatus. Hepatitis A: Europäischer Multi-Country-Ausbruch Vor allem in Ländern wie Südostasien oder Indien stellt Foto: Österreichische Akademie der Ärzte / Krisztian Juhasz IMPFEN 26 ÆRZTE Steiermark || 02|2026
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