AERZTE Steiermark 07_08 2026

30 ÆRZTE Steiermark || 07_08|2026 GEBRENRE IACRHZT Foto: Privat Kardiologie am Puls der Zeit Dass er Medizin studieren würde, war für Ivan Vosko früh klar: Der menschliche Körper hat ihn schon in der Schule fasziniert. Zur Kardiologie fand er dann über seine Famulaturen – und blieb ihr treu. „Sie ist sehr vielseitig, es gibt wahnsinnig viele Möglichkeiten sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie“, erklärt er. Sein Wissen vertiefte er in Schweden und den USA, bevor er an der Med Uni Graz heimisch wurde. Enorm vielseitiges Fach Was ihn am Arbeiten an einer Universitätsklinik bis heute begeistert, ist die Kombination aus Komplexität und Möglichkeiten: „Die Basisversorgung ist überall ähnlich – was die Uniklinik besonders macht, sind neueste Diagnosemethoden, hochspezialisierte Expert:innen und Therapieangebote, die anderswo oft nicht verfügbar sind.“ Dazu kommen Forschung und Lehre – für ihn unverzichtbare Bestandteile eines erfüllten Berufslebens. Wissen alleine nicht genug Obwohl für Vosko die eigene Ausbildung noch nicht allzu lange zurückliegt, ist er auch in der Lehre von Medizinstudierenden tätig und möchte diesen vor allem mehr als nur reine Fakten vermitteln. „Es ist wichtig, Wissen umsetzbar zu machen und differenzialdiagnostisches Denken zu fördern.“ Besonders am Herzen liegt ihm auch die Einbindung der Patient:innen in Therapieentscheidungen: „Eine Therapie sollte eine gemeinsame Entscheidung sein – auch wenn viele Patient:innen der ärztlichen Entscheidung grundsätzlich vertrauen, ist es dennoch entscheidend, dass sie verstehen, warum wir was tun. Gerade im Hinblick auf die Prävention.“ Ein Fach in Bewegung Die Kardiologie erlebt derzeit einen bemerkenswerten Innovationsschub. In der interventionellen Kardiologie stehen heute weit mehr Optionen zur Verfügung als noch vor Jahren. Strukturelle Herzerkrankungen, etwa Klappenpathologien, können heute auch vielfach interventionell erfolgreich behandelt werden. SGLT2-Hemmer haben sich als unverzichtbarer Baustein in der Herzinsuffizienztherapie etabliert. Und bei hypertrophischer Kardiomyopathie sowie kardialer Amyloidose eröffnen neue Substanzen erfreuliche Perspektiven. Die größte Herausforderung sieht Vosko in der zunehmenden Multimorbidität einer älter werdenden Bevölkerung: „Wesentlich ist, dass fachspezifische Erkrankungen nicht isoliert behandelt werden, sondern man gerade bei multimorbiden Patient:innen immer die weiteren Erkrankungen anderer Organsysteme mitberücksichtigt.“ Prävention als ärztliche Kernaufgabe Was er sich von allen Ärzt:innen wünscht – unabhängig vom Fachgebiet: kardiovaskuläre Risikofaktoren im Blick zu haben und Risikofaktoren so gut wie möglich zu adressieren, denn: „viele Erkrankungen sind tatsächlich vermeidbar“, betont er. Und jungen Kolleg:innen kann er seinen eingeschlagenen Weg nur empfehlen: „An einem Haus wie dem Uniklinikum Graz sieht man sehr viel und kann umfassende Erfahrungen sammeln – man betreibt Kardiologie am Puls der Zeit.“ Von der frühen Faszination für den menschlichen Körper zur Kardiologie: Ivan Vosko über ein Fach voller Dynamik, die Bedeutung gemeinsamer Entscheidungen – und warum Prävention für alle Ärzt:innen eine Kernaufgabe bleibt. GERNE ÄRZTIN/ARZT IN DER STEIERMARK „Was mich an der Arbeit an einer Universitätsklinik begeistert, ist die Kombination aus Komplexität und Möglichkeiten.“ Ivan Vosko

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