62 ÆRZTE Steiermark || 01|2026 AD PERSONAM Thomas Aigmüller neuer Vizepräsident der OEGGG Lukas Mileder entwickelt einzigartiges Simulationstraining Sebastian Nischwitz ausgezeichnet Fotos: Privat, Med Uni Graz, Privat Wenn ein Frühgeborenes zur Welt kommt, zählt jede Sekunde. Um Ärzt:innen aus ganz Österreich auf diesen Extremfall vorzubereiten, hat Lukas Mileder, Neonatologe an der Med Uni Graz, ein neuartiges Simulationsprojekt zur Erstversorgung und Reanimation von Frühgeborenen initiiert – derzeit einzigartig im deutschsprachigen Raum. In realitätsnahen Trainings mit Hightech-Puppen werden lebensbedrohliche Situationen unter Zeitdruck durchgespielt. „Es ist wichtig, ein realistisches Szenario zu schaffen. Durch das Training verlieren wir die Angst vor der Erstversorgung“, so Mileder. Der 42-Jährige gilt als Vorreiter im Bereich medizinischer Simulation und will das Projekt in nächster Zeit weiter ausbauen und zu einem Aufbaukurs gestalten – mit dem Ziel, mehr Sicherheit für medizinisches Personal und einen besseren Start ins Leben für die Kleinsten. Für sein innovatives Forschungsprojekt mit Fokus auf Teamdynamik und emotionale Intelligenz wurde kürzlich der plastische Chirurg Sebastian Nischwitz von der Med Uni Graz im Rahmen der 63. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie ausgezeichnet. In seiner prämierten Arbeit untersuchte er den Einfluss von „Crew Ressource Management Trainings“ – ursprünglich aus der Luftfahrt – auf die Selbstwahrnehmung emotionaler Intelligenz bei Gesundheitsfachkräften in der plastischen Chirurgie. Die Ergebnisse zeigen, wie entscheidend nicht nur chirurgisches Können, sondern auch Teamkommunikation und emotionale Kompetenz für den klinischen Alltag sind. Nischwitz setzt damit neue Impulse für eine moderne, teamorientierte Medizin. Geboren in Deutschland begann Nischwitz seine Laufbahn nach dem Medizinstudium an der Universität Heidelberg in der Unfallchirurgie in Frankfurt am Main. An der Universitätsklinik Graz schloss er seine Facharztausbildung und zweite Dissertation ab. Im Rahmen der Ausbildung absolvierte er längere Ausbildungsaufenthalte in den USA, der Schweiz und Südafrika. Als damals jüngster plastischer Chirurg in Österreich bekam er die Venia legendi verliehen. Neben seiner aktiven Forschungstätigkeit mit derzeit mehr als 60 peer-reviewten Publikationen ist Nischwitz auch Gutachter für internationale Zeitschriften, Autor mehrerer Buchkapitel und Herausgeber eines Lehrbuchs. Thomas Aigmüller, Leiter der Frauenklinik am LKH Leoben, wurde bei der diesjährigen Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Mit seiner langjährigen Erfahrung in Klinik, Lehre und Organisationsarbeit bringt Aigmüller wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Fachgebiets ein. In seiner neuen Funktion wird er sich besonders für die Stärkung der Versorgungsstrukturen sowie für eine zukunftsorientierte Positionierung der Frauenheilkunde einsetzen – im Sinne der Patientinnen und einer modernen, leistungsfähigen Gynäkologie. Die OEGGG wurde 1949 gegründet und ist eine österreichweit tätige Fachgesellschaft zur Förderung von Wissenschaft sowie der Fortbildung auf dem Gebiet der Gynäkologie und Geburtshilfe in allen ihren sehr unterschiedlichen klinischen und medizinischen Sparten und Belangen. Seit diesem Jahr hat die Gesellschaft mehr als 2.000 Mitglieder.
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