NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Foto: Schiffer, Adobe Firefly Patient:innen erzeugt. So werden zum Beispiel mehr als 30 Stellen für Allgemeinmedizin in noch zu schaffende diverse Sondereinrichtungen und Primärversorgungseinheiten planungstechnisch verschoben. 7. Benachteiligung des niedergelassenen Bereichs Der Entwurf führt zu einer strukturellen Diskriminierung des niedergelassenen Bereichs, der über höchste Effizienz und Expertise in der Patientensteuerung verfügt. Die Planung schwächt damit genau jene Ebene, die schon jetzt zentrale Versorgungsaufgaben trägt und eigentlich ausgebaut werden soll. Sie verliert damit an Attraktivität für junge Ärzt:innen und verfehlt das Ziel, Ärzt:innen ins System zu holen, im System zu halten und die Versorgungssicherheit der steirischen Bevölkerung zu stärken. 8. Verschlechterte Kosteneffizienz Durch Fehlallokationen, veraltete Strukturmodelle und die Missachtung ambulanter Entlastungspotenziale wird das System teurer und ineffizienter. Dies setzt letztlich keine positiven Anreize im Gesundheitssystem und wird weder von der Bevölkerung noch von den Leistungserbringern goutiert werden. 9. Fehlsteuerungen in Vorsorge und ambulanten Leistungen Die fehlende Berücksichtigung der Versorgungswirksamkeit der noch bestehenden 4 von ehemals 11 Planstellen für Chirurgie und die Planung von 3 Darmkrebsscreening-Standorten (Koloskopie) als Pilotprojekt – trotz steigenden Bedarfs – ist nicht nachvollziehbar. Es ist für uns vollkommen unverständlich, dass keine Chirurgie-Planstellen vorgesehen sind, zumal das Alter für die Inanspruchnahme einer Vorsorgekoloskopie auf 45 Jahre gesenkt wird. Gerade in Hinblick auf die Möglichkeit, multicolore Gruppenpraxen zu entwickeln sehen wir hier eine vertane Chance, gemeinsam mit dem Ausbau der Versorgung durch Kassenärzt:innen für Innere Medizin eine echte Innovation und Versorgungswirksamkeit ins Feld zu bringen. Gynäkologische Vorsorgeleistungen (PAP-Abstriche) und weitere präventive Angebote werden planerisch geschwächt, obwohl sie versorgungswirksam sind. 10. Keine Abbildung spezialisierter Innerer Medizin Die differenzierten Spezialisierungen innerhalb der Inneren Medizin werden nicht berücksichtigt. Strukturen, welche Spitäler entlasten könnten, werden nicht ausgebaut. Das führt zwangsläufig zu höherer Spitalsauslastung, längeren Wartezeiten und unnötigen Kosten. 11. Intransparenter Entstehungsprozess Der Entwurf zum RSG 2030 ist für die Kurie Niedergelassene Ärzte inhaltlich und methodisch nicht nachvollziehbar zustande gekommen. Ohne detaillierte Darstellung der Entscheidungsgrundlagen bleibt unklar, wie die Bedarfsermittlung erfolgt ist und auf welchen Evidenzen die Planung beruht. Die Ärzteschaft als größter fachlicher Stakeholder wurde nicht systematisch einbezogen. Ohne die Expertise jener, die täglich in der Versorgung stehen, verliert die Planung ihre fachliche und praktikable Grund- „Unser Ziel bleibt unverändert: eine starke, moderne und effiziente Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Steiermark – mit Ärztinnen und Ärzten im Zentrum.“ Gudrun Zweiker Kurienobmann-Stellvertreterin ÆRZTE Steiermark || 01|2026 49
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