NEWS AKUT Ein Thema, das uns am Herzen liegen muss Alle 15 Minuten stirbt jemand an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVDs). Eine erschreckende Zahl, die man so nicht einfach akzeptieren kann und sollte. Einen bedeutenden Schritt im Kampf gegen CVDs hat die Europäische Kommission kürzlich gesetzt: den EUCardiovascular-Health-Plan. CVDs betreffen in der EU über 60 Millionen Menschen – das hat einen starken Einfluss auf Leben, Gesundheitssysteme und Wirtschaft. Alleine in Öster-reich fordern diese Erkrankungen jedes Jahr mehr als 30.000 Todesfälle. Was es braucht, sind entschlossene Maßnahmen und zwar rasch. Denn Prognosen zeigen, dass die kardiovaskuläre Erkrankungsrate bis 2050 um bis zu 90 % und die Sterblichkeit um über 70 % zunehmen könnte. Am neuen EU-Plan hat auch die Österreichische Kardiologische Gesellschaft federführend mitgearbeitet. Österreich benötigt analog zur europäischen Strategie einen nationalen CardiovascularHealth-Plan, der Prävention, Früherkennung und innovative Behandlungswege stärker in den Fokus rückt, fordert die ÖKG. Der EU-Plan verfolgt konkrete Ziele bis 2035, darunter insbesondere eine Reduktion der vorzeitigen kardiovaskulären Sterblichkeit um 20 % sowie die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Verringerung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Adipositas. Im Zentrum stehen gemeinsame europäische Standards. Ein weiterer Fokus soll auf die Herzgesundheit von Frauen gelegt werden. 75 Jahre ÖGSMP Grazer Know-how für ukrainische Chirurg:innen Die Österreichische Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention feierte im Dezember ihr 75-jähriges Bestehen und betonte dabei die zentrale Rolle der Sportmedizin in Österreich – von der Betreuung im Spitzensport über die Rehabilitation bis zur Gesundheitsvorsorge der gesamten Bevölkerung. Moderne sportmedizinische Betreuung ermöglicht Höchstleistungen und spielt auch im Nachwuchssport eine wichtige Rolle. Um dem Rechnung zu tragen, fordert die ÖGSMP unter anderem sportmedizinische Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und Jugendliche (so wie für Erwachsene), um Themen wie Bewegung, Ernährung und Medienkonsum frühzeitig anzusprechen und potenziell tödliche Herzerkrankungen zu erkennen. Auch im Breitensport und im Alltag gewinnt Sportmedizin zunehmend an Bedeutung. Die Fachgesellschaft spricht sich für die Einführung einer Facharztausbildung für Sportmedizin in Österreich aus – wie sie bereits in 11 EULändern existiert. Ende 2025 absolvierte ein multidisziplinäres Team der Medizinischen Universität Lwiw (Ukraine) einen Erasmus+-Fortbildungskurs an der Med Uni Graz. Im Fokus standen moderne rekonstruktive Operationstechniken im Kopf-HalsBereich, trainiert an Thielfixierten anatomischen Präparaten. Organisiert wurde der Kurs vom Lehrstuhl für Makroskopische und Klinische Anatomie in Zusammenarbeit mit mehreren klinischen Abteilungen sowie internationalen Partnern. Die erworbenen Kenntnisse sollen zur Behandlung kriegsbedingter Verletzungen in der Ukraine beitragen und in die Ausbildung künftiger Spezialist:innen einfließen. ZITAT „(…) es braucht eine Balance. Aber schauen Sie den Wert eines Medikaments an: Eine Tagestherapie eines Penicillins kostet in Österreich rund 25 Cent – ein Kaffee vier, fünf Euro. Wir wollen nicht Preise, um Profit nach oben zu ziehen, sondern um nachhaltig produzieren zu können.“ Rebecca Guntern, CCO von Sandoz Quelle: Tiroler Tageszeitung, 15.12.2025 Foto: Med Uni Graz ÆRZTE Steiermark || 01|2026 39
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