AERZTE Steiermark 01 2026

SCHULÄRZT:INNEN Als Angela Huber 2012 als Schulärztin begann, arbeitete sie zuerst mit den Direktionen am Thema Stigmatisierung psychischer Erkrankung: „Der Fokus lag darauf, Schulärzt:innen als jene zu etablieren, zu denen man einfach kommt, wenn es einem nicht gut geht.“ Ohne zuvor sagen zu müssen, um welches Problem es sich handelt – ein einfaches „mir geht´s nicht gut“ sollte reichen. Deutlich mehr Probleme Diese Haltung hat dazu beigetragen, dass Schulärzt:innen als Vertrauensärzt:innen wahrgenommen werden und wichtige niederschwellige Ansprechpartner:innen für Gesundheit in der Schule sind. Die Kinder kommen nicht nur bei Schmerzen, sondern mit psychosozialen Problemen oder in psychischen Krisen, sagt Angela Huber. Aktuell seien Schüler:innen zunehmend psychisch belastet. Neben psychosomatischen und depressiven Beschwerden häufen sich Schüler:innen, die mit Panikattacken, Angstzuständen oder psychogen induzierten Kollapszuständen auffällig werden. Wichtig ist, dass sie neben zeitnahen Beratungsangeboten an der Schule auch Zugang zu kinder- und jugendpsychiatrischer Versorgung, psychologischen Beratungen und Psychotherapie im niedergelassenen Bereich erhalten. Aufmerksam hinschauen Schule ist immer Abbild der Gesellschaft, meint Angela Huber. Aktuell ist diese geprägt von Verunsicherung. Kinder bekommen die für Eltern schwierige ökonomische Situation mit, Kriege und Klimakrise sind oft auch kleineren Kindern bewusst. Angela Huber ist Schulärztin an verschiedenen Grazer Schulen. Um der deutlichen Zunahme an psychischen Krisen bei Kindern und Jugendlichen zu begegnen, hält sie neben der Prävention passende Krisen-Fahrpläne für unerlässlich. Jugendliche unter Druck: Handeln, bevor die Krise zum Trauma wird 20 ÆRZTE Steiermark || 01|2026 Foto: envato/Rawpixel

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