AERZTE Steiermark 01 2026

AUSBILDUNG ÆRZTE Steiermark || 01|2026 11 Foto: Ärztekammer, Schiffer Basisausbildung: Nachfrage ist größer als das Angebot Seit Einführung der Basisausbildung gibt es nun erstmals Wartelisten für Plätze in der Basisausbildung. Auch aus anderen Bundesländern und dem Ausland kommen vermehrt Bewerber:innen zu uns. Die Ärztekammer für Steiermark will künftig als Vermittlerin zwischen Wartenden und Trägern agieren. Seit Einführung der neuen Ausbildungsordnung 2015 absolvieren Ärzt:innen zu Beginn eine Basisausbildung. Diese dauert 9 Monate und ist verpflichtend, unabhängig davon, in welche medizinische Richtung man danach weitergehen möchte. Prinzipiell sind junge Ärzt:innen mit der Basisausbildung, in der sie sowohl in konservative als auch in chirurgische Fächer Einblick erhalten, zufrieden, weiß Michael Sereinigg, Obmann des Sektionsausschusses Turnusärzte, aus den Ergebnissen der aktuellen Ausbildungsevaluierung. Ende des Jahres 2025 hat man jedoch eine neue Entwicklung rund um die Basisausbildungen festgestellt: „Bisher war das bei uns noch kein Thema, aber die Tendenz geht nun in Richtung Warteliste“, so Sereinigg. 2 Jahre Wartezeit in Wien In Wien warten junge Ärzt:innen beispielsweise bereits 2 Jahre auf einen Platz für die Basisausbildung – und daher schauen sie sich auch in anderen Bundesländern, wie der Steiermark, um, in denen es bislang noch kaum Wartezeiten gab. Selbst Ärzt:innen aus Deutschland bewerben sich bei uns um Plätze. Im Oktober und November 2025 gab es in der Steiermark erstmals eine Warteliste mit 40 Personen – nur 10 der Bewerber:innen waren allerdings aus der Steiermark. Die Absolvent:innen der MUG werden bei der KAGes bevorzugt, ein ähnliches Vorgehen ist auch in anderen Bundesländern üblich. Daten fehlen Im Hintergrund ist die fehlende Planbarkeit der Stellen für die Basisausbildung ein zentraler Angelpunkt, weiß Michael Sereinigg. „Das Problem ist, dass wir die angehenden Ärzt:innen, die ihr Studium kürzlich beendet haben, über die ÖH nicht mehr und über die Ärztekammer noch nicht erreichen können, weil sie noch nicht in der Ärzteliste eingetragen sind“, erzählt er. Ärztekammer schafft Vernetzung Belastbare Daten – beispielsweise auch darüber, ob sich angehende Ärzt:innen in mehreren Bundesländern beworben haben oder ob sie bereits für eine Stelle zugesagt haben – stehen derzeit nicht zur Verfügung. Deshalb möchte die Ärztekammer für Steiermark künftig als Vermittlerin Abhilfe schaffen: „Wir werden eine Anlaufstelle schaffen, um Wartende und Träger zusammenzubringen“, sagt der Obmann der Sektion Turnusärzte. Kooperieren will man dabei mit allen Trägern von Basisausbildungsstellen. Sie könnten so ihre freien Stellen besser kommunizieren. „Wird das Interesse an der Basisausbildung durch angehende Ärzt:innen früh gemeldet, können die Träger besser in die Planung gehen. Als Ärztekammer werden wir hier eine Vernetzung und damit ein Service schaffen.“ Die Erwartung ist schließlich, dass die Nachfrage nach Plätzen in der Basisausbildung, vor allem an begehrten Standorten, künftig weiter steigen wird. „Die Ausbildung junger Ärzt:innen ist für uns ein zentrales Thema“, betont auch Ärztekammer-Präsident Michael Sacherer: „Wir müssen sicherstellen, dass wir keine langen Wartelisten für die Basisausbildung aufbauen, denn junge Ärzt:innen werden dringend im System gebraucht.“ „Bisher war das bei uns noch kein Thema, aber die Tendenz geht nun in Richtung Warteliste, deshalb werden wir eine Anlaufstelle schaffen, um Wartende und Träger zusammenzubringen.“ Michael Sereinigg Obmann des Sektionsausschusses Turnusärzte „Die Politik muss sicherstellen, dass wir keine langen Wartelisten für die Basisausbildung aufbauen, denn junge Ärzt:innen werden dringend im System gebraucht.“ Michael Sacherer Präsident Ärztekammer für Steiermark

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