Das Magazin der Ärztekammer Steiermark Jänner 2026 Spritze. Impfreferent Michael Adomeit zu Änderungen im Gratis-Impfprogramm. Schule. Psychische Probleme nehmen zu, weiß Schulärztin Angela Huber. Schirennen. Die Schladminger Ärztin Alexandra Reimann betreut ÖSV-Läufer:innen. Österreichische Post AG MZ 02Z033098 M Ärztekammer für Steiermark, Kaiserfeldgasse 29, 8010 Graz, Retouren an PF555, 1008 Wien Kammerumlage gesenkt Stellungnahme zu RSG Die vegane Ernährung aus ärztlicher Sicht Was sind die typischen Fehler? Welche Laborparameter muss man im Blick haben? Foto: envato/bondarillia
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BEREICH THEMEN Produziert gemäß Richtlinie UZ24 des Österreichischen Umweltzeichens, Medienfabrik Graz, UW-Nr. 812 Logo für Druck, 4c, dt.: Unten finden Sie das Österreichische Umweltzeichen Druckprodukt. Dabei müssen unbedingt folgende Ric – Platzieren Sie dieses PDF in Ihrem Layout mit 100 % dass nur die von Ihnen gewünschte Logo-Variante im Blume einen Durchmesser von 17 mm und die Schri – Das Umweltzeichen muss genügend Abstand zu and das Logo als eigenständiges grafisches Objekt wiede Hintergrund abgebildet werden. Fotos, detaillierte G – Man kann den Text rechts von der Blume auch ins Im (mit 17 mm Durchmesser!). VERWENDUNG D UMWELTZEICHE MEDIENFABRIK GRAZ, Dreihackengasse 20, 8020 Graz ,T +43 (0)316/8 ÆRZTE Steiermark || 01|2026 3 BUCHTIPP Lehrbuch für die OrdinationsassistentInnen Artur Wechselberger (Hg.) 5. aktualisierte Auflage, 656 Seiten ISBN 978-3-99052-332-2 Dieses Standardwerk ist längst zu einem unverzichtbaren Begleiter für Ordinationsassistent:innen in Österreich geworden. In der 5., komplett überarbeiteten Auflage bietet es auf rund 700 Seiten umfassendes Wissen für Ausbildung und Praxis. Die Inhalte – von Recht und Verwaltung über Kommunikation und medizinische Assistenz bis hin zu Hygiene, Anatomie und Krankheitslehre – sind klar strukturiert und verständlich aufbereitet. Zahlreiche Abbildungen erleichtern das Verständnis. Ob als Lehrbuch oder praxisnahes Nachschlagewerk: Dieses Buch unterstützt angehende und erfahrene Ordinationsassistent:innen gleichermaßen – für einen professionellen und reibungslosen Ordinationsalltag. DATUM 9. März Am Montag, den 9. März, findet der Gesundheitsempfang der steirischen Ärzteschaft in den Räumen der Ärztekammer für Steiermark statt. Beginn der Veranstaltung ist um 17 Uhr. LINK: Bakterien von Hunden tun Teenagern gut Jugendliche, die mit einem Hund aufwachsen, sind psychisch oft gesünder als Gleichaltrige ohne Hund. Laut einer japanischen Studie hängen die positiven Effekte – etwa weniger Stress und bessere soziale Fähigkeiten – auch mit Veränderungen im Darmmikrobiom zusammen. ZAHL 5 Etwa jeder 5. Erwachsene in Österreich zeigt laut Daten aus 6,4 Millionen Bluttests Anzeichen einer Diabetes-Vorstufe. Rund 3 Prozent haben einen unerkannten Diabetes. Das ergab eine Studie aus Graz, die in „Obesity Facts“ erschienen ist. Neben den Daten aus den Gesundenuntersuchungen bei Über-18-Jährigen flossen auch Informationen aus einer Beobachtungsstudie ein. Männer wiesen sowohl bei der Vorstufe als auch bei Diabetes eine größere Häufigkeit auf. Foto: Verlagshaus der Ärzte FORTBILDUNGSTIPP Von 9. bis 11. April findet der von der Arbeitsgemeinschaft für Notfallmedizin veranstaltete „Notfallmedizin Kongress“ in Graz statt. 60 Speaker:innen werden in 21 Vorträgen und 43 Workshops ihr Wissen, ihre Erfahrung und neueste Erkenntnisse zum Einsatz in Notsituationen an die Besucher:innen weitergeben. Nähere Infos zum Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter www.agn.at/kongress UPDATE IM JÄNNER SCHLAGZEILE „Wir sehen uns als Bollwerk für die Spitäler“ Günter Hirschberger, der die WochenendNotdienste der praktischen Ärzt:innen im Mürztal organisiert, appelliert an die Politik: „Wir niedergelassenen Ärzte sind ein Bollwerk für die Spitäler. Schaut‘s bitte auf uns, ihr entlastet damit die Krankenhäuser.“ Kleine Zeitung, Mürztal, 23. Dezember 2025 IMPRESSUM: Medieninhaber (Verleger): Ärztekammer für Steiermark, Körperschaft öffentlichen Rechts | Redak- tionsadresse: 8010 Graz, Kaiserfeldgasse 29, Tel. 0316 / 8044-0, Fax: 0316 / 81 56 71, E-Mail: presse@aekstmk.or.at | Chefredaktion: Mag.a Beate Mosing | Redaktion: Mag.a Edith Preiß, Thomas Zenz | Produktion: CONCLUSIO PR Beratungs GmbH, Schmiedgasse 38, 8010 Graz | Anzeigen: Gernot Zerza, Tel.+43 664 2472673, E-Mail: zerzagernot@gmail.com; Mit „Promotion“ gekennzeichnete Texte sind entgeltliche Veröffentlichungen im Sinne § 26, Mediengesetz. | Druck: Stmk. Landesdruckerei GmbH, 8020 Graz | Abonnements: Eva Gutmann, Ärztekammer Steiermark, Tel. 0316 / 804440, Fax: 0316 / 81 56 71. Jahresabonnement (11 Ausgaben) EUR 25,–.
BEREICH THEMEN Fotos: envato/ktsimage, privat THEMEN Cover. Das sind die Vorteile und Risiken des veganen Lebensstils 8 Basisausbildung: Nachfrage ist größer als das Angebot 11 Das Konzert-Jahr 2026 wird richtig stark 14 Gerne Ärztin. Viele Stationen bis zur eigenen Praxis 17 28 Jahre, 280.000 Babys, 3.182.880 dokumentierte Impfungen 18 Jugendliche unter Druck: Handeln, bevor die Krise zum Trauma wird 20 Dry January: Stop drinking – start living! 22 Aktuelle klinische Fragen bei den „Seminaren im März“ 24 Erlesen. Von großen Mysterien bis zu einer kleinen Stadt 28 Recht. Behandlungserfolg: Vorher-Nachher-Bilder von Patient:innen 30 Wirtschaft & Erfolg. Werbung: Welche Richtlinien gelten für Ärzt:innen? 32 Mit dem Wohlfahrtsfonds sind Angehörige abgesichert 34 Med Uni Graz. Lungenfibrose: Grazer Forschungsteam prüft innovativen Wirkstoff 37 CIRS. Fall des Monats 38 Experten-Tipp: Einkommensteuerbescheid übermitteln 38 ANGESTELLTE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Kammerumlage für angestellte Ärzt:innen wird gesenkt 40 2025 – ein Superwahljahr an der Med Uni Graz 42 Dienstrecht aktuell. Familienzeit statt Arbeitsalltag: Der Papamonat 44 Infotag Recht, Infonachmittag „Schwangerschaft & Kind“ sowie weitere Termine 46 NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Kassencheck. Das sind die Vorteile unseres Honorarberatungsservice 47 Stellungnahme der Kurie zum Entwurf des RSG 2030 48 Codierpflicht: Was ist wann zu beachten? Was bleibt gleich? 51 Praktisch täglich. Alles wird besser 52 e-Card: Nutzungsvereinbarungen für Wahlärzt:innen 53 Debatte 6 News 39 Kleinanzeigen 54 Personalia 59 Cartoon 61 Ad Personam 62 MENTALE GESUNDHEIT Die Belastungen und Anforderungen an Ärzt:innen sind weiter gestiegen. Mit den Peer-to-Peer-Programmen von „Mind Matters“ wird Prävention betrieben. Seite 12 ÄRZTIN IM BESONDEREN DIENST Alexandra Reimann, Ärztin in Schladming, begleitet seit über 20 Jahren als Teamärztin Rennen und Trainings des ÖSV. Seite 26 4 ÆRZTE Steiermark || 01|2026
BEREICH ÆRZTE Steiermark || 01|2026 5 THEMEN Wir haben die Ärzteschaft gefragt, was für sie der größte Stressfaktor im ärztlichen Alltag ist, der zur psychischen Belastung beiträgt. Für 41,2 % ist die Hauptursache klar die Bürokratie. 21,1 % sagen, der Zeitdruck belastet sie am meisten – wobei die Faktoren durchaus zusammenhängen können, wie auch in den freien Antworten angemerkt wurde. 17,6 % identifizieren den Personalmangel als Haupt-Stressfaktor, 11,3 % emotionale Anforderungen durch aggressive Patient:innen oder Angehörige. Nur 8,8 % der UmfrageTeilnehmer:innen gaben an, dass sie sich in ihrem ärztlichen Alltag nicht gestresst fühlen – ein echtes Alarmzeichen! Neid und Missgunst unter Kolleg:innen, ChefarztBewilligungen, Tarife, Nachtdienste, Vorgesetzte und vorgeschriebene EDV-Updates wurden als weitere Stressfaktoren aufgezählt. EPIKRISE Kurze Nachrichten aus der Redaktion Soziale Medien: X/Twitter: www.twitter.com/ AERZTE_NEWS Facebook: www.facebook. com/aerztekammer.stmk/ und Facebook-Gruppe für steirische Ärztinnen und Ärzte Youtube: AERZTE_NEWS Instagram: www.instagram. com/aerztekammerstmk Foto: Jakob Grill/Land Steiermark Was ist der größte Stressfaktor im ärztlichen Alltag? AERZTE-Frage des Monats: Was ist der größte Stressfaktor im ärztlichen Alltag, der zur psychischen Belastung beiträgt? Zeitdruck (Steigende) Bürokratie Personalmangel Emotionale Anforderungen (z. B. durch aggressive Patient:innen oder Angehörige) Ich fühle mich in meinem ärztlichen Alltag nicht gestresst. Teilnehmer:innen: 204 DAS BILD DES MONATS. Der „Regionale Strukturplan Gesundheit 2030“ als Planungsgrundlage für die Weiterentwicklung wurde zu Jahresende in der Landes-Zielsteuerungskommission beschlossen – doch die Gesundheitsversorgung in der Steiermark bleibt weiterhin ein heiß diskutiertes Thema. 21,1 % 17,6 % 11,3 % 8,8 % 41,2 %
6 ÆRZTE Steiermark || 01|2026 BEREICH INTRA KONT A DEBATTE Josef Herk Krankjammern hilft niemandem Man kann der Versuchung nur schwer widerstehen, die (steirische) Wirtschaft aktuell als Patientin zu bezeichnen: Zu ernst sind die Verwundungen, zu tiefgreifend die Versäumnisse, die man im Rahmen einer „Wirtschaftsvorsorge“ rechtzeitig hätte erkennen können. Auch die Besserung, die das Konjunkturbarometer ohnehin nur zaghaft in Aussicht stellt, führt noch lange nicht zur vollkommenen Genesung des Standorts, im Gegenteil: Immer weiter steigende Arbeits- und Energiekosten werden uns noch länger vor große Herausforderungen stellen. Aber: Krankjammern hilft niemandem. Also besinnen wir uns auf das, was nach wie vor intakt ist. Wir haben eine solide wirtschaftliche Basis und wir haben ein großartiges Gesundheitssystem, ein System, das wir nutzen sollen, aber nicht ausnutzen dürfen. In der Steiermark haben wir seit Jahren konstant hohe Fehlzeiten und die Krankenstandsquote bei den unselbstständig Beschäftigten ist seit 2010 von knapp 60 % auf 70 % gestiegen, was österreichweit Kos- ten von 1,5 Milliarden Euro verursacht. Ja, wir müssen das mit Sicherheit effizienter kontrollieren. Und ja, wir sollten auch gewisse Praktiken wie rückwirkende Krankmeldungen und Ähnliches überdenken. In anderen Ländern der EU ist darüber hinaus z. B. der erste Krankenstandstag ein Karenztag. Spätestens hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn vieles wird nur zu gerne falsch verstanden. Um es klar zu sagen: Die Wirtschaft will nicht, dass die Arbeitnehmer:innen krank zur Arbeit kommen. Sie tut auch viel dafür, Gesundheit als betrieblichen Wert zu etablieren. Was wir jedoch dringend brauchen, ist ein Vitaminschub für an sich selbstverständliche Dinge. Wir wissen etwa aus einer WKO-Umfrage aus dem Frühjahr 2025, dass rund 40 % der heimischen Betriebe wiederholt von Kurzkrankenständen betroffen sind. Das sorgt für Unmut – und zwar bei den Mitarbeiter:innen, die diese Mehrbelastung zu spüren bekommen. Das Gesundheitssystem braucht also Fairness bei denjenigen, die es nutzen, sprich bei uns allen. Und wir brauchen mehr Gesundheitskompetenz – als wichtigen Beitrag zu mehr Eigenverantwortung. Josef Herk Präsident der WKO Steiermark Gerhard Posch Beitragssenkung führt zu Ersparnis von 1,2 Monatsbeiträgen Mit Jahresbeginn 2026 konnten wir die Kammer- umlage für alle angestellten Ärzt:innen von 2 % auf 1,8 % senken. Diese Entscheidung hat mehr Gewicht, als man beim ersten Blick auf die Zahlen sieht: Sie ist ein starkes Signal für eine verantwortungsvolle Interessenvertretung und für den sorgsamen Umgang mit den Beiträgen unserer Mitglieder. Das Budget der Ärztekammer Steiermark ist bedarfsorientiert – die Beiträge der Mitglieder richten sich also nach dem tatsächlichen Mittelbedarf. Nun ist die Senkung möglich, weil wir in den vergangenen Jahren äußerst effizient gearbeitet haben. Unsere Leistungen und Angebote bleiben gleich – und trotzdem können wir unsere Mitglieder entlasten. Das zeigt, dass wir wirtschaftlich denken und mit Augenmaß handeln. Wir arbeiten mit dem Geld unserer Mitglieder so, wie es sein sollte: verantwortungsvoll, zielgerichtet und mit einem klaren Fokus auf den Nutzen für jede einzelne Ärztin und jeden einzelnen Arzt. Wir alle wissen, dass es aktuell viele Herausforderungen für die Ärzteschaft gibt. Die Kosten steigen, viele im Gesundheitswesen stehen unter großem Druck. Da kommt einer starken Vertretung ärztlicher Interessen besondere Bedeutung zu. Die Finanzierung der Standesvertretung schafft dafür die unverzichtbare Grundlage. Für alle angestellten Ärzt:innen bedeutet die Senkung der Kammerumlage eine Ersparnis von rund 1,2 Monatsbeiträgen – die Kurie macht damit deutlich: Wir wissen um das Vertrauen der Mitglieder in die Standesvertretung und sehen es als unsere Verpflichtung weiterhin effizient zu arbeiten, konsequent auf Qualität zu setzen und dabei nie den Blick für das Wesentliche zu verlieren – und das ist die Vertretung der Interessen der steirischen Ärztinnen und Ärzte. Dr. Gerhard Posch Kurienobmann der Kurie Angestellte Ärzte Fotos: Oliver Wolf, Furgler
BEREICH ÆRZTE Steiermark || 01|2026 7 Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie verletzlich unser Gesundheitssystem geworden ist – in den Spitälern, in den Ordinationen und vor allem für die Patientinnen und Patienten. Aus allen Bereichen erreichen uns ähnliche Rückmeldungen: zu wenig Zeit, zu viele Vorgaben, zu lange Wege bis zur passenden Behandlung. Und dennoch gelingt es der steirischen Ärzteschaft Tag für Tag, hohe Qualität zu sichern – mit großem persönlichem Einsatz und spürbarer Hingabe. In dieser Lage braucht es keine Schlagzeilen, sondern Orientierung. Es ist die Aufgabe der Ärzteschaft, eine ruhige, aber klare Stimme zu sein: Dort, wo Versorgung gefährdet ist, werden wir deutlich. Dort, wo echte Lösungen möglich sind, bleiben wir verlässliche Partner – im Dialog mit der Politik, mit der ÖGK und mit den Spitalsträgern. Verbindlich im Ton, hart in der Sache: Dieses Prinzip hat sich bewährt. Die Richtung für das gerade begonnene Jahr, aber auch langfristig für die kommenden Jahre ist klar: Die Steiermark braucht eine Medizin, die erreichbar bleibt. Eine Medizin und Gesundheitsversorgung, die Qualität garantiert und die Menschen nicht in anonyme oder rein digitale Strukturen drängt. Digitalisierung, neue Versorgungsmodelle und organisatorische Reformen haben dann Sinn, wenn sie die Ärztinnen und Ärzte effizient und vor allem verlässlich entlasten und die Versorgung insgesamt verbessern. Gemeinsam mit allen unseren Kolleginnen und Kollegen in den Spitälern, in den Ordinationen und in der Ausbildung arbeiten wir als Ärztekammer für Steiermark laufend daran, dass Gesundheit in der Steiermark nicht zur größten Baustelle der Republik wird – sondern ein Bereich ist und bleibt, in dem Verlässlichkeit und Respekt für alle Beteiligten spürbar sind. Dr. Michael Sacherer Präsident der Ärztekammer Steiermark Der „Regionale Strukturplan Gesundheit 2030“ ist eine verpasste Chance. Denn er lässt eine zentrale Realität außer Acht: Die Ärzt:innen sind die Leistungserbringer:innen und damit das Rückgrat der Gesundheitsversorgung – ohne sie geht es schlichtweg nicht. Wer ihre Rolle im System weiterhin ignoriert, der wird mit seinen Plänen ins Leere laufen und die Zukunft einer flächendeckenden, wohnortnahen und qualitativ hochwertigen Versorgung in der Steiermark riskieren. Die Kurie der niedergelassenen Ärzt:innen hat den Entwurf des RSG 2030 daher entschieden abgelehnt – nicht aus Prinzip, sondern aus Verantwortung. Der Entwurf verkennt die enormen Chancen, die die Niederlassung bietet. Denn man hat auf die ärztliche Expertise verzichtet und die Ärzteschaft nicht in die Planung miteinbezogen. Wer glaubt, dass er Versorgung ohne die aktive Einbindung der niedergelassenen Ärzt:innen gestalten kann, wird scheitern, statt eine tragfähige Lösung zu erzielen. Und noch eines: Wie sollen wir einen Plan mittragen und eine detaillierte, verbindliche Stellungnahme zur Planungsmatrix abgeben, wenn uns die zentralen Planungsgrundlagen nicht zur Verfügung gestellt werden? Transparenz sieht anders aus. Gesundheitsplanung über die Köpfe der Ärzt:innen hinweg ist nicht zukunftstauglich. Trotzdem bleibt unsere Hand ausgestreckt. Wir erkennen die für das Jahr 2026 geplante und gesetzlich vorgesehene Revision als Chance – und werden uns aktiv als Systempartner einbringen. Damit die Gesundheitsversorgung treffsicherer, innovativer und nachhaltiger ausgerichtet werden kann. Unser Ziel bleibt unverändert: eine starke, moderne und effiziente Gesundheitsversorgung für die Menschen – mit den Ärzt:innen im Zentrum. Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Bayer Obmann der Kurie Niedergelassene Ärzte EXTRA Dietmar Bayer Ein Plan, der die Chancen der Niederlassung verkennt STANDORTBESTIMMUNG Michael Sacherer Es braucht keine Schlagzeilen, sondern Orientierung DEBATTE Fotos: Schiffer (2)
COVER 8 ÆRZTE Steiermark || 01|2026 Wie ist Ihre Beobachtung zur Entwicklung des veganen Lebensstils? Sonja Lackner: Laut den Zahlen von Statista aus 2024 bezeichnen in Österreich derzeit rund 3 % ihre Kostform als „vegan“. Insgesamt ist der Anteil vegetarisch orientierter Kostformen bereits deutlich gestiegen und es hat sich ein gesellschaftliches Bewusstsein entwickelt, das war zu Beginn meiner persönlichen „Vegetarier-Karriere“ noch nicht selbstverständlich. Gleichzeitig liegt der Fleischkonsum bei uns weiterhin deutlich über den Empfehlungen. Die letzten Daten, die ich hierzu kenne, stammen aus dem Gesundheitsbericht des Gesundheitsfonds Steiermark: Nur die Hälfte der Steirer:innen isst täglich Gemüse, während rund 73 % zu viel Fleisch essen – hier sehe ich die größte Stellschraube. Tanja Peschaut: Einerseits sind es Jugendliche und junge Erwachsene, die sich aus Gründen wie Tierwohl, Klima, Lebensstil mit veganer Ernährung beschäftigen. Die zweite große Gruppe sind Menschen ab ca. 50, die gesundheitliche Probleme wie Herz-KreislaufErkrankungen entwickeln, Hyperlipidämien, Diabetes mell. II oder chronisch entzündliche Erkrankungen wie Rheuma, CED, Autoimmunerkrankungen haben und durch die Ernährung die Heilung unterstützen wollen. Vermehrt ist es auch Thema für Frauen in der Perimenopause, wo das Cholesterin ansteigt und der Bauchumfang steigt, obwohl man nicht mehr zu sich nimmt. Lackner: Ernährung wird außerdem zunehmend als Ausdruck von Identität und Gruppenzugehörigkeit genutzt. Gerade in der Adoleszenz kann die Entscheidung für eine vegane Lebensweise identitätsstiftend wirken und eine soziale Abgrenzung ermöglichen. Es gibt ja auch Vorurteile, schließlich ist der Mensch ein „Allesfresser“. Welchen Themen begegnen Sie noch? Lackner: Dass pflanzenbetonte Ernährung immer mit „ausschließlich pflanzlich“ gleichgesetzt wird. Doch entsprechend der „Planetary Health Diet“ soll der Hauptteil der Nahrung aus pflanzlichen Quellen stammen, ergänzt durch tierische Produkte, um den Nährstoffbedarf zu decken. Es stimmt auch nicht, dass vegan automatisch gesünder bedeutet. Entscheidend sind Lebensmittelwahl, Nährstoffdichte und Verarbeitungsgrad. Und noch ein Punkt: Pflanzendrinks sind nicht äquivalent zu Kuh-Milch. Haferdrinks als Milchersatz boomen, doch haben sie nur rund 1/3 des Proteins und ohne Anreicherung kaum Mineralstoffe und Vitamine. BioProdukte dürfen nach EU-Verordnung gar nicht angereichert werden. Was bringt eine gut geplante vegane Ernährung aus ärztlicher Sicht? Peschaut: Die Betonung liegt wirklich auf gut geplant und begleitet – dann kann sie den Blutdruck und das CholesteDas sind die Vorteile und Risiken des veganen Lebensstils Der „Veganuary“ motiviert und unterstützt aktuell wieder Millionen von Menschen auf der ganzen Welt dabei, die pflanzliche Ernährung zu entdecken. Ein Interview mit Ernährungswissenschaftlerin Sonja Lackner und Allgemeinmedizinerin Tanja Peschaut zur veganen Ernährung. Foto: envato/antoninavlasova
ÆRZTE Steiermark || 01|2026 9 COVER rin (LDL) senken, den Blut- zucker regulieren, eine Insulinresistenz aufheben und damit Herz-Kreislauf-Erkrankungen verhindern. Antioxidantien und Polyphenole in der pflanzlichen Kost senken Entzündungen im Körper, „silent inflammation“ kann reduziert oder vollständig behoben werden. Die Harnsäure sinkt (weniger Gicht) und auch das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen. Die Verdauung wird durch die vermehrte Ballaststoff-Zufuhr verbessert. Lackner: Wichtig ist mir: Die Vorteile gelten auch bei pflanzenbetonter omnivorer Ernährung, nicht nur bei strikt veganer Kost. Ich sehe das Risiko einer selektiven Mangelversorgung bei rein veganer Ernährung für die breite Bevölkerung größer als die rein gesundheitlichen Vorteile, die bei Einhaltung der Ernährungsempfehlungen auch vorliegen. Wo passieren Patient:innen im Alltag die häufigsten Fehler? Was sind Risiken? Peschaut: Häufige Fehler sind die zu geringe Aufnahme an Makronährstoffen wie vor allem Eiweiß – insgesamt zu wenig Hülsenfrüchte, Soja, Tofu, Nüsse – und damit steigt die Gefahr des Muskelabbaus. Viele bekommen außerdem durch die ungewohnt hohe Menge an Ballaststoffen Verdauungsprobleme – man muss langsam und dosiert beginnen. Lackner: Und man muss sich gut auskennen, damit die vegane Ernährung bedarfsdeckend ist. Dennoch: Ganz ohne Nährstoffsupplemente kommt man nicht aus – v. a. Vitamin B12, aber auch Omega-3, Jod, ggf. Vitamin D, B2, Eisen, Zink. Welche Laborparameter sollten Ärzt:innen bei vegan lebenden Personen regelmäßig kontrollieren? Lackner: Blutbild und Erythrozytenindizes (Hb, MCV, MCH), um mikro- und makrozytäre Anämien zu erkennen, den Eisenstatus, CRP. Ferritin kann trotz leerer Speicher normal erscheinen, daher ist die Zusammenschau verschiedener Parameter inklusive TSAT wichtig. < 20 % zeigt einen funktionellen Mangel an, Ferritin < 30 ng/ml bereits einen Hinweis auf Speichermangel. Kontrollieren sollte man auch Vitamin B12 (Holotranscobalamin (Holo-TC), Methylmalonsäure (MMA), Homocystein. Serum-B12 allein ist nicht ausreichend. Ein funktioneller B12-Mangel zeigt sich oft lange vor einer makrozytären Anämie (MMA↑/Holo-TC↓). Homocysteinwerte steigen bei B12-Mangel. Außerdem sind Folat und Vitamin D (25-OH-Vitamin D) wesentlich, der Zielbereich ist ≥ 30 ng/ml. Man sollte den Fotos: Rise Up Media-Thomas Kern, Beigestellt Sonja Lackner … ist Ernährungswissenschaftlerin an der Med Uni Graz. Sie ernährt sich selbst seit 28 Jahren ovo-lacto-vegetarisch und beschäftigt sich wissenschaftlich u. a. mit dem Thema pflanzliche Ernährung, unterrichtet Medizinstudierende in Ernährungsphysiologie und ist Mitglied der Nationalen Ernährungskommission. Tanja Peschaut … ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, hat eine Wahlarzt-Praxis in Graz, mit der sie sich auf Hausbesuche spezialisiert hat, und das ÖÄK-Diplom für Ernährungsmedizin. Weiters arbeitet sie seit vielen Jahren als Stationsärztin an der Kinderchirurgie des LKH-Univ.-Klinikum Graz.
10 ÆRZTE Steiermark || 01|2026 Fotos: envato/AtlasComposer Jodstatus und die Schilddrüse kontrollieren: Jodausscheidung im Harn (WHO), TSH, ggf. fT4/fT3. Zink und Selen, da es bei sehr pflanzenbetonter Kost durch Phytate eine eingeschränkte Bioverfügbarkeit gibt. Indiziert ist das bei Infektanfälligkeit, Haarausfall, Wundheilungsstörungen. Der Omega-3-Status (EPA + DHA, Omega-3-Index) ist bei fehlendem Fischverzehr sinnvoll. Zielwert: Omega-3-Index ≥ 8 %. Wichtig auch für die Ärzt:innen: Viele dieser Laborparameter sind keine Kassenleistung. Bei welchen Krankheitsbildern raten Sie zu besonderer Vorsicht? Peschaut: Zum Beispiel bei Patient:innen mit chronischen Nierenerkrankungen, Osteoporose sowie chronischen Erkrankungen des Magen-DarmTraktes, da diese schon per se zu einer schlechteren Nährstoffaufnahme führen. Außerdem in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei jungen Frauen mit starker Regelblutung. Lackner: Und bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen ist eine streng vegane Ernährung nur mit engmaschiger fachlicher Begleitung verantwortbar. Sensibel wäre ich auch bei älteren Menschen, die oft einen reduzierten Appetit haben. Welche Empfehlungen geben Sie allen, die vegane Ernährung erstmals ausprobieren möchten? Lackner: Ich begrüße den Veganuary als Anstoß, den eigenen Fleisch- und Wurstkonsum zu hinterfragen – in Österreich ist dieser nach wie vor deutlich zu hoch. Einer langfristigen veganen Ernährungsweise stehe ich allerdings kritisch gegenüber und plädiere für Kostformen, die sich an den österreichischen Empfehlungen orientieren. Diese sind pflanzenbasiert und mit tierischen Lebensmitteln ergänzt. Peschaut: Man muss Patient:innen klarmachen, dass sie die Nährstoffmengen meist nicht selbst abschätzen können. Am besten trackt man anfangs täglich die Ernährung und gibt sie in einen Nährstoffrechner ein – für den Überblick, ob man genügend Eiweiß zu sich genommen hat, ob bestimmte Aminosäuren fehlen und ob zu wenig Eisen, Calcium und Vitamine in der Nahrung waren. Das Beste wäre, sich von einer Ernährungsberaterin bzw. einem Ernährungsberater begleiten zu lassen. Sehen Sie Verbesserungsbedarf in der medizinischen Ausbildung im Bereich Ernährungsmedizin? Lackner: Ja, eindeutig. Wir sind an der Med Uni Graz bereits dabei, dies vermehrt in das Curriculum der MedizinStudierenden aufzunehmen. Seit diesem WS ist auch das Integrierte Curriculum „Ernährungsmedizin“ fester Bestandteil, an der Umsetzung arbeiten wir kontinuierlich. Zudem gibt es nun die Teaching Unit „nutriMEDucation“, die die Implementierung von Ernährungsinhalten in der Ausbildung weiter voranbringen möchte. Welchen Rat würden Sie ärztlichen Kolleg:innen für die Beratung mitgeben? Peschaut: Den Patient:innen zu raten, es langsam aber gezielt zu beginnen und gleich regelmäßige Check-ups der zu erwartenden Mängel zu vereinbaren bzw. einen fixen Check-up-Plan mitzugeben – mindestens einmal jährlich, bei bestehenden Mängeln und bei Grunderkrankungen häufiger. Es gilt, Möglichkeiten aufzeigen, wie man seine Ernährung trackt, und zu Beginn nicht alles auf einmal umzustellen, damit die Freude nicht in Frust umschlägt. Lackner: Man sollte weder euphorisch verklären („vegan macht automatisch gesund“), noch reflexartig abraten. Man muss die Patient:innen anhören und ihre Motivation verstehen und immer den Nährstoffstatus auf funktioneller Ebene kontrollieren. Es gilt, gemeinsam zu überlegen: Ist für diese Person eine pflanzenbetont-omnivore Ernährung ein gangbarer Weg oder bei strikt veganer Ernährung, welche Supplemente sind nötig, welche Laborwerte sollten wir monitoren und wer kann ernährungstherapeutisch begleiten? In der Praxis wird es aber häufiger notwendig sein, Patient:innen zur Reduktion tierischer Lebensmittel zu motivieren als umgekehrt … COVER
AUSBILDUNG ÆRZTE Steiermark || 01|2026 11 Foto: Ärztekammer, Schiffer Basisausbildung: Nachfrage ist größer als das Angebot Seit Einführung der Basisausbildung gibt es nun erstmals Wartelisten für Plätze in der Basisausbildung. Auch aus anderen Bundesländern und dem Ausland kommen vermehrt Bewerber:innen zu uns. Die Ärztekammer für Steiermark will künftig als Vermittlerin zwischen Wartenden und Trägern agieren. Seit Einführung der neuen Ausbildungsordnung 2015 absolvieren Ärzt:innen zu Beginn eine Basisausbildung. Diese dauert 9 Monate und ist verpflichtend, unabhängig davon, in welche medizinische Richtung man danach weitergehen möchte. Prinzipiell sind junge Ärzt:innen mit der Basisausbildung, in der sie sowohl in konservative als auch in chirurgische Fächer Einblick erhalten, zufrieden, weiß Michael Sereinigg, Obmann des Sektionsausschusses Turnusärzte, aus den Ergebnissen der aktuellen Ausbildungsevaluierung. Ende des Jahres 2025 hat man jedoch eine neue Entwicklung rund um die Basisausbildungen festgestellt: „Bisher war das bei uns noch kein Thema, aber die Tendenz geht nun in Richtung Warteliste“, so Sereinigg. 2 Jahre Wartezeit in Wien In Wien warten junge Ärzt:innen beispielsweise bereits 2 Jahre auf einen Platz für die Basisausbildung – und daher schauen sie sich auch in anderen Bundesländern, wie der Steiermark, um, in denen es bislang noch kaum Wartezeiten gab. Selbst Ärzt:innen aus Deutschland bewerben sich bei uns um Plätze. Im Oktober und November 2025 gab es in der Steiermark erstmals eine Warteliste mit 40 Personen – nur 10 der Bewerber:innen waren allerdings aus der Steiermark. Die Absolvent:innen der MUG werden bei der KAGes bevorzugt, ein ähnliches Vorgehen ist auch in anderen Bundesländern üblich. Daten fehlen Im Hintergrund ist die fehlende Planbarkeit der Stellen für die Basisausbildung ein zentraler Angelpunkt, weiß Michael Sereinigg. „Das Problem ist, dass wir die angehenden Ärzt:innen, die ihr Studium kürzlich beendet haben, über die ÖH nicht mehr und über die Ärztekammer noch nicht erreichen können, weil sie noch nicht in der Ärzteliste eingetragen sind“, erzählt er. Ärztekammer schafft Vernetzung Belastbare Daten – beispielsweise auch darüber, ob sich angehende Ärzt:innen in mehreren Bundesländern beworben haben oder ob sie bereits für eine Stelle zugesagt haben – stehen derzeit nicht zur Verfügung. Deshalb möchte die Ärztekammer für Steiermark künftig als Vermittlerin Abhilfe schaffen: „Wir werden eine Anlaufstelle schaffen, um Wartende und Träger zusammenzubringen“, sagt der Obmann der Sektion Turnusärzte. Kooperieren will man dabei mit allen Trägern von Basisausbildungsstellen. Sie könnten so ihre freien Stellen besser kommunizieren. „Wird das Interesse an der Basisausbildung durch angehende Ärzt:innen früh gemeldet, können die Träger besser in die Planung gehen. Als Ärztekammer werden wir hier eine Vernetzung und damit ein Service schaffen.“ Die Erwartung ist schließlich, dass die Nachfrage nach Plätzen in der Basisausbildung, vor allem an begehrten Standorten, künftig weiter steigen wird. „Die Ausbildung junger Ärzt:innen ist für uns ein zentrales Thema“, betont auch Ärztekammer-Präsident Michael Sacherer: „Wir müssen sicherstellen, dass wir keine langen Wartelisten für die Basisausbildung aufbauen, denn junge Ärzt:innen werden dringend im System gebraucht.“ „Bisher war das bei uns noch kein Thema, aber die Tendenz geht nun in Richtung Warteliste, deshalb werden wir eine Anlaufstelle schaffen, um Wartende und Träger zusammenzubringen.“ Michael Sereinigg Obmann des Sektionsausschusses Turnusärzte „Die Politik muss sicherstellen, dass wir keine langen Wartelisten für die Basisausbildung aufbauen, denn junge Ärzt:innen werden dringend im System gebraucht.“ Michael Sacherer Präsident Ärztekammer für Steiermark
PSYCHISCHE GESUNDHEIT „Seit der COVID-Pandemie ist das Bewusstsein für die Bedeutung der mentalen Gesundheit gestiegen“, sagt Univ.-Prof. Eva Reininghaus, Vorständin der Universitätsklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Das ist eine positive Entwicklung, denn durch Einsparungen sowie den Pflege- und Ärzt:innenmangel ist der Druck im Spitalsbereich hoch und viele Ärzt:innen leiden: „Wir sehen uns immer mit der ethisch-moralischen Verpflichtung konfrontiert, die Patient:innen zu versorgen. Für den Einzelnen bzw. die Einzelne ist die Belastung groß, wenn triagiert werden muss und man überlegen muss, wen verlege ich von der Intensivstation? Wenn es keine Betten gibt, steigt auch der Konkurrenzkampf zwischen den Abteilungen. Trotzdem wird erwartet, dass wir immer freundlich und für die Patient:innen da sind.“ Mehrfachbelastungen, die vor allem Frauen betreffen, aber auch Studierende, die sich ihr Studium selbst finanzieren und nebenbei arbeiten müssen, sind eine weitere Ursache für den hohen Druck. Außerdem: Die Gewalt gegenüber medizinischem Personal nimmt zu, man ist vermehrt Aggressionen ausgesetzt. In Forschung und Lehre steigt die Anspannung, da Fördermittel gekürzt werden. Und da sich viele Patient:innen im Vorfeld vor allem online über Diagnosen und Behandlungen „informieren“, werden Ärzt:innen vielfach mit diesem Wissen bzw. falschen Behauptungen konfrontiert – „sie wollen aufwendiger beraten werden und hinterfragen stärker“. Angebote im Aufbau Vor diesem Hintergrund habe man überlegt, wie man besser Prävention betreiben und Angebote schaffen könne, erzählt Univ.-Prof. Jolana Wagner-Skacel, Leiterin der Klinischen Abteilung für medizinische Psychologie, Psychosomatik und Psychotherapie: „Schon während COVID haben wir begonnen, das Personal durch Supervision zu unterstützen. Nun sind als niederschwelliges Angebot Peer-toPeer-Programme an einigen Abteilungen dazugekommen.“ „Zentral ist, dass mehr Sensibilität unter den Kolleg:innen geschaffen wird. Es muss nicht nur ein Miteinander, sondern ein Füreinander geben.“ „Wenn wir in der Psychiatrie eine schwierige Situation mit Patient:innen haben, setzen wir uns nach dem Vorfall zusammen und reden darüber. Die Mitarbeiter:innen sagen oft, dass sie nichts brauchen und das kann natürlich sein. Trotzdem hat man manchmal das Gefühl, das wird gesagt, Foto: envato/Zinkevych_D Mentale Gesundheit: Ärzt:innen müssen auf sich achten Die Belastungen und Anforderungen an Ärzt:innen sind weiter gestiegen. Mit den Peer-to-Peer- Programmen von „Mind Matters“ wird am LKH Univ.-Klinikum Graz Prävention betrieben, um das Personal besser zu unterstützen. Und das stößt auf Interesse. 12 ÆRZTE Steiermark || 01|2026
PSYCHISCHE GESUNDHEIT Foto: privat, Christian Jungwirth weil es nicht sein dürfe – und das, obwohl wir in diesem Fach tätig und hochgeschult sind. Doch die Auswirkungen können später wiederkommen. Und das betrifft alle Berufsgruppen“, betont Eva Reininghaus. „Psychische Gesundheit ist wichtig, denn wenn es mir nicht gut geht, entstehen Symptome und Krankheiten. Schaffen wir die Möglichkeit, über psychische Gesundheit zu reden, Strategien zu entwickeln, einander zu stärken und ein Umfeld zu schaffen, in dem man sagen darf: ,Ich schaffe das nicht‘, dann ist viel gewonnen.“ Kein Tabu Jolana Wagner-Skacel ergänzt: „Wir sehen ja, dass psychische Erkrankungen stigmatisiert sind. Kommen Patient:innen in die Aufnahme, bei denen eine psychische Erkrankung bekannt ist, werden sie weniger ernst genommen und das beeinflusst die Behandlung.“ Daher sei es wichtig, einen anderen Umgang zu schaffen. Es dürfe auch kein Tabu sein, dass Ärzt:innen auf ihre psychische Gesundheit achten und behandelt werden. „In der COVID-Pandemie waren es vor allem jüngere Kolleg:innen, die betroffen waren, und auch beim Amoklauf hat sie die Extremsituation stärker belastet. Wobei: Die Resilienz steigt meist mit dem Alter, da man im Laufe der Zeit Strategien entwickelt, aber das muss nicht zwingend so sein.“ Haltung der Führungskräfte Im Programm „Mind Matters“ werden nun Peers z. B. in Psychoedukation und Resilienzförderung ausgebildet, um Kolleg:innen zu unterstützen – gemeinsam mit Pflege und vorklinischen Fächern, denn es „macht keinen Unterschied, ob jemand Pfleger:in, Arzt oder Ärztin ist“, erklärt Reininghaus. Zusätzlich gibt es Einzelpsychotherapie sowie Gruppen-Supervision, da es hilfreich sein kann, andere Perspektiven einzunehmen und Ausgrenzungen entgegenzuwirken. Entscheidend sei die Haltung der Führungskräfte, so Wagner-Skacel: „Es muss auch von oben gelebt werden. Wird klar ausgesprochen, dass das Thema wichtig ist und man auf die eigenen Leute schauen möchte, prägt das die Kultur und Atmosphäre.“ Und die Führungsebene muss auch auf sich selbst achten: „Die Förderung psychischer Gesundheit muss auch für sie gelten. Führungskräfte müssen außerdem Strategien kennen und wissen, was sie tun können, wenn jemand zu ihnen kommt.“ Kontakt Abschließend betonen Reininghaus und Wagner Skacel, dass es bereits von einigen Führungskräften Interesse an den Angeboten von „Mind Matters“ gibt – ein guter Start, der sich hoffentlich noch steigert: „Unsere beiden Abteilungen stehen auf jeden Fall als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung. Zusätzlich gibt von der Ärztekammer für Steiermark zum Beispiel für Studierende Angebote.“ „Nun sind als niederschwelliges Angebot Peer-to-PeerProgramme dazugekommen. Unsere beiden Abteilungen stehen dafür als Ansprechpartnerinnen für alle Abteilungen und Führungskräfte zur Verfügung.“ Jolana Wagner-Skacel „Psychische Gesundheit ist wichtig, denn wenn es mir nicht gut geht, entstehen Symptome und Krankheiten. Schaffen wir ein Umfeld, in dem man sagen darf: ,Ich schaffe das nicht‘, dann ist viel gewonnen.“ Eva Reininghaus ÆRZTE Steiermark || 01|2026 13
Das Konzert-Jahr 2026 wird richtig stark KONZERTE Im Februar holt Radio Soundportal ClockClock im Rahmen der „Dream Forever“-Tour 2026 ins ppc in Graz (11.2.). Emotionale Ehrlichkeit trifft hier auf mitreißende Beats: Mit Songs wie „Sorry“, „Someone Else“ und „Over“ stürmten ClockClock mehrfach an die Spitze der deutschen Airplay-Charts. Ein spektakulärer Höhepunkt für TechnoLiebhaber:innen ist im gleichen Monat „Gigi D’Agostino – 360° LIVE“, der von 26. bis 28.2. elektronische Musik in der Stadthalle Graz mit einem fesselnden Rundum-Bühnenkonzept neu erlebbar macht. Am gleichen Veranstaltungsort tritt am 7.3. auch die RapRock-Band Kraftklub auf. Glenn Miller Orchestra Das „Glenn Miller Orchestra“ ist mit seinem Programm „Swing Forever“ auf Tournee und macht dabei am 21.3. im Stefaniensaal im congress graz Station. Unter der Leitung von Uli Plettendorff erwartet das Publikum ein mitreißendes Konzerterlebnis, das ganz im Zeichen des Tanzes steht. Eines ist fix – hier wird der Swing-Funke überspringen. Der österreichische Musiker und Entertainer Rian hat sich rasant vom Newcomer zum Platin-Indiepop-Star, AMADEUS-Award-Abräumer und Live-Magneten entwickelt. Von seiner Bühnenpräsenz kann man sich am 9.4. im Rahmen seiner „Live 2026“- Tour im Orpheum überzeugen. Die US-amerikanische A-cappella-Gruppe Pentatonix wird hingegen am 12.4. unterschiedlichste Generationen in der Stadthalle Graz mit vokaler Präzision verzaubern. Das mit 3 „Grammy Awards“ ausgezeichnete Vokalensemble ist für seine üppigen Harmonien und atemberaubenden A-cappella-Arrangements bekannt – das sollte man sich nicht entgehen lassen. 5 Seconds of Summer Am 25.4. hat man die Qual der Wahl: An diesem Tag stehen „5 Seconds of Summer“ mit den Hits aus dem Album „Everyones A Star!“ in der Stadthalle auf der Bühne und im Dom im Berg fragt Josh auf seiner Solo-Tour „Wer singt dann Lieder für dich?“ und verspricht einen einzigartigen Abend mit seinen bekannten Songs und Hits. Endlich wieder richtiger Austropop – das hört man oft, wenn über das Duo Edmund aus dem Wienerwald gesprochen wird. Am 16. 5. sind Edmund im Rahmen der „Legende Tour“ auf der Kasemattenbühne auf dem Schloßberg zu hören. Die zweistimmigen Mundartsongs vereinen alten Austropop mit aktuellem Songwriting und treffen damit – gemischt mit einer guten Portion Rock – voll ins Schwarze. Zucchero Weltstar Zucchero präsentiert seine aktuelle Show unter dem Motto „Overdose D’Amore GOLD“ – live zu erleben am 14.6. in der Stadthalle Graz. Ebenfalls hier, bzw. genauer gesagt in der Freiluftarena B, treten am 26.6. Unheilig auf. Nach mehr als 9 Jahren meldet sich die Band wieder zurück. 15 Jahre nach der Erfolgssingle „Geboren um zu leben“ und dem vielfach ausgezeichneten Album „Große Freiheit“ wird das Jubiläum mit den Fans auf den Comeback-Konzerten gefeiert. Von (Austro-)Pop und Rock bis zu Swing, Techno und Chansons: Ein Überblick über einige der Konzerte, die in diesem Jahr in Graz über die Bühne gehen. Fotos: Luigi Rizzo, BrianZiff 14 ÆRZTE Steiermark || 01|2026 Zucchero 5 Seconds of Summer
KONZERTE Sportfreunde Stiller Auf dem Schloßberg geht es auch im Sommer musikalisch rund: Auf der Kasemattenbühne sollte man sich 2026 Julian le Play (18.6.), die Sportfreunde Stiller mit „30 wunderbare Jahre“ (23.7.) und Peter Cornelius & Band (25.7.) nicht entgehen lassen. Tream Tream aka treamiboii zählt längst zu den erfolgreichsten Deutschrap-Newcomern der letzten Jahre und begeistert mit seinem einzigartigen Mix aus Partysound und emotionaler Tiefe eine stetig wachsende Fanbase – „Deutschlands erster Schlagerrapper“, wie er selbst sagt. Am 24.7. kann man sich in der Freiluftarena B live davon überzeugen. Der Künstler aus dem Allgäu verzeichnete bereits Millionen von Streams und Views, seine Single „Lebenslang“ wurde ein viraler Hit auf TikTok und konnte sich 28 Wochen in den deutschen Charts halten. Mit über 300 Millionen Streams auf Spotify allein gehört Tream zu den gefragtesten Vertretern der neuen Generation von Deutschrap-Acts. Ungeschminkt, authentisch und mittlerweile zeitlos – das ist Ambros pur. Und das darf man sich auch für den 14.8. auf dem Grazer Karmeliterplatz erwarten, wenn Wolfgang Ambros hier Station macht. Annett Louisan Im Herbst folgen dann noch Highlights wie Pizzera & Jaus in der Freiluftarena B (4.9.) und die erfolgreiche deutsche Pop-Rock-Band AnnenMayKantereit, die am 20.9. in der Stadthalle zu hören ist. Annett Louisan präsentiert schließlich noch im Orpheum Graz Chansons in deutscher Sprache, vorgetragen mit ihrer einzigartigen Stimme, gespickt mit Humor, Ironie und viel Tiefgang. Pizzera & Jaus ClockClock Pentatonix Fotos: Luke Fontana, Niklas Kamp, Pertramer
16 ÆRZTE Steiermark || 01|2026 BEREICH WERBUNG ÆRZTE Steiermark || 11|2025 16 hen eils ELL WEITER BILDUNG k27 Graz © AdobeStock T tz rn! Leitung: Prim. Dr. Andreas Spary Ziel dieser ÖÄK-Zertifikatsausbildung Angiologische Basisdiagnostik ist die Vermittlung von Grundkompetenzen auf dem Gebiet der Gefäßmedizin und das Erlernen der prakt. Durchführung der Bestimmung des Knöchelarmindex mit Hilfe des Doppler Ultraschalls. Der Lehrgang besteht aus zwei Teilen: Seminar am Sa. 10.10.2026 (08.30-18.30) und Kolloquium am Sa. 13.03.2027 (08.30-15.00) Die vollständige Teilnahme ist an beiden Tagen erforderlich. FORTBILDUNG AKTUELL Anmeldung & Info: www.med.or.at/angio Telefon 0316/8044-37 E-Mail: fortbildung@aekstmk.or.at WEITER BILDUNG AngiologieZertifikat 26/27 3. ÖÄK-Zertifikatslehrgang in Graz 10. Okt. 2026 & 13. März 2027 Steiermarkhof Graz ÖÄK-Diplom ForensischPsychiatrische Gutachten Leitung: Dr. Thomas Memmer Der Lehrgang besteht aus 5 Modulen jeweils Freitag von 12.45-18.30 Uhr und Samstag von 08.30-14.30 Uhr. Modul 1: 2./3. Oktober 2026 Modul 2: 13./14. November 2026 Modul 3: 29./30. Jänner 2027 Modul 4: 26./27. Februar 2027 Modul 5: 9./10. April 2027 FORTBILDUNG AKTUELL Anmeldung & Info: www.med.or.at/forensik Telefon 0316/8044-37 E-Mail: fortbildung@aekstmk.or.at WEITER BILDUNG ForensikDiplom 26/27 9. ÖÄK-Diplomlehrgang in Graz 2.10.2026 – 10.04.2027 Steiermarkhof Graz © AdobeStock J E T Z T platz sichern! Leitu Ziel d Angi Verm Gebi der p des K Ultra Der L Semi Kollo Die vo an bei FO Anm ww Telefo E-Ma A Z 3. Ö 10. O Stei
Viele Stationen bis zur eigenen Praxis Schon während ihres Studiums hat Marlen Kleinhans-Öller von Australien über Mexiko, Irland und Spanien famuliert, ihre Ausbildung hat sie von Mittersill bis nach Thüringen geführt. Über viele Umwege hat die gebürtige Tirolerin letztlich eine Ordination in Kapfenberg eröffnet. Kleinhans-Öller: „Nachdem ich nach dem Studium in Graz seinerzeit keine Turnusstelle bekam, bin ich in Mittersill gelandet.“ Später bewarb sie sich auf der HNO und arbeitete neben der Arbeit an der Uniklinik als praktische Ärztin. In Spielberg übernahm sie nach einem plötzlichen Todesfall des praktischen Arztes über ein halbes Jahr als Vertretung die Hausarztpraxis. „Das war sehr lehrreich und der Gedanke, eine eigene Ordination zu führen, gefiel mir gut.“ Zu dieser Zeit fühlte sie sich aber noch nicht an dem Punkt angekommen. Patientenkontakt fehlt Durch Zufall besuchte sie eine Messe in Innsbruck, bei der Deutschland um Ärzt:innen warb. „Mir wurde vom Fleck weg eine Facharzt-Ausbildung angeboten“, so Kleinhans-Öller. Ihren Kinderwunsch im Hinterkopf stand für sie eine kinderfreundliche Ausrichtung an vorderster Stelle. Die angebotene Ausbildung zur Fachärztin für Labormedizin schien ihr ideal. „Aber ich habe in Thüringen die Berge und in der Facharztausbildung zur Labormedizin den Patient:innenkontakt vermisst“, blickt sie auf die Zeit in Deutschland zurück. So folgte sie ihrem Mann nach Zell am See, nach der Geburt ihrer beiden Kinder begann sie parallel die FA-Ausbildung Augenheilkunde und Krankenhaushygiene und war von beiden gleichermaßen begeistert. Dankbare Patient:innen Als ihre ältere Tochter ins Schulalter kam, kehrte sie nach Graz zurück und ist sehr dankbar, dass sie ihre Facharztausbildung in Graz in einem außerordentlich kollegialen und wertschätzenden Team abschließen konnte „Hier wird das gesamte Spektrum der Augenheilkunde angeboten“, blickt sie auf spannende Jahre zurück. Danach begann sie Augenärzt:innen zu vertreten und so einen sehr guten Einblick und wertvolle Erfahrungen für ihre eigene Ordination zu sammeln. Denn bis zur Pensionierung im Krankenhausbetrieb zu arbeiten, konnte sie sich nicht vorstellen. „Die Nacht- und Wochenenddienste sind mir mit Familie zunehmend schwerer gefallen, zumal mit Kindern der Schlaf ohnehin zu kurz kommt.“ Als der Kassenvertrag in Kapfenberg ausgeschrieben wurde, ergriff sie die Chance – im September erfolgte die Eröffnung. Kleinhans-Öller: „Die Patient:innen sind so nett und dankbar, dass es nun wieder eine Augenärztin gibt.“ Auch mit ihrem Team ist sie sehr zufrieden. „Es ist schön, so zu arbeiten und auch von der Stadtgemeinde so nett willkommen geheißen zu werden.“ Austausch fehlt Nach den größten Vorteilen einer eigenen Ordination gefragt, antwortet Kleinhans-Öller: „Ich liebe es selbstbestimmt zur arbeiten. Das Wochenende frei und keine Nachtdienste zu haben, ist ebenfalls ein großer Vorteil.“ Einzig den täglichen kollegialen Austausch vermisse sie sehr. Für alle, die lieber im Krankenhausbetrieb bleiben wollen, wünscht sie sich ein Modell, wie sie es in Australien und einigen europäischen Ländern kennengelernt hat. Hier machen Ärzt:innen ab dem 50. Lebensjahr keine Dienste mehr, sondern sind mit ihrer reichen Erfahrung für die Ausbildung der jungen Kolleg:innen zuständig. Foto: privat „Ich liebe eigenständiges Arbeiten – und bin gerne meine eigene Chefin. Und natürlich ist es ein Riesenvorteil, das Wochenende frei und keine Nachtdienste zu haben.“ GERNE ÄRZTIN GERNE ÄRZTIN/ARZT IN DER STEIERMARK Es ist nicht alles gut. Aber es ist so vieles gut, dass Ärztinnen und Ärzte in der Steiermark das gerne sind. Hier sagen sie, warum und zeigen ihr Gesicht. Marlen Kleinhans-Öller ÆRZTE Steiermark || 01|2026 17 Die Sehnsucht nach den Bergen und der Wunsch, mit Menschen zu arbeiten, haben ein gutes Stück dazu beigetragen, dass Marlen Kleinhans-Öller im September ihre eigene Ordination in Kapfenberg eröffnet hat. Ein Schritt, über den sie „absolut glücklich“ ist.
18 ÆRZTE Steiermark || 01|2026 GRATIS-IMPFAKTION Mein Wohntraum ist mir Egal ob Ziegel oder Holz, ob Neubau, Zu- oder Umbau - die Profis von Lieb Bau Weiz sind für alle Fragen rund um das Thema Bauen die erste Anlaufstelle. Von der Planung bis zur Umsetzung - wir freuen uns, Ihren Wohntraum wahr werden zu lassen. Mehr Infos: liebbauweiz.at oder 03172 / 2417 LIEB Fertighaus LIEB Massivhaus LIEB Stiege Besuchen Sie uns bei der Häuslbauermesse Graz 22. - 25. Jänner 2026 | Stand 405 28 Jahre, 280.000 Babys, 3.182.880 dokumentierte Impfungen „Wir sind natürlich kooperativ gewesen, was die Übergabe der Verwaltungsprozesse an die Landessanitätsdirektion anlangt“, so WAVM-Obmann und ÄK-Impfreferent Michael Adomeit, „denn uns ging es immer um möglichst hohe Durchimpfungsraten für die 0- bis 15-Jährigen. Und dieses Ziel unterstützen wir natürlich auch jetzt. Auch wenn das Land nun – vermutlich um das Budget beim Posten Leistungszukauf zu entlasten – die Verwaltung der Gratis-Impfungen selbst machen möchte. Aus impfärztlicher Sicht ist aber auch klar: Wer eine klaglos funktionierende Leistung übernimmt, von dem wird erwartet, sie ebenso weiterführen. Das reicht von der Versorgung der Geburtenstationen und Ordinationen mit den Scheckheften und Bonbögen, über das die Eltern motivierende Eltern-Kind-Infoservice bis zur Honorierung der impfenden Kolleg:innen – um nur einige der Agenden zu nennen.“ Messlatte Durchimpfungsraten Einen wesentlichen Indikator für dieses Weiterlaufen stellen die Durchimpfungsraten dar. „Wir hoffen sehr, dass alles so gut klappt, dass keine Einbrüche bei den Durchimpfungsraten zu verzeichnen sind“, so Adomeit, „denn da geht’s ja um die Gesundheit der steirischen Kinder. Es wäre bitter, wenn eine Elterngeneration, die selbst gut durchgeimpft und sozusagen mit den Scheckheften gesund groß geworden …beschreiben die ansehnliche Bilanz der Gratis-Impfaktion der Wissenschaftlichen Akademie für Vorsorgemedizin (WAVM) in der Steiermark. Seit 1.1.2026 ist das nun Geschichte. Denn das Land hat die Administration der Gratis-Impfaktion in einem Inhousing-Prozess übernommen.
GRATIS-IMPFAKTION ÆRZTE Steiermark || 01|2026 19 „Aus impfärztlicher Sicht ist aber auch klar: Wer eine klaglos funktionierende Leistung übernimmt, von dem wird erwartet, sie ebenso weiterzuführen.“ Michael Adomeit Impfreferent der Ärztekammer Steiermark ist, nun nicht dieselben guten Bedingungen für die Gesundheitsvorsorge ihrer eigenen Babys vorfinden würde.“ Impfordinationen oder Geburtenstationen, die Scheckhefte, Bonbögen oder Infomaterialien für die Ordinationen brauchen, wenden sich nunmehr an die Landessanitätsdirektion (Mo-Fr, 8-13 Uhr, siehe Infobox). Dasselbe gilt für alle Honorierungsfragen, denn das Land übernimmt auch die Administration der Impfhonorare. Auch die Information der Impfärzt:innen über allfällige Änderungen innerhalb der Gratis-Impfaktion wird nun hoffentlich zeitnah direkt von der Landessanitätsdirektion aus erfolgen. Damit dies möglichst reibungslos vonstattengehen kann, wurden einige Mitarbeiter:innen, die in der WAVM bisher diese Agenden betreut haben und dies wollten, in den Landesdienst übernommen und die Impfdatenbank samt damit verbundener ITInfrastruktur übergeben. WAVM entwickelt sich weiter „Wir haben seinerzeit die Impfadministration innert einiger Wochen aus dem Boden gestampft – und sie hat wunderbar funktioniert“, zeigt sich Adomeit zuversichtlich, „nun werden wir die Ausbildungsschiene, die wir ja seit einigen Jahren aufgebaut haben, ausweiten und die Interdisziplinäre Kontakt- und Anlaufstelle (I.K.A.) weiterentwickeln. Die Arbeit geht uns also gewiss nicht aus.“ Für beide Angebote gilt die Zielstellung, das Service für den niedergelassenen Bereich weiter zu optimieren. Die I.K.A. wird 2026 von der Papiermühlgasse auf den Lendplatz ziehen, weil sich der stetig wachsende Zulauf an Substitutionspatient:innen in den Räumen des ehemaligen Ärztenotdienstes nicht mehr bewältigen lässt. Was das Ausbildungsprogramm für Ärzt:innen und Ordinationsassistent:innen betrifft, wird die WAVM die Palette an Kursen und Fortbildungsangeboten 2026 ausweiten. Neue Kontaktdaten für das kostenfreie Impfprogramm Steiermark: Amt der Steiermärkischen Landesregierung Abteilung 8 Gesundheit und Pflege: Referat Sanitätsdirektion – Gesundheitswesen Haus der Gesundheit, Friedrichgasse 9, 8010 Graz Telefon: +43 316/877 – 2005 Infos zum KIPSTMK nur mehr über: kostenfreies-impfprogramm@stmk.gv.at Neue Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8 bis 13 Uhr Fotos: Schiffer, envato/SeDmi
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