40 ÆRZTE Steiermark || 12|2025 Feedback, Strukturen und Evaluierung sorgen für starke Ergebnisse Wir haben bei den Leitern von jenen Abteilungen, die bei der Ausbildungsevaluierung 2025 die größten Verbesserungen erzielen konnten bzw. im Bereich EBM am besten abgeschnitten haben, nachgefragt, wie sie die Ausbildung junger Ärzt:innen anlegen. Zu jenen 3 Abteilungen, die bei der Ausbildungsevaluierung 2025 in ihrer Bewertung die größten Verbesserungen verzeichnen konnten (und über mindestens 5 Turnusärzt:innen verfügen sowie einen entsprechenden Rücklauf an Fragebögen vorweisen können), zählen die Abteilung für Frauenheilkunde des LKH Hochsteiermark am Standort Leoben, das Univ.Klinikum für Frauenheilkunde in Graz und die Abteilung für Innere Medizin am LKH Murtal Standort Knittelfeld. Mit den besten Ergebnissen in EBM stechen die Klinische Abteilung für Plastische Chirurgie der Univ.Klinik für Chirurgie in Graz, die Univ. Klinik für Innere Medizin in Graz und ebenfalls das Univ. Klinikum für Frauenheilkunde in Graz hervor. LKH Hochsteiermark, Standort Leoben „Ich habe an meiner Abteilung 9 Ärztinnen in Sonderfachausbildung. In den letzten Jahren war, bedingt durch Ressourcenengpässe, insbesondere in der chirurgischen Ausbildung eine Neuorganisation erforderlich. Das hat dazu geführt, dass wir die gesamte Ausbildung – Allgemeinmedizin und Sonderfach – thematisiert, bearbeitet und neu strukturiert haben. Das hat offensichtlich wesentlich zu einer besseren Bewertung als Ausbildungsstätte beigetragen“, freut sich Thomas Aigmüller, Vorstand der Abteilung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am LKH Hochsteiermark in Leoben. Für die Ausbildungsorganisation in Aigmüllers Abteilung tragen 2 Ärzt:innen die Verantwortung, was auch strukturierte Evaluierungsmaßnahmen inkludiert. „Wir haben eine klare Struktur, regelmäßig Evaluierungen durch die AOA und mich sowie eine verbesserte Awareness im gesamten Team“, fasst Aigmüller die gesetzten Maßnahmen bzw. Schwerpunkte zusammen. Sein Wunsch für noch mehr Weiterentwicklung: ein regelmäßiges Coaching bzw. eine Vernetzung der Ausbildungsoberärzt:innen. Univ.Klinikum für Frauenheilkunde, Graz „Das ist der Verdienst unserer Ausbildungsoberärzt:innen und auch eine Mannschaftsleistung“, betont Univ.-Prof. Karl Tamussino, Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Graz, hinsichtlich der Bewertungssteigerung: „Wir schauen auf strukturierte Einarbeitung und geregelte Supervisionskonzepte ebenso wie auf eine Kultur der Wissensvermittlung durch das gesamte Team – alle Ärzte sind Ausbildungsärzte.“ Woran liegt es, dass seine Klinik gerade bei der EBM, die bei der Evaluierung ja insgesamt schlechter abschnitt, „punkten“ konnte? „Wir müssen begründen können, was wir empfehlen und was wir tun. Wir referenzieren aktuelle Leitlinien und Literatur. Phrasen wie ,Haben wir schon immer so gemacht‘ oder ,Nutzt‘s nichts, schadet‘s nichts‘ sind insuffizient und letztlich ignorant.“ Die EBM „ist unsere DNA“ meint Tamussino, deshalb findet er zum Beispiel, die PubMed-Mobile-App sollte auf allen Handys installiert sein. Insgesamt legen Tamussino und sein Team mit Univ.-Prof. Herbert Fluhr und den AOÄ Foto: Privat, KK „Wir haben eine klare Struktur, regelmäßig Evaluierungen durch die AOA und mich sowie eine verbesserte Awareness im gesamten Team.“ Thomas Aigmüller Frauenheilkunde und Geburtshilfe, LKH Hochsteiermark/Leoben ANGESTELLTE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE „Der gute Ruf sorgt dafür, dass wir bei KPJ-Anfragen und Famulatur bereits für das kommende Jahr ausgebucht sind.“ Andreas Lueger Innere Medizin, LKH Murtal, Knittelfeld
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