AERZTE-Steiermark-12-2025

ÆRZTE Steiermark || 12|2025 35 FORSCHUNG STEIERMARK Natürliche Killerzellen und T-Zellen des menschlichen Immunsystems eliminieren infizierte oder entartete Zellen durch die gezielte Freisetzung sogenannter zytotoxischer Granula – dazu setzen sie mikroskopisch kleine „Pakete“ frei, die mit hochgiftigen Molekülen gefüllt sind. Ein internationales Forschungsteam fand nun eine unerwartete Verbindung zwischen dem Fettstoffwechsel und der Fähigkeit des Immunsystems, seine „tödliche Fracht“ zielgenau abzugeben – und liefert damit neue Einblicke in Erkrankungen, die durch genetische Defekte verursacht werden. Lipide: zentrale Rolle Unter Einsatz von CRISPRbasierten Analysemethoden identifizierte das Forschungsteam eine bislang unerwartete Gruppe von Genen, die maßgeblich an der Freisetzung zytotoxischer Granula in menschlichen NK- und T-Zellen beteiligt ist. Viele dieser Gene stehen in engem Zusammenhang mit dem zellulären Lipidstoffwechsel. Die Untersuchungen zeigten, dass bestimmte Lipide eine zentrale Rolle dabei spielen, dass wichtige Proteine für die kontrollierte Freisetzung der Granula an ihren korrekten Zielort innerhalb der Immunzellen gelangen – ein essenzieller Schritt, um infizierte oder entartete Zellen effektiv und kontrolliert zu eliminieren. Internationales Team Die Studie entstand unter Leitung von Kaan Boztug, Professor an der Med Uni Wien und u. a. Forschungsgruppenleiter an der St.- Anna-Kinderkrebsforschung, in Zusammenarbeit mit Artem Kalinichenko (Med Uni Graz) und Jakob Huemer sowie in enger internationaler Zusammenarbeit mit Forschungsteams aus Österreich, Frankreich, Schweden Frisch publiziert Cardiomyocyte-Specific Deletion of Sirtuin 5 Accelerates the Development of Heart Failure Upon Dysregulating Purine Metabolism. Byrne, NJ; Koentges, C; Pfeil, K; Lueg, JC; Bakshi, S; Tarkhnishvili, A; Vosko, I; Gollmer, J; Birkle, LC; Rathner, T; Birkle, S; Tang, S; Rau, C; Hoffmann, MM; Odening, KE; Barnes, S; Wilson, LS; Ljubojevic-Holzer, S; Wallner, M; von, Lewinski, D; Rainer, P; Sedej, S; Sourij, H; Bode, C; Wende, AR; Zirlik, A; Bugger, H Acta Physiol (Oxf). 2025; 241(11):e70120 Doi: 10.1111/apha.70120 [OPEN ACCESS] Forscher:innen der Grazer Medizinischen Universität publizieren regelmäßig in internationalen Journalen. Wir bringen jeden Monat aktuelle Beispiele. Indem sie gezielt hochgiftige Partikel freisetzen, eliminieren natürliche Killerzellen und T-Zellen infizierte oder entartete Zellen. Ein internationales Forschungsteam präsentiert nun eine Entdeckung, die das Verständnis der Immunabwehr grundlegend erweitert. und Finnland. Die Arbeit stellt einen wichtigen Schritt hin zu einem besseren Verständnis darüber dar, wie der menschliche Körper Infektionen und Krebs bekämpft. Weg zu neuen Therapien „Durch die systematische Erforschung genetischer Signalwege und die Kombination von funktioneller Genomik mit mechanistischen Folgeuntersuchungen haben wir eine neue Gruppe von Genen entdeckt, die die Funktionsweise von T- und NK-Zellen steuern und sowohl virusinfizierte Zellen als auch Tumorzellen abtöten“, sagt Co-Erstautor Artem Kalinichenko. Diese Erkenntnisse können helfen, genetische Erkrankungen besser zu diagnostizieren – und langfristig den Weg zu neuen Therapien eröffnen. Präzise Immunabwehr Foto: Med Uni Graz/Foto Fischer

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjg3NzQ1MQ==