AERZTE-Steiermark-11-2025

„Jeder ist gewillt sein Wissen weiterzugeben und andere zu instruieren. Jung lernt von Alt, aber auch Alt lernt von Jung!“ Vinzenz Stepan Innere Medizin im KH der Elisabethinen Graz „Die Ärzt:innen verbringen ja teilweise mehr Stunden mit den Kolleg:innen als mit der Familie, da muss das Arbeitsklima stimmen.“ Lars Kamolz Plastische Chirurgie, LKH-Univ. Klinikum Graz ANGESTELLTE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Fotos: Kanizaj Marija, Mussnig Elisabethinen, envato/Ancapital unterschiedliche Lösungswege gezeigt bekommen und das Handwerk profund lernen, um es selbstständig anwenden zu können“, erklärt Kamolz. Qualität, Patientensicherheit und Fehlerkultur seien nicht nur Schlagworte: „Man muss auch darüber reden können, wenn Sachen nicht optimal laufen. M&M-Konferenzen, bei denen man Fälle im Nachhinein bespricht, sind wichtig.“ Kamolz sieht es auch als seine Hauptaufgabe als Führungspersönlichkeit, dass „seine“ Ärzt:innen gut arbeiten können: „Sie verbringen ja teilweise mehr Stunden mit den Kolleg:innen als mit der Familie, da muss das Arbeitsklima stimmen. Wir haben eine Kultur, wo jeder alles sagen und fragen kann.“ Den Spiegel durch die Evaluierung regelmäßig vorgehalten zu bekommen, ist Kamolz ein großes Anliegen, damit man sehe, was gut läuft und wo man nachschärfen müsse. KH der Elisabethinen „Mir ist es wichtig, dass die Jungärzt:innen bei uns eine breite internistische Ausbildung mit dem Fokus auf eine verantwortungsvolle, ganzheitliche und personalisierte Medizin erhalten. Wir versuchen praxisnahes Lernen zu leben, ein vertrautes Miteinander, ohne hierarchische Strukturen hervorzukehren“, beschreibt Primar Vinzenz Stepan seine Ausbildungsphilosophie und sieht seinen Weg durch die guten Ergebnisse seiner Abteilung für Innere Medizin im Krankenhaus der Elisabethinen Graz bestätigt. Weiters betont Stepan, dass in einer guten Ausbildungssituation niederschwelliges Fragen und Lernen jederzeit möglich sein müsse. Die Unterstützung für die Jungärzt:innen gebe es im Hintergrund, jedoch will er die Kolleg:innen in der Ausbildung frühzeitig zum selbstständigen Arbeiten hinführen. Offene Feedbackkultur In der Abteilung habe man eine offene Feedback- und Fehlerkultur mit direkter Aufarbeitung und Erarbeitung von Verbesserungen. Regelmäßige und auch anlassbezogene Simulationstrainings geben Sicherheit: „Jeder ist gewillt sein Wissen weiterzugeben und andere zu instruieren. Jung lernt von Alt, aber auch Alt lernt von Jung!“ Ein freundschaftlicher, kollegialer, motivierter und wertschätzender Umgang sowohl im Team als auch interprofessionell bildet laut Stepan die Basis für das gute Ergebnis. Das Tool der Ausbildungsevaluierung hält er für sehr hilfreich, „um zu sehen in welchen Bereichen man noch nachbessern muss“. ÆRZTE Steiermark || 11|2025 51

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