AERZTE-Steiermark-11-2025

ÆRZTE Steiermark || 11|2025 45 FORSCHUNG STEIERMARK Frisch publiziert Perceived Chronic Stress prior to SARS-CoV-2 Infection Predicts Ongoing Symptomatic COVID-19: A Prospective Cohort Study Fazekas, C; Goswami, N; Matzer, F; Avian, A; Lodron, J; Rijksen, M; Hanfstingl, B; Kavcic, V; Groselj-Strele, A; Sourij, H; Kessler, HH; Stelzl, E; Voegel, CD; Binz, TM; Schmid-Zalaudek, K; Wittmann, A; Pilz, S. Psychother Psychosom. 2025; 1-12 Doi: 10.1159/000547858 [OPEN ACCESS] Forscher:innen der Grazer Medizinischen Universität publizieren regelmäßig in internationalen Journalen. Wir bringen jeden Monat aktuelle Beispiele. MEDIA BASED MEDICINE Forscher:innen entschlüsseln Hitzewahrnehmung Die Funktionsweise des wichtigsten Hitzesensors des Menschen, TRPM3, konnte man an der Northwestern University klären. Die Forscher:innen konnten nachweisen, wie dieser beim Ansteigen der Temperaturen aktiviert wird. Mehr dazu wurde in „Nature Structural & Molecular Biology“ veröffentlicht. Die Ergebnisse erklären, wie das Nervensystem harmlose Wärme und gefährlicher Hitze unterscheidet. Da TRPM3 auch bei Schmerzen, Entzündungen und Epilepsie eine Rolle spielt, könnte man damit neue Arten von Schmerzmitteln entwickeln, die nicht süchtig machen. Quelle: Pressetext.com, 27.10.2025 Täglich bekommen Patient:innen von den Medien neue „Sensationen“ aus der Welt der Medizin aufgetischt: Rund 5 % der Österreicher:innen sind von COPD betroffen. An der Med Uni Graz wird die Rolle des Immunsystems bei chronischen Lungenerkrankungen erforscht. Die Forscher:innen konnten sogar einen neuen Subtyp der Erkrankung identifizieren. COPD ist weltweit die vierthäufigste Todesursache. Sie zeichnet sich durch chronische Entzündungen und irreversible Lungenschäden aus. Die Krankheit kann auf unterschiedliche Arten in Erscheinung treten. Aus diesem Grund, wegen des va- riablen Verlaufs und des Fehlens einer heilenden Therapie ist die Behandlung schwierig. In fortgeschrittenen Fällen bleibt die Lungentransplantation die einzige Option. Das Immunsystem spielt eine zentrale Rolle bei der Entstehung, da es strukturelle Veränderungen und das Fortschreiten der Krankheit fördert. Die Komplexität der Immunzellinteraktionen und die Vielfalt der immunologischen Veränderungen im Rahmen dieser Krankheit erschweren es jedoch, aus dieser Erkenntnis klinisch relevante Schlussfolgerungen zu ziehen. „Die meisten bisherigen Forschungsarbeiten konzentrierten sich auf bestimmte Immunzellpopulationen. Ein aussagekräftiger Vergleich mit gesundem Lungengewebe war nicht möglich, da dieses als Vergleichsmaterial nicht ausreichend verfügbar war. Die Erforschung der lokalen Immunzellstörung in den Lungen von Patient:innen mit COPD hat daher hohe Priorität“, so Forscher Leigh Marsh. Immunzellen im Mittelpunkt In der Studie wurden die immunologischen Veränderungen bei COPD untersucht und die Rolle des Immunsystems bei der Entstehung und im Fortschreiten der Krankheit hervorgehoben. „Die Ergebnisse zeigen eine ausgeprägte lymphozytäre Entzündung in den Lungen von COPD-Patient:innen, begleitet von erhöhten Spiegeln wichtiger Immunsignalmoleküle sowohl in der Lunge als auch im Blutkreislauf. Dieses auffallend gestörte Immunmilieu deutet darauf hin, dass Immunzellen kontinuierlich in die Lunge rekrutiert und dort festgehalten werden. Eine derart anhaltende Entzündungsreaktion könnte erklären, warum die Erkrankung so beständig und nur schwer zu behandeln ist“, so Marsh. Mithilfe von maschinellem Lernen wurde sogar ein neuer Subtyp der COPD identifiziert: die sogenannte Emphysema Inflammatory Subgroup (EIS), die sich durch ein anderes Immunprofil und eine ausgeprägtere Form des Lungenemphysems von anderen COPD-Subtypen unterscheidet. Maschinelles Lernen hilft bei der Identifizierung von COPD Foto: Med Uni Graz

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