AERZTE Steiermark 10 2025

6 ÆRZTE Steiermark || 10|2025 BEREICH INTRA KONT A DEBATTE Lejla Pock Chancen und Herrausforderungen Die Steiermark gilt zu Recht als „Life Science Hotspot“. Mit einer F&E-Quote von über 5 % zählt unser Bundesland zu den europäischen Spitzenreitern. Mehr als 150 Unternehmen, zahlreiche Start-ups und international sichtbare Forschungseinrichtungen wie die Med Uni Graz oder Joanneum Research bilden ein dynamisches Ökosystem, das von Medizintechnik über Biotechnologie bis hin zu Digital Health reicht. Dieses Zusammenspiel aus Wissenschaft, Wirtschaft und Versorgung schafft enorme Innovationskraft – und macht die Steiermark zum idealen Standort, um neue Therapien und Versorgungsansätze, technologiebasierte Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Auch für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte eröffnen steirische Innovationen konkrete Chancen: Digitale Tools, telemedizinische Lösungen oder auch KI-gestützte Diagnostik verändern die medizinische Praxis, können z. B. die Befundübermittlung erleichtern, Wartezeiten verkürzen und neue Formen der Patientensteuerung ermöglichen. Innovative Medizintechnik – etwa bei der bildgebenden Diagnostik oder bei Point-of-Care-Tests – unterstützt eine präzisere Versorgung im niedergelassenen Bereich. Und neue Versorgungsmodelle, die auf Vernetzung und Datennutzung setzen, können helfen, die Schnittstellen zwischen Praxis, Spital und Pflege zu entlasten. Doch bei aller Stärke gibt es Herausforderungen. Zu oft bleiben Innovationen auf Pilotprojekte beschränkt. Was fehlt, ist ein konsequenter Transfer in die Breite – nicht zuletzt, weil Strukturen und Zuständigkeiten im österreichischen Gesundheitswesen komplex und fragmentiert sind. Auch bei der Nutzung von Gesundheitsdaten liegen Chancen brach: Für Forschung wie für die tägliche Praxis wären durchgängige, sichere Datenräume entscheidend. Die Steiermark hat alles, um ein Vorreiter in Life Sciences und Health zu sein: Spitzenforschung, Unternehmergeist, eine wachsende Community. Wenn es gelingt, Brücken zwischen Entwicklung und Anwendung zu schlagen – von der Klinik bis zur Ordination –, dann profitieren nicht nur internationale Märkte, sondern vor allem Patientinnen und Patienten hierzulande. Lejla Pock Geschäftsführerin des Cluster Humantechnologie Styria Gerhard Postl Etappenziel erreicht! Die Ärzteschaft in der Steiermark darf richtig stolz sein: Bei der aktuellen Ausbildungsevaluierung der Österreichischen Ärztekammer erhielt die Qualität der Ausbildung in den steirischen Spitälern erneut ein sehr gutes Zeugnis. In der Gesamtbewertung durch die sich in Ausbildung befindlichen Ärzt:innen konnte sich die Steiermark mit 4,74 – von maximal 6,0 – gegenüber 2024 weiter verbessern und liegt damit über dem österreichweiten Schnitt von 4,69. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der schlecht bewerteten Abteilungen weiter ab. Hervorzuheben ist auch, dass der Rücklauf der ausgefüllten Fragebögen auf 56 Prozent gesteigert werden konnte – das sind um 19 Prozent mehr als 2024! Ein tolles Ergebnis, für das ich mich bei allen bedanken möchte, die sich dafür engagiert und das möglich gemacht haben. Dass die Bewertung trotz gestiegener Teilnahme verbessert werden konnte, zeigt eindrücklich, dass die ärztliche Ausbildung in der Steiermark ein sehr gutes Niveau hat. Zugleich haben wir damit ein Etappenziel erreicht, das wir uns vor 3 Jahren bei der Einführung der neuen Evaluierung mit der ETH Zürich gesetzt hatten: Dieses Instrument als wichtigen Bestandteil der Qualitätssicherung zu etablieren. Wir als Standesvertretung werden uns aber keineswegs auf diesen erfreulichen Resultaten ausruhen, sondern weiter daran arbeiten, die Qualität der Ausbildung auf diesem hohen Niveau abzusichern und kontinuierlich zu verbessern. Denn nur eine gute Ausbildung ist der solide Grundstein für die künftige Besetzbarkeit von Ausbildungsstellen und sichert die Gesundheitsversorgung in der Steiermark. Dr. Gerhard Postl ist Obmann-Stellvertreter der Kurie Angestellte Ärzte

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