NIEDERGELASSENE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Ärztekammer bei Zukunftskonferenz Innenstadt Gesundheitsversorgung ist ein Zukunftsthema, das bei der Entwicklung einer Innenstadt mitgedacht werden muss – über das sich Graz aber keine Gedanken gemacht hat. Bei der Zukunftskonferenz Innenstadt der Stadt Graz brachten Neshat Quitt und Christian Lickl das zur Sprache. Die Ärztekammer Steiermark war bei der Zukunftskonferenz Innenstadt der Stadt Graz mit dabei – und das aus gutem Grund. Die Initiative der Stadt, gemeinsam mit Bürger:innen, Institutionen und Interessensvertretungen über die künftige Entwicklung des Stadtzentrums zu diskutieren, wird von der Ärztekammer prinzipiell sehr begrüßt – dass die medizinische Versorgung bei der Stadtentwicklung eine bedeutende Rolle spielt und in der Planung Berücksichtigung finden muss, musste aber erst von den Vertreter:innen der Ärztekammer angesprochen werden. „Die Stadt will mehr Familien in der Innenstadt ansiedeln, hat sich aber über die Gesundheitsversorgung keine Gedanken gemacht. Wir haben das Thema Medizin beim Treffen erst zur Sprache bringen müssen, dafür aber viel Zuspruch bekommen“, betonen Allgemeinmedizinerin Neshat Quitt und Kurienobmann-Stellvertreter Christian Lickl. Aktuell sind 83 niedergelassene Ärzt:innen im Grazer Bezirk Innere Stadt tätig. Sie garantieren eine qualitätsvolle, niederschwellige und wohnortnahe Versorgung – ein Vorteil, der gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel bedeutender wird. Für viele Patient:innen, vor allem ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen, ist der Standort ihrer Ärzt:innen zentral. Schlüssel: Erreichbarkeit Die Ärztekammer betonte bei der Konferenz die Wichtigkeit der Erreichbarkeit: Barrierefreie Zugänge, gut ausgebaute Öffis mit kurzen Wegen, sichere Rad- und Fußwege sowie leistbare Park- und Anfahrtsmöglichkeiten – all das braucht es, um Ordinationen für alle Bevölkerungsgruppen erreichbar zu halten. „Es darf vor allem nicht vergessen werden: Gerade für Personen mit eingeschränkter Mobilität muss auch künftig die Zufahrt mit Auto oder Taxi möglich sein, da für sie eine Zufahrt per Rad – Stichwort Fahrradstraße – ausscheidet“, macht auch Ärztekammer-Präsident Michael Sacherer in diesem Zusammenhang deutlich, dass in den Planungen alle Bevölkerungsgruppen Berücksichtigung finden müssen. Standortvorteil Ordinationen in der Innenstadt sind nicht nur für Patient:innen wichtig, sie bringen auch wirtschaftliche Impulse für die Stadt. Sie schaffen Arbeitsplätze, bieten Dienstleistungen und sorgen für Frequenz. „Gesundheitsversorgung ist ein bedeutender Standortfaktor, der in den Überlegungen nicht vernachlässigt werden darf“, so die Vertreter:innen der Ärztekammer. Und die Ordinationen müssten auch in das Mobilitätskonzept der Innenstadt selbstverständlich integriert sein. „Wir haben das Thema Medizin beim Treffen erst zur Sprache bringen müssen, dafür aber viel Zuspruch bekommen.“ Neshat Quitt Präsidialreferentin „Man will mehr Familien in der City ansiedeln, macht sich aber über medizinische Versorgung keine Gedanken.“ Christian Lickl Kurienobmann-Stv. Niedergelassene Ärzte Fotos: Gussmag Art, Schiffer, Verena Kaiser ÆRZTE Steiermark || 10|2025 57
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