44 ÆRZTE Steiermark || 10|2025 ANGESTELLTE ÄRZTINNEN UND ÄRZTE Spitalsärzt:innen leiden massiv unter der Bürokratie Im letzten Teil unserer Serie „Was Ärzt:innen wirklich wollen“ nehmen wir den Arbeitsaufwand für administrative Tätigkeiten im ärztlichen Alltag in unseren Spitälern unter die Lupe. Die IMAS-Umfrage zeigt, dass die Bürokratie-Lawine immer größer wird. „Wie viel Prozent Ihrer wöchentlichen Arbeitszeit wenden Sie für administrative Tätigkeiten im Spital auf?“, wurden die heimischen Spitalsärzt:innen im Rahmen der IMAS-Umfrage der Österreichischen Ärztekammer gefragt. Konkret wurden als Beispiele dafür Tätigkeiten wie z. B. das Organisieren einer Untersuchung oder eines Bettes, die Qualitätssicherung sowie der Verkehr mit Behörden genannt. Und die Ergebnisse zeichnen ein besorgniserregendes Bild: Die Spitalsärzt:innen in Österreich können nur 56 % ihrer wöchentlichen Arbeitszeit für die ärztliche Tätigkeit aufwenden, denn 39 % der Zeit gehen für Administration drauf. Die Forschung und Lehre spielen mit einem 5%-Anteil an der gesamten Arbeitszeit nur eine kleine Nebenrolle. Steiermark leicht darunter Vergleicht man jüngere mit älteren Ärzt:innen, sieht man, dass ein gewisser Teil des bürokratischen Aufwandes bei den Jüngeren liegt: Bei Ärzt:innen bis 39 Jahre liegt der Administrationsanteil bei 41 % und bei den Älteren bei 38 %. In der Steiermark liegt der Aufwand für die Administration leicht unter den österreichweiten Zahlen: Hier sind es 37 % (statt 39 %). Mit dem größten administrativen Brocken haben österreichweit die Ärzt:innen in Ausbildung zum Allgemeinmediziner zu kämpfen: Laut den Umfrageergebnissen nimmt die Administration 50 % ihrer wöchentlichen Arbeitszeit in Anspruch. Aufwand stieg an Wie hat sich der bürokratische Aufwand im ärztlichen Alltag im Laufe der Zeit verändert? Er ist leider (noch) größer geworden. Von 2019 bis zur aktuellen Umfrage stieg er von 37 % auf 39 %. In diesem Zusammenhang beleuchtete die IMAS-Umfrage auch, ob in den Krankenhäusern bzw. den Abteilungen Assistenzberufe zur Entlastung der Ärzt:innen zur Verfügung stehen. Österreichweit gaben 60 % der Befragten an, dass es in ihrer Abteilung keine Assistenzberufe gibt, die sie in ihrer Dokumentationstätigkeit entlasten würden. Nur in 36 % ist dies der Fall. In der Steiermark sieht es hier noch deutlich schlechter aus: 68 % der teilnehmenden Spitalsärzt:innen sagten, dass es bei ihnen keine Assistenzberufe gibt, die sie bei Administration und Dokumentationstätigkeit entlasten würden. Bedingungen verbessern Laut Gerald Wolf, 2. ObmannStellvertreter der Kurie Angestellte Ärzte, machen die aktuellen Ergebnisse klar: „Wir müssen die Arbeitsbedingungen für angestellte Foto: Schiffer „Wir müssen die Arbeitsbedingungen für angestellte Ärzt:innen dringend weiter verbessern – besonders beim Abbau überbordender Bürokratie besteht dringender Handlungsbedarf. “ Gerald Wolf 2. Obmann-Stellvertreter der Kurie Angestellte Ärzte Österreichweit Ja 60 % 68 % 4 % 3 % 36 % 29 % Keine Angabe Nein Steiermark Gibt es bei Ihnen Assistenzberufe, die Sie bei der Dokumentation entlasten? Quelle: IMAS Öst. Spitalsärztebefragung 2024/25
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjg3NzQ1MQ==