AERZTE Steiermark 10 2025

WIRTSCHAFT&ERFOLG Braucht jeder Arzt und jede Ärztin heute unbedingt einen Social-Media-Auftritt? „Ich halte das immer noch für eine individuelle Entscheidung“, sagt Experte Wolfgang Kühnelt. Einerseits biete die Präsenz natürlich mehr Sichtbarkeit, die Möglichkeit zur Aufklärung und die Chance zur Imagebildung, andererseits gebe es natürlich „Risiken und Nebenwirkungen“. Diese können neben dem Zeitaufwand beispielsweise fehlende Reichweite oder rechtliche Stolperfallen sein. Eine klare Strategie – am besten mit professioneller Begleitung – sei daher unerlässlich. Plattformen Die Wahl des richtigen Kanals hängt von der Zielgruppe und den Kommunikationszielen ab. So eignet sich derzeit Instagram und allenfalls auch immer noch Facebook für eine breite Ansprache, LinkedIn eher für Fachnetzwerke und Kongresse. Wer jüngere Zielgruppen erreichen möchte, könnte auch den nicht unproblematischen Kanal TikTok ins Auge fassen – „trotz der Herausforderungen, die mit diesem Medium verbunden sind“, gibt der FHDozent zu bedenken. Vorteile Generell hat jeder Kanal aber seine eigenen Regeln und seine eigenen Erfolgsprinzipien. Ein gut geführter Social-MediaAuftritt liefert aber in jedem Fall einige Vorteile. Dazu zählen Patientenkommunikation, Wissensvermittlung, fachliche Positionierung und Netzwerkaufbau. Auch das Image kann profitieren: Ärzt:innen können sich als kompetent und nahbar präsentieren, was nicht nur im Hinblick auf (potenzielle) Patient:innen von Vorteil ist, auch bei der Personalsuche kann das sehr nützlich sein. Glaubwürdigkeit So groß die Chancen sind, so ernst sollte man auch die mit dem Social-Media-Auftritt verbundenen Risiken nehmen. Neben Datenschutz, Schweigepflicht und Haftungsfragen können Ärzt:innen durch unbedachte Beiträge ihre Glaubwürdigkeit gefährden. Zudem müssen Ärzt:innen rechtliche Vorgaben und Werbebeschränkungen beachten. Hinzu komme der hohe Zeitaufwand. „Die meisten Ärzt:innen haben ja ohnehin genug Patient:innen. Wenn Social Media dann noch zusätzlichen Stress bringt, ist der Nutzen fraglich“, urteilt Kühnelt. Unprofessionelle Auftritte können außerdem schnell zu einem Imageschaden führen. Instagram, LinkedIn & Co. sind allgegenwärtig – doch brauchen auch alle Ärzt:innen einen Social Media-Auftritt? Wolfgang Kühnelt, Social-Media-Spezialist und Dozent an der FH JOANNEUM erklärt, welche Chancen es gibt und wo Vorsicht geboten ist. Follow me on Social Media: Sichtbarkeit und Stolperfallen 30 ÆRZTE Steiermark || 10|2025 Fotos: Valentina Hagendorfer, envato/liufuyu „Wer jüngere Zielgruppen erreichen möchte, könnte den Kanal TikTok ins Auge fassen – trotz der Herausforderungen, die mit diesem Medium verbunden sind.“ Wolfgang Kühnelt

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