ÆRZTE Steiermark || 10|2025 29 WIRTSCHAFT&ERFOLG oder Eltern richten oder in Büchern nachschlagen mussten, bewegen sich Jüngere in digitalen Netzwerken und fragen Suchmaschinen, Communities oder KI-Tools. Ältere mussten ihre Fragen also sorgfältiger vorbereiteten, weil Nachfragen mit größerem Aufwand verbunden waren. Jüngere konnten dank der Technologien von Anfang an spontane und fragmentarische Fragen stellen – und das wiederholend. Während Generation X und Babyboomer vorsichtig agierten, um nicht als kritisch oder anstrengend zu gelten, gilt es den Generationen Y und Z als selbstverständlich und sogar als Kompetenz, sich mit Institutionen und Expert:innen auf Augenhöhe auszutauschen. Offener Austausch Und schließlich unterscheidet sich die Motivation, sagt Novak: „Während Ältere faktenorientiert nach klaren Antworten suchten, fragen jüngere Generationen auch nach Erfahrungen und Einschätzungen, weil faktischpunktuelles Wissen in der heutigen Welt nicht mehr alleine zum Erfolg führen kann.“ Kurz: Kommunikation hat sich von einem zurückhaltenden, faktenorientierten Prozess zu einem offenen und kontextabhängigen Austausch entwickelt. Mit Neugier kommunizieren Logisch also, dass neben Fachwissen die Fähigkeit, Abläufe zu gestalten, Teams richtig zusammenzustellen und produktive Umgebungen zu schaffen, in den Vordergrund rückt. Kennen Sie Ihr Ziel und seien Sie richtig (sic!) neugierig: „Wer sachlich nachfragt, zeigt, dass er nicht alles wissen kann, und signalisiert echtes Interesse. Mitarbeitende erleben das als Wertschätzung, was zu konstruktiverem Austausch führt“, weiß Novak. Zudem werden Probleme früher erkannt, Fehlentwicklungen vermieden und Entscheidungen tragfähiger. Offenheit füreinander Führungskräfte, die diese Unterschiede berücksichtigen, reduzieren Reibungsverluste und fördern schnelleren Wissensfluss sowie breitere Verantwortungsübernahme. In einer dynamischen und komplexen Welt wird Offenheit füreinander zu einer echten Ressource, um zufriedenes und qualitativ hochwertiges Arbeiten im medizinischen Team zu ermöglichen. Tipps • Achten Sie auf die Generationenstruktur in Ihrem Team, ist diese ausgeglichen oder überwiegend? So können Sie Ihr Team viel bewusster steuern und Förderliches von allen Seiten erkennen. • Sprechen Ihre Mitarbeiter:innen ihre Anliegen ausdrücklich mit Bezug auf die Arbeit aus? Nutzen Sie Fragen wie „Was bedeutet das konkret für Ihre Arbeit?“ „Bitte geben Sie ein Beispiel, was das für unsere Arbeit bedeutet“, um Sachlichkeit zu fördern und persönliche Voreingenommenheit vorzubeugen. • Seien Sie neugierig und fragen Sie nach! So erweitern Sie Ihre Entscheidungsgrundlage und erkennen viel früher Probleme oder Chancen. • Weniger ist oft mehr: Hinterfragen Sie immer wieder Ihre Besprechungen! Ist klar, zu welchem Zweck die Besprechung stattfindet? Hält sich jede:r daran? Nehmen alle bzw. nur(!) Betroffene teil? Sorgen Sie durch eine stringente Organisation Ihrer Besprechungen für Klarheit und Ergebnisse.
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