Telemedizin in der Praxis: Vorteile und Herausforderungen Telemedizinische Leistungen sind bei vielen steirischen Ärzt:innen an der Tagesordnung – von der Allgemeinmedizin über die Kinder- und Jugendheilkunde bis zu speziellen Projekten wie der Teledermatologie. Ein Blick auf die Vorzüge und die Grenzen. Wurde die während der Corona-Pandemie angebotene Skype-Sprechstunde kaum genutzt, ist die telefonische Ordination bei Martin Müller, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde heute ein Fixpunkt: „Die Eltern sind dankbar, wenn sie nicht extra in die Praxis kommen müssen und sich Fahrtzeiten ersparen können. Bei einfachen und abgegrenzten Hauterscheinungen reicht oft das Senden eines Fotos, um dann telefonisch alles Weitere abzuklären.“ Hier funktionieren telemedizinische Leistungen gut, doch in anderen Fällen gebe es klare Grenzen: „Oft merkt man bei der Durchsicht der Fotos, dass man für eine korrekte Beurteilung den ganzen Körper des Kindes anschauen muss. Man darf nichts übersehen und bei einem Foto alleine sieht man immer nur einen Ausschnitt und nicht den ganzen Menschen.“ Ähnlich sieht das Allgemeinmedizinerin Gudrun Zweiker: „Es sind natürlich nur gewisse Themen, die für die Telemedizin in Frage kommen. Für akute Erkrankungen muss man die Patient:innen doch meist persönlich sehen. Vor allem ältere Patient:innen, die nicht mehr selbst fahren können, schätzen es aber sehr, wenn wir zum Beispiel Befundbesprechungen telefonisch erledigen. Ein Videoprogramm haben wir auch, aber das wird nicht angenommen.“ Eines ist Zweiker aber besonders wichtig: „Ich kann das nur machen, TELEMEDIZIN „Die Erfolge sprechen für sich. Das Potenzial, das Projekt auszuweiten, ist auf jeden Fall da.“ Edith Arzberger Foto: envato/traimakivan, Privat 20 ÆRZTE Steiermark || 10|2025
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