AERZTE Steiermark 10 2025

14 ÆRZTE Steiermark || 10|2025 Mit voller Kraft: Impulse für Sport und Sportärzt:innen SPORTÄRZT:INNEN Die Steiermark ist in Bewegung: Rund 2.300 Vereine mit rund 380.000 Mitgliedern sind alleine in den 3 Dachverbänden ASKÖ, ASVÖ und Sportunion sportlich aktiv. „Die Steiermark ist auf jeden Fall gut aufgestellt“, meint Gerhard Postl, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (ÖGSMP) und Sportärztereferent der Ärztekammer Steiermark. Es gebe unter anderem eine Vielzahl an großen Sport-Events, fördern müsse man auf jeden Fall den Breitensport: „Die, die Sport machen, machen ihn sowieso. Man muss aber auch die anderen ins Boot holen.“ Hier gelte es, vor allem bei der Jugend anzusetzen. „Wer in der Jugend sportlich aktiv ist, macht das auch im Laufe seines weiteren Lebens. Da kann man auch zwischendurch sportlich pausieren, aber der Körper erinnert sich. Was man in der Jugend sät, kann man später ernten.“ EKG bei Jugendlichen Entwicklungen wie der große Trend zum Fitnessstudio bei den Jungen seien in diesem Zusammenhang natürlich positiv zu sehen, „aber es dürfen nicht nur das Aussehen und Bodyshaping für Instagram im Zentrum stehen“. Am besten sei es schließlich, wenn Kinder polysportiv geschult werden – „auch als Basis für Top-Leistungen im Leistungssport, das ist mittlerweile bekannt“. In diesem Zusammenhang stößt Gerhard Postl ein Thema besonders auf: „Ein EKG bei jugendlichen Leistungs- oder Kadersportler:innen ist in einigen Ländern obligat, wird bei uns aber nicht von der Kasse bezahlt, sondern maximal von einzelnen Verbänden. Dabei ist eine solche Maßnahme klar protektiv. Ein Screening wäre absolut sinnvoll, wenn wir an Auswirkungen wie den plötzlichen Herztod bei Sportlern denken. Einige Fälle könnte man durch entsprechende Voruntersuchungen verhindern. Jene Jugendliche, die sehr ambitioniert trainieren, sollten für eine sportmedizinische Untersuchung zumindest einmal bei einem Sportarzt vorgestellt werden. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang ältere Personen, die mit sportlichen Aktivitäten beginnen oder nach Jahren wieder einsteigen.“ Zeitfaktor Beratung Prinzipiell ist erwiesen, dass Sport ein Medikament ist – und zwar ein sehr wirksames. Foto: Schiffer Vom Graz-Marathon über das Altstadtkriterium bis zu Schi-Events ins Schladming – die Steiermark ist sportlich gut aufgestellt. Wichtig wären Weiterentwicklungen bei Leistungen und Ausbildungen von Sportärzt:innen. Ziel der ÖGSMP: die Implementierung eines eigenen Facharztes. „Wir kämpfen für die Implementierung eines eigenen Facharztes – nicht in Konkurrenz zu den Ärzt:innen mit dem Sportärztediplom sondern als Ergänzung dazu.“ Gerhard Postl Vorstandsmitglied Ö. Ges. für Sportmedizin u. Sportärztereferent Ärztekammer Steiermark

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