BUCH-TIPP ÆRZTE Steiermark || 10|2025 13 Foto: Springer, Privat konkrete Anti-Aging-Strategien vor, die ganz gezielt die einzelnen Organfunktionen verbessern. Soziale Kontakte Eine große Rolle für unsere Gesundheit spielen übrigens die sozialen Kontakte: „Die sind lebenswichtig“, betont die Allgemeinmedizinerin. Gespräche und der Austausch mit anderen regen verschiedene Gehirnareale an, fördern Konzentration, Gedächtnis und Sprachvermögen und können so vor Demenz schützen. Auch unsere Sinnesorgane werden durch alle sozialen Interaktionen geschärft und wir nehmen durch den Austausch viel mehr wahr, als wenn wir alleine sind. Das Alter als Höhepunkt Insgesamt sollten wir das Alter auf jeden Fall als einen weiteren Höhepunkt betrachten, ist es Hütter-Klepp ein Anliegen zu betonen. Wichtig sei es, in diesem Lebensabschnitt aktiv zu sein: „Man braucht ein Ziel, sei es die Beschäftigung im Garten, soziales Engagement oder einen Buchclub, ganz egal. Das sehe ich in meiner Ordination: Gesund und stabil altern jene, die zum Beispiel regelmäßig für ihre Enkelkinder kochen.“ Wer noch eine Rolle hat, steht weiter mitten im Leben – und das kann man ruhig auch wörtlich nehmen: Oft werden Schauspieler:innen bewundert, dass sie im Alter noch auf der Bühne stehen und lange Texte rezitieren können. Aber wer aktiv ist, altert einfach langsamer. Negativ wirkt es sich hingegen auf die Gesundheit aus, wenn man sich nur mehr dem Gefühl hingibt, dass alles dem Ende zugeht. Gender-Medizin Long Covid widmen sich Hütter-Klepp und MadreiterSokolowski ebenfalls. „Wir wissen, dass nicht jeder unsere Empfehlungen umsetzen kann. Wenn man etwa an Krankheitsbilder wie Long Covid denkt, die wissenschaftlich noch nicht allumfassend geklärt sind. Diese Erkrankung begleitet mich auch in der Hausarztordination.“ Ebenso war der Wahlärztin das Thema GenderMedizin ein Anliegen: „Das reicht von geschlechterspezifisch unterschiedlichen Krankheiten bis zur Tatsache, dass Medikamente bei Frauen und Männern unterschiedlich wirken.“ Apropos Frauen: Epigenetische Studien zeigen, dass sich das biologische Alter während einer Schwangerschaft vorübergehend erhöht, sich danach aber wieder zurückbildet. Und wie lebt man eigentlich selbst, wenn man so viel über den Code zum Jungbleiben weiß? „Bewusster“, schmunzelt Kristina Hütter-Klepp: „Seit Corina und ich begonnen haben, an diesem Buch zu schreiben und uns intensiv mit den Themen auseinandergesetzt haben, hat sich das auch auf unser Leben ausgewirkt – auch wenn wir etwa immer schon sportlich waren. Aber zum Beispiel Alkohol – darauf hat man einfach keine Lust mehr, wenn man sich mit den Auswirkungen auseinandersetzt. Die Datenlage ist einfach signifikant.“ esem Buch treffen sich Grundlagenwissenschaft und emeinmedizin. Professorin für Zellbiologie und eine Allgemeinmedizinerin erklären anlich und verständlich das Gesamtkonzept eines langen und gesunden LeAnhand von Fallbeispielen aus dem Praxisalltag und der Altersforschung ern sie die biologischen Prozesse des Alterns und was man frühzeitig tun um auch im hohen Alter fit zu sein. terventionen werden neben Ernährung und Sport auch der Einfluss von en Kontakten, das Erkennen und Vermeiden von Risikofaktoren sowie otential von pharmakologischen Interventionen diskutiert. Die Autorinreifen dabei auf aktuelle Forschungsergebnisse und innovative Ansätze ongevity-Medizin zurück und stellen gemeinsam mit Expert*innen unhiedlicher Fachrichtungen konkrete Anti-Aging-Strategien zur gezielten sserung der Organfunktionen vor. uch für alle, die schon heute verstehen wollen, wie sie morgen jung bleiben das enorme Potenzial der medizinischen Wissenschaft für ein langes und des Leben nutzen wollen. nnen Prof. Priv.Doz. Mag. pharm. Corina Madreiter-Sokolowski, Ph.D., Leiterin Forschungsgruppe am Lehrstuhl für Molekularbiologie und Biochemie edizinischen Universität Graz d. univ. Kristina Hütter-Klepp, Fachärztin für Allgemein- und Familienmein eigener Praxis in Graz Der Code zum Jungbleiben Madreiter-Sokolowski · Hütter-Klepp Der Code zum Jungbleiben Zellbiologische und medizinische Perspektiven auf die Langlebigkeit Corina Madreiter-Sokolowski Kristina Hütter-Klepp 83662 712764 N 978-3-662-71276-4 „Der Code zum Jungbleiben – Zellbiologische und medizinische Perspektiven auf die Langlebigkeit“ von Kristina Hütter-Klepp und Corina Madreiter-Sokolowski erscheint Ende des Jahres im Springer-Verlage. Weitere Infos:
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