AERZTE Steiermark 07 2025

Wegen möglicher Thrombopenie sollten keine NSAR eingesetzt werden. Nach einer Infektion besteht wahrscheinlich eine lebenslange Immunität für den jeweiligen Serotypen (einen von insgesamt vier). Kurzzeitig besteht nach der Erstinfektion auch eine Kreuzimmunität gegenüber einem weiteren Serotyp. Eine Impfung (Lebendimpfstoff) ist verfügbar, jedoch wird derzeit noch keine generelle Impfempfehlung für Reisende seitens des österreichischen Impfgremiums ausgegeben. Für etwaige Impfkandidat:innen sollte die Vorstellung an einer reisemedizinischen Ambulanz erfolgen. Malaria ausschließen Fieber, Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, starke Kopfschmerzen und mitunter auch Verwirrtheit – die Symptome bei Malaria sind jenen von Dengue sehr ähnlich. Deshalb muss Malaria tropica, bei der es rasch zu schweren, lebensbedrohlichen Verläufen kommen kann, immer ausge s ch l o s - sen werden. Malaria ist eine durch Parasiten (sogenannte Plasmodien) verursachte Infektionskrankheit, wird von der Anophelesmücke übertragen und ist in Österreich ebenfalls meldepflichtig. „Meine Keymessage an alle Ärzt:innen: Bei Reiserückkehrer:innen mit Fieber immer fragen, ob sie sich in einem Malariagebiet aufgehalten haben. Malaria muss immer als erstes ausgeschlossen werden“, betont Gornicec. Aktuelle Informationen zu Malariagebieten sind entscheidend für die ärztliche Abklärung. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin stellt regelmäßig aktualisierte Karten zur Verfügung, die eine gute Orientierung bieten. Dabei ist zu beachten, dass sich die epidemiologische Lage schnell ändern kann: So galt etwa Sansibar als malariafrei – inzwischen zählt es wieder zu den Risikogebieten. Diagnostik Die Malariadiagnostik erfolgt immer mittels Blutausstrich und gegebenenfalls zusätzlich mittels Antigen-Schnelltests. Wichtig: Der Antigentest allein reicht nicht aus, da es Regionen gibt, in denen dieser falsch-negative Ergebnisse liefern kann, unterstreicht der Tropenmediziner: „Die Behandlung von Malaria muss spezialisiert von Expert:innen erfolgen.“ Risikogruppe Menschen, die ursprünglich aus endemischen Regionen (z. B. aus Ländern in SubsaharaAfrika) stammen, konnten durch rezidivierende Infektionen eine sogenannte Semiimmunität aufbauen. Wenn diese Menschen nun ihren LebensFotos: medmedia.at, envato/goinyk COVER ÆRZTE Steiermark || 07|2025 9 „Meine Keymessage an alle Ärzt:innen: Bei Reiserückkehrer:innen mit Fieber immer fragen, ob sie sich in einem Malariagebiet aufgehalten haben.“ Maximilian Gornicec Infektiologe

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