6 ÆRZTE Steiermark || 07|2025 BEREICH INTRA KONT A DEBATTE Claudia Klimt-Weithaler Gesundheit darf keine Frage des Wohnorts oder der Geldbörse sein Im steirischen Gesundheitswesen stehen wir vor einer Zerreißprobe: Immer mehr Krankenhausabteilungen schließen, Betten werden gesperrt, Kassenarztpraxen finden keine Nachfolger:innen und vor allem in ländlichen Regionen bricht zusehends die umfassende medizinische Infrastruktur weg. In dieser angespannten Lage rückt der Ausbau von Primärversorgungszentren (PVZ) in den Mittelpunkt der politischen Diskussion. Diese Zentren sollen durch die Bündelung verschiedener Gesundheitsberufe wohnortnahe Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum sichern. Ein durchaus sinnvolles Konzept – aber wie gut funktioniert dieses Modell in der Praxis wirklich? Wir als KPÖ wollen uns nicht auf Versprechungen der Landesregierung verlassen, sondern uns selbst ein Bild von den aktuell bestehenden Einrichtungen und der tatsächlichen Umsetzbarkeit machen. Deshalb hat der Landtagsklub begonnen, eine Tour durch alle Primärversorgungszentren in der Steiermark zu machen, um genauer hinzuschauen, wo es gut funktioniert, wo es Lücken gibt und wie wir sicherstellen können, dass niemand in unserem Bundesland durch das Raster fällt. Bei unseren ersten Besuchen konnten in Gesprächen mit Fachkräften bereits wichtige Einblicke in den Alltag im PVZ gewonnen werden. Es wurde deutlich, dass die Arbeit in diesen Zentren gut funktioniert und sie wesentlich dazu beitragen, Krankenhäuser zu entlasten und lange Anfahrtswege für Patient:innen zu vermeiden. Gleichzeitig zeigen sich aber durchaus auch Herausforderungen – etwa bei der Personalsuche in dünn besiedelten Regionen, beim Fehlen von notwendigen Sozialarbeiter:innen sowie bei der flächendeckenden gynäkologischen und kinderärztlichen Versorgung. Wir sind gespannt, wie die blau-schwarze Landesregierung mit all den Herausforderungen im Gesundheitswesen in Zukunft umgehen wird. Reine Ankündigungen werden nicht reichen – es braucht ein klares Bekenntnis zur flächendeckenden, solidarischen Gesundheitsversorgung. Wir als KPÖ werden uns jedenfalls weiterhin dafür einsetzen und im Herbst unsere PVZ-Tour fortsetzen, das Gespräch mit Fachkräften suchen und aufzeigen, wo dringender Handlungsbedarf besteht. Denn Gesundheit ist ein Grundrecht für alle Steirer:innen – unabhängig vom Wohnort oder der Geldbörse. Claudia Klimt-Weithaler Klubobfrau des steirischen KPÖ-Landtagsklubs Gerhard Posch Nur kühle Köpfe bleiben cool! Hitze im Spital ist mehr als nur ein thermisches Problem – sie trifft unsere Ärztinnen und Ärzte sowie die Patientinnen und Patienten jeden Sommer gleichermaßen und kann sich negativ auf deren Leistungsfähigkeit und Sicherheit auswirken. Immer häufiger beobachten wir in vielen Abteilungen Temperaturen, oder erhalten Berichte darüber, dass diese über dem empfohlenen Bereich von maximal 25 Grad liegen, wie es im steirischen Hitzeschutzplan vorgesehen ist. Diese latente Überhitzung beeinträchtigt die Konzentration von Ärztinnen und Ärzten – insbesondere in Bereichen, in denen Präzision und Sicherheit oberstes Gebot sind. Aus meiner Sicht als Standesvertreter ist klar: Wenn überhitzte Ärztinnen und Ärzte auf überhitzte Patientinnen und Patienten treffen, ist dies keineswegs cool. Weder die Gesundheit derer, die Gesundheit ermöglichen, noch derer, die einer optimalen Versorgung und Behandlung bedürfen, darf durch zu viel Hitze im Spital gefährdet werden. Wir setzen uns daher in den Gesprächen mit den Spitalsträgern aktiv dafür ein, dass in Krankenhäusern funktionierende Klimatisierungs-Tools installiert werden, dass bauliche Voraussetzungen angepasst werden und effektive Präventionsmaßnahmen wie eine natürliche Begrünung von Außenflächen oder Schattierungen geschaffen werden. Und wir drängen auf verbindliche Standards für Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit in allen Bereichen unserer Spitäler. Denn eines ist sicher: Gesunde, leistungsfähige Ärztinnen und Ärzte sind die Basis für gute Medizin und die optimale Versorgung unserer Patientinnen und Patienten – bei Hitze darf das nicht gefährdet werden. Denn kühle Köpfe braucht es, um cool zu bleiben! Insbesondere im Krankenhaus. Vizepräsident Dr. Gerhard Posch ist Obmann der Kurie Angestellte Ärzte
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